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Die Sitten-Lehrer oder Erzehlung philosophischer Gespräche, welche die Natur und Tugend betreffen. Aus dem Englischen übersetzt nebst einem Schreiben an den Übersetzer. Angebunden:Shaftesbury: Untersuchung über die Tugend.
Berlin., Haude und Spener, 1745 und 1747.. 8vo. 280 S., (4) Bl. Register; 222 S., (1) Bl. Inhalt. Das erste Titelblatt etwas fleckig. Die ersten Lagen des zweiten Titels gering gebräunt. Marmorierter Schnitt. Zeitgenössischer Pappband, die Ecken bestoßen. - Volpi, Großes Werklexikon der Philosophie, II, 1387f.; Ziegenfuß II, 523ff.Äußerst seltene erste deutsche Ausgaben von The Moralists, a Philosophical Rhapsody und An Inquiry Concerning Virtue, or Merit.Übersetzer der beiden Texte ist der Aufklärungstheologe Johann Joachim Spalding, der Shaftesburys Schriften bereits als Student kennen und schätzen gelernt hatte und dessen in zahlreichen Auflagen erschienene Bestimmung des Menschen ganz aus dem Geist Shaftesburys heraus verfasst ist. Bei Shaftesbury handelt es sich, wie bekannt, um den Begründer der moral sense-Ethik: Tugenden sind nicht aus einer religiösen Pflichtenlehre abzuleiten, vielmehr sind sie dem Menschen als "natürliche Neigungen" inhärent. Diese nicht nur zur Lehre der Kirche, sondern auch quer zu Hobbes als auch Locke stehende Auffassung hat manchen Widerspruch hervorgerufen, so etwa den Mandevilles, hat aber seine Landsleute Hutcheson und Hume ebenso wie das deutsche Denken von Lessing bis zur Klassik und die französische Aufklärung nachhaltig beeinflußt. "Die Sitten-Lehrer" gilt als Shaftesburys Hauptwerk - Leibniz bezeichnete die Abhandlung über die Tugend als Vorzimmer, die Sitten-Lehrer als das innere Heiligtum der Philosophie des englischen Lords. Am Schluß dieses als platonisches Gespräch verfaßten Buches entwickelt Shaftesbury die vielleicht folgenreichste seiner Ideen: die Deutung der Natur als Spiegelbild der menschlichen Seele, eine Deutung, deren Spuren sich bis hin zum Systemfragment der Tübinger Trinität durch das gesamte 18. Jahrhundert nachweisen lassen.Beide Titelvignetten zeigen, mit kleinen Abweichungen, Minerva, die Göttin der Weisheit, über dem Helm der Göttin der Spruch Sapere aude, der spätestens mit Kant zum Motto der Aufklärung geworden ist. M. Mulsow (Prekäres Wissen. Eine andere Ideengeschichte der frühen Neuteit, Berlin 2012, S. 220ff.) verfolgt die Geschichte des Wahlspruches im 17. und 18. Jahrhundert. Demnach geht die Vignette auf einen Entwurf des Philosophen Johann August Wachter für die 1734 gegründete Aletophilen-Gesellschaft um den Grafen Manteuffel zurück. Spalding, der Übersetzer der beiden Werke Shaftesburys, wiederum war mit dem Grafen Manteuffel bekannt und wählte als Verleger Ambrosius Haude, der ebenfalls zu den Aletophilen zählte. Sapere aude ist, wie man sich denken kann, gegen Noli altum sapere, sed time gerichtet - auch dieser zum Spruch gewordene Text aus Römer 11, 20 ist einmal Motto einer Druckervignette gewesen, allerdings um die 220 Jahre vor unserem Buch bei der bedeutendsten aller Druckerdynastien, den Estiennes in Paris und Genf. .
      [Bookseller: Antiquariat Jürgen Dinter GbR]
Last Found On: 2014-12-15           Check availability:      ZVAB    

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