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Ambrosius. Opera. 2 Teile (von 3) in einem Band (Anfang von Teil 1; Teil 3 komplett, aber irrig gebunden).
(Basel, Johann Amerbach, 1492).. Folio. Mit Titelholzschnitt. (Teil I=) 40 Blatt (genaue Kollation mit Bogenzählung nach GW: a8 b6 c8 d6 - f6 = Anfang und Kapitel 1); (Teil III =) 290 Blatt (genaue Kollation mit Bogenzählung nach GW: a8 b6 c8 d6 - f6 = Kapitel XI - XVIII/ zweispaltig; a8 b6 c8 d6 e8 f6 g8 h6 i8 k6 - o6 = Kapitel I; a8 b6 c8 d6 e8 f6 g10 = Kapitel XIX/ zweispaltig/ g8 mit Orts- und Verlagsangabe sowie Jahreszahl: "Explicitu est opus sermonu beati Ambrosii epi Mediolanesnsis: Basilee p magistratu Johannem de Amerbach: Anno salutiferi // virginalis partus nonagesimosecundo supra millesimum quateroz centesimum"; a8 b6 c8 - h8 i6 - k6 l8 - n8 = Kapitel II - X/ zweispaltig). Halblederband wohl des 17.Jahrhunderts mit handschriftlichem Titel und Jahreszahl; gesprenkelter Buchschnitt.. Basler Inkunabel mit beinahe blattgroßem Titelholzschnitt, den Kirchenlehrer Ambrosius (um 339 - 397) zeigend, wie er in seiner Studierstube an einem Pult steht und schreibt. - GW II, 1599; Hain I, 896; Lonchamp I,74; Heckethorn, S. 39 (mit Angaben über die Verwendung der Typen). - Für die Angaben zum Drucker: Heckethorn, S. 27 ff; Geldner I, 118f.; Voullieme S. 25; Dt. Buchdrucker des XV. Jhdts., Harrassowitz Vlg., S. 80. - Für die Angaben zum Titelholzschnitt: Meder, Dürer Katalog, S. 18 und Kat.-Nr. 220; Hieronymus, Oberrheinische Buchillustration, S. 50; Schramm XXI, S. 15f. u. Illustr.-Nr. 600. - Für die Angaben zu den Wasserzeichen: Piccard, Gerhard. Die Wasserzeichenkartei Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. - Die hier vorliegenden Schriften des Ambrosius, der Bischof von Mailand war, stammen aus der dreiteiligen und zugleich ersten Gesamtausgabe seiner Werke. Vom ersten Teil liegt nur der Anfang vor. Neben dem Titelholzschnitt, dem Inhaltsverzeichnis des Gesamtwerkes, einer Beigabe von Johannes de Lapide und der Auflistung der genauen Kapiteleinteilung des ersten Teiles sind dies Ambrosius "Schriften über die Pflichten". Ihre Bedeutung ist groß, da Ambrosius mit den 'Libri de officiis' eine "zusammenfassende Sonderdarstellung der christlichen Ethik" versuchte, "die bis Thomas von Aquin der einzige Versuch blieb" (Buchberger I, 430). Der dritte Teil liegt vollständig - wenn auch in irriger Reihenfolge - vor. Hier leitet ein Zwischentitel Ambrosius moralisch-asketische Schriften über die Jungfräulichkeit ein (Kapitel XI - XVIII). Es folgt der eigentliche Anfang des dritten Teils mit Inhaltsverzeichnis aller Kapitel. Folgerichtig schließt sich das Kapitel I - das Buch der Briefe - an. Die Briefe gelten als "eine wichtige Quelle für die Geschichte seiner Zeit" (Buchberger a.a.O.) Wieder wird nun von der eigentlichen Reihenfolge abgewichen: Nach den Briefen folgt das Abschlußkapitel mit den Predigten des Ambrosius, erneut eingeleitet durch einen Zwischentitel. Am Ende der Predigten finden sich die Angaben über Verleger, Druckort und Erscheinungsjahr. Ein Verzeichnis der Predigten beendet das XIX. und damit das eigentliche Schlußkapitel des Werkes. Der Fehlbindung geschuldet folgen nun die noch fehlenden Kapitel II bis X mit den eher dogmatisch ausgerichteten Schriften über Treue, Spiritualität und die Mysterien, "die gegen die Häresien der Zeit gerichtet" waren (Buchberger I, 429). Trotz der irrigen Reihenfolge der Schriften bleibt das Werk des Ambrosius in der vorliegenden Form übersichtlich und gut nachvollziehbar und stellt eine interessante Zusammenstellung der wichtigsten Arbeiten dar. - Johann von Amerbach (? - 1513) gehört neben Johann Froben und Michael Wenssler zu den großen Druckern Basels im 15. Jahrhundert (so Duff S.58). Seine ganz frühen Lebensjahre sind weniger gut erforscht: Wohl in Amorbach im Odenwald geboren, studierte er später als Schüler des Johannes de Lapide an der Sorbonne. Im Jahre 1477 ließ er sich in Basel nieder. Die Aufnahme seiner Druckertätigkeit wird für den gleichen Zeitraum angenommen. Die geschäftlichen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten und als Meister der Buchdruckerkunst stand er in regem Geschäftskontakt mit vielen Größen seiner Zeit, beispielsweise mit dem Nürnberger Anton Koberger. Als Gelehrter war er bestrebt, den Büchern seiner Druckerei wissenschaftlich einwandfreie Texte zugrunde zu legen. Ferdinand Geldner