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Blick auf den Nemisee
. Bleistift mit Weißhöhung auf grünem Papier, verso bezeichnet: "Nemi", 18,1 x 23,7 cm. Der Blick auf den Nemisee gehört zum klassischen Motivrepertoire der Künstler, die Italien seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts systematisch nach wahrheitsgetreuen aber doch idealisierbaren Landschaften absuchten. Zusammen mit dem größeren Lago Albano und den Städten Castel Gandolfo, Ariccia und Genzano bildete der Lago di Nemi ein beliebtes Ausflugsziel entlang der Via Appia für alle, die den heißen Tagen in Rom entfliehen wollten. 1805 reiste Johann Georg von Dillis zusammen mit seinem jüngeren Bruder Cantius zum zweiten Mal nach Italien und kehrte nach umfänglichen Reisen erst Anfang 1807 wieder nach München zurück. Bei dieser Gelegenheit hielt er sich auch am Lago di Nemi auf. Zwar ist eine genaue Datierung unseres Blattes aufgrund von Dillis' zahlreichen Italienreisen nur schwer vorzunehmen, doch anhand zweier Vergleiche kann eine Annäherung versucht werden, die das Blatt in diese Italienreise einordnet. So existiert eine Federzeichnung mit dem Blick auf den Lago di Nemi, die Dillis auf das Jahr 1805 datiert hat und eine Ölskizze mit einer ähnlichen Sicht auf den See scheint ebenfalls in diesem Jahr entstanden zu sein. Alle drei Arbeiten eint ein ähnlicher Bildaufbau und eine vergleichbare Perspektive, wenn auch jede der Arbeiten unterschiedliche Akzente setzt. Während unsere Zeichnung den Fokus auf die Vegetation im Mittelgrund und die Steine im Vordergrund legt, zeichnet sich die Ölskizze durch eine panoramatische Sicht auf den See und einen höher gelegenen Standpunkt aus. Trotz der Flüchtigkeit der Ausführung fehlt ihr damit die Unmittelbarkeit, die unsere Zeichnung vermittelt. Der Betrachter wird hier wesentlich näher an den Vordergrund herangerückt und es entsteht der Eindruck, als schaue man selbst gerade durch die Bäume über die Felsen und Gewächse auf die halb verdeckte Landschaft. In der Ölskizze markiert eine winzige Figur das distanzierte Verhältnis von Bildmotiv und Betrachter. Die Federzeichnung reiht sich als Zwischenglied in diese Gruppe ein. Sie vermittelt durch ihre klassische Komposition einen traditionellen Blick, der direkt Erlebtes mit Idealvorstellungen der Landschaft kombiniert. Nimmt man alle drei Ansichten zusammen, so wird deutlich, wie unterschiedlich die Bilder in den Details sind: Immer ist es ein anderer Baum, eine leicht variierte Vegetation oder eine differierende Anordnung der Bildgründe. So muss man jedes der Bilder als die Summe der anderen verstehen, aus denen sich eine halb imaginierte, halb reale Landschaft ergibt.
      [Bookseller: H. W. Fichter Kunsthandel e.K.]
Last Found On: 2014-05-04           Check availability:      ZVAB    

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