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Institutio Christianae Religionis.
Lausanne, Franciscus le Preux, 1576.. 4to. Titelblatt, 14 ungez. Bll., 380 gez. Bll., 72 ungez. Bll. (Index). Zeitgenössischer Pergamentband.. Erste Ausgabe des aus Bern stammenden Druckers Francois le Preux, erstmalig mit den gedruckten Randbemerkungen von Calladon. - Calvin (1509-1564), eigentlich Jean Cauvin, war der neben Martin Luther wichtigste, seiner Wirkung nach bedeutendste Reformator des 16. Jahrhunderts und wie Martin Luther ausgebildeter Rechtsgelehrter. Er nahm durchaus Einfluß auf die Rechtsentwicklung seiner Zeit. Große Juristen hielten sich bei Calvin in Genf auf und lehrten an der dortigen Universität: Francois Hotman, Dionysius Gothofredus oder der Italiener Julius Pacius sowie der Deutsche Jurist Hermann Vultejus. - Calvin war Sohn des Generalprokurators des Domkapitels von Noyon, Gerard Cauvin, widmete sich seit 1523 zu Paris dem philosophisch-theologischen Studium, ab 1529 der Jurisprudenz an den Universitäten Orleans und Bourges. Bereits an der Universität mit dem Protestantismus in Berührung gekommen, wandte er sich etwa ab 1530 dem religiösen Leben zu. 1534 verließ er Paris und Frankreich wegen der dort einsetzenden Verfolgungen von Protestanten und begab sich nach Basel. Dort verfasste Calvin im Jahre 1535 seine berühmte "Institutio religionis Chritianae", eine Art Abriß des christlichen Glaubens. Im Jahre 1536 war Calvin auf einer Reise nach Straßburg gezwungen, nach Genf auszuweichen. 1538 wurde er aufgrund seiner aufkeimenden Radikalität aus der Stadt Genf verbannt. Er wich wiederum nach Straßburg aus, schrieb dort die erweiterte Auflage der Institutio (1539, französische Ausgabe 1541). Von Straßburg aus nahm er an den Religionsgesprächen zu Hagenau (1540), Worms (1540 bis 1541) und Regensburg (1541) teil. Im Jahre 1541 erfolgte auch die Rückberufung nach Genf. In wiederum erweiterter Form gab er 1543 die dritte Auflage (französisch: 1545) seiner Institutio heraus. - Calvin vereinfachte gegenüber dem Luthertum die Liturgie, verschärfte aber die Sittenzucht, die er mehr und mehr radikalisierte. In den Jahre 1541 bis 1546 hatte Calvin 56 Todesurteile und 78 Verbannungen zu verantworten. Gegen dieses rigorose, tief ins bürgerliche Leben eingreifende Sittenregiment bildete sich seit 1545 eine Opposition. 1553 erschütterte jedoch die Hinrichtung des Antitrinitariers Servet ganz Europa. Seit 1555 erstritten die Anhänger Calvins die Mehrheit im Rat der Stadt Genf und verhalfen Calvin zur endgültigen Durchsetzung seiner Glaubens- und Sittenvorstellungen. Mit der Gründung der Universität im Jahre 1559 schuf Calvin die maßgebende Ausbildungsstätte für reformatorische Lehrer und Prediger in der europäischen Welt. - 1559 erschien die vierte Auflage der Institutio (französisch: 1560), die nunmehr die abschließende Gestalt erhalten hatte und gegenüber dem Erstdruck den fünffachen Umfang aufzuweisen hatte. - Calvin, als Persönlichkeit weniger impulsiv und schwerer greifbar als Martin Luther, tritt viel stärker als der deutsche Reformator hinter seinem Werk zurück: der als "Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden" aufgefassten Reformation. Über die Kirchen- und Theologiegeschichte sowie deren juristische Arbeitsfelder hat Calvin die politische Geschichte des frühneuzeitlichen Europa beeinflußt. Insbesondere die Wirtschaftsethik im anglosächsichen Raum speist sich heute aus den Lehren Calvins.
      [Bookseller: Antiquariat + Verlag Klaus Breinlich]
Last Found On: 2014-12-15           Check availability:      ZVAB    

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