beurteilt sei Wirken folgendermaßen: "Durch ihn wurden die engen Bande zwischen Buchdruck und Humanismus geknüpft, die das besondere Ruhmesblatt Basels im späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts bilden. Sein Druck- und Verlagsprogramm entsprach den Zielen humanistischer Geistesrichtung" (Geldner a.a.O.). Noch eine andere für den Inkunabeldruck wichtige Tatsache heben seine Biographen hervor: "er besaß ein halbes Dutzend Antiqua-Schriften (für den Druck der Humanisten und Kirchenväter) und hat sehr viel dazu beigetragen, daß die Antiqua in Deutschland heimisch wurde" (Geldner a.a.O.; siehe auch Haebler, Typenrepertorium der Wiegendrucke I, S.19f.). - Johann de Lapide (um 1430 - 1496) wird als Herausgeber der vorliegenden Ausgabe angesehen (siehe Hieronymus, S.50). Bevor er sich 1484 in Basel als Kartäusermönch niederließ, wirkte er u.a. als Rektor der Pariser Universität und veranlaßte den ersten Buchdruck in Paris. Seine Bibliothek war sehr umfangreich: Johann von Amerbach diente sie vielfach als Quelle für die von ihm gedruckten humanistischen Werke. - Die vorliegende Inkunabel hat noch eine weitere Besonderheit: der große Holzschnitt zu Beginn des ersten Teiles. Unstrittig ist, daß diese Form der Illustration als "Vorläufer des Titelblattes" angesehen wird, "es handelte sich [...] um einen der Versuche, den Anfang eines Buches unterscheidend kenntlich zu machen und das erste Blatt so auszuzeichnen, daß der Käufer an dem Werk Gefallen finden sollte" (Schramm XXI, S.15). Der Schöpfer des vorliegenden Titelholzschnittes wird allerdings kontrovers diskutiert: Meder (a.a.O.) ist der Auffassung, daß Albrecht Dürer als dieser anzusehen ist; er verweist auf Dürers Aufenthalt in Basel während der Jahre 1492/93 und widerspricht der "radikalen Annahme, das Dürer während jener Zeit nur den Hieronymus (erschienen am 8.August 1492) [als Titelblatt der "Epistolae Sancti Hieronymi" aus der Druckerei von Nikolaus Kessler] gezeichnet, vielleicht auch geschnitten habe" und versucht dies u.a. mit Dürers Rastlosigkeit in seinem künstlerischen Schaffen zu begründen. In neuerer Zeit wird dem widersprochen und auf die Forschungen von Frank Hieronymus verwiesen: Dieser bezeichnet den vorliegenden Titelholzschnitt als den "bedeutenste[n] der einheimischen Basler Titelholzschnitte, in der Raumgestaltung wohl schon durch den im selben Jahr von Kessler gedruckten Hieronymus Dürers angeregt, doch fehlt im vollständig dessen Körperhaftigkeit." Er kommt zu dem Schluß, daß der Holzschnitt dem Meister des Haintz Narr zugeschrieben werden muß und begründet dies mit der für den Künstler "typischen dekorativen Flächenhaftigkeit der Schraffen". - Wie für Inkunabeln typisch sind die Initialen handgemalt und der Text durchwegs rubriziert, beides in Rot und Blau. - Die Deckel des Einbandes sind mit Missale-Fragmenten des 15.Jahrhunderts überzogen. - Bei manchen Papierbögen ist ein Ochsenkopf mit einkonturiger Stange mit zweikonturigem Kreuz als Wasserzeichen festzustellen, das zwischen zwei Binddrähten auf der Schöpfform befestigt gewesen sein muß. Nach Picard handelt es sich um das Ochsenkopfmotiv 234/ Abteilung X/ Band II,2: als Zeitraum der Datierungsbelege werden die Jahre 1492 bis 1494 angegeben; als Ausstellungsort der Datierungsbelege die Stadt Basel und Freiburg im Breisgau. Ein weiteres Wasserzeichen ist zu finden: der "Dreiberg". Vorliegend sind folgende Besonderheiten festzustellen, die eine Einordnung möglich machen: die Kuppeln sind ohne Zwischenraum (dies ist eher selten) und das mittig aufragende Kreuz ist doppelkonturig. Auch hier ist das Wasserzeichen zwischen zwei Binddrähten sichtbar; der Abstand der Binddrähte beträgt 35mm. Nach Picard handelt es sich um das Dreibergmotiv 1813/ Abteilung VII/ Band XVI, 2: als Datierungsbelege werden die Stadt Basel und das Jahr 1492 angegeben. Die Verwendung von Papieren verschiedener Papiermühlen ist bei Inkunabeln nichts Ungewöhnliches. - Fleckig; Hinterdeckel mit vereinzelten Wurmspuren; Ecken teils stärker bestoßen. Angeklebter Spiegel mit altem Exlibris und altem handschriftlichem Vermerk "Duplum"; Titelholzschnitt mit altem Besitzvermerk; vereinzelt kleinere Randausrisse; ein kleinerer Wurmgang außerhalb des Textes.
      [Bookseller: Antiquariat Peter Terrahe & Angelika Osw]
Last Found On: 2014-05-02           Check availability:      ZVAB    

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