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Handschriftlicher Brief vom 9. September 1930
Kiechlingsbergen xxx 1930. Nachfolgend die Übertragung des Briefes vom 9. 9. 1930: Lieber Herr Hemmerich, Ihr Brief nebst Anlagen trifft mich noch auf dem Lande. Doch fahre ich dieser Tage zurück und bitte Sie mich Anf. nächster Woche vormittags vor 10 anzurufen (tel. 52297). Ich freue mich auf Ihr Buch das ich selbstverständlich subskribiere, will Ihnen auch gern mit meinem Rate beistehen. Auch bitte ich Sie im Voraus zu bedenken wie schwer es heute ist litterarische Erzeugnisse ganz hohen Wertes einzuführen und daran zu denken was ich Ihnen vor einiger Zeit über meine eignen ganz allein und ohne Hilfe auszufechtenden Kämpfe schrieb. Ich freue mich aufs Wiedersehen sehr und denke daß ein Gespräch alles sicher klären wird. In herzlicher Erinnerung Ihr Wolfskehl. Der Brief (DIN A4) mit originalem Umschlag (15,5 x 12,5 cm) Marke und Stempel wurde am 10.9.1930 in Emmendingen aufgegeben. Karl Georg Hemmerich (1892 - 1979) vermerkte mit Rotstift auf der Briefvorderseite "Wolfskehl" und weiter unten "10.9.30". Rückseitig gibt es keine Angabe zum Absender. Bei dem von Wolfskehl erwähnten Buch handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Karl Georg Hemmerichs Schrift "Das ist der Mensch", welche 1936 im Bernhard Krohn Verlag, Badenweiler und Leipzig, erschien. Noch im gleichen Jahr wurde die gesamte Auflage von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vernichtet. Bis heute sind nur 2 Exemplare erhalten, die Hemmerich, als er schon früh, nämlich 1928, in Schweiz emigrierte, retten konnte. Hemmerich war Maler, Schriftsteller und Komponist und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1979 in der Schweiz. Erst 2006 kam es zu einer Erstausstellung seiner Werke. Seine bedeutenden Radierzyklen zu E.T.A. Hoffmann waren allerdings schon vorher z.T. bekannt und sind von Elke Riemer, die ein Standardwerk über die Illustratoren von E.T.A. Hoffmann schuf ( E.T.A. Hoffmann und seine Illustratoren, Gerstenberg Verlag 1976) als genial gewürdigt worden, ohne dass man Näheres über seine Person gewusst hätte. Mittlerweile gibt es u.a. bei Wikipedia einen ausführlichen Beitrag über Leben und Werk Karl Georg Hemmerichs sowie einige Neuerscheinungen (z.B.: Lambrecht, Wolfram / Noll, Thomas: Die graphischen Zyklen von Karl Georg Hemmerich zu E.T.A. Hoffmann und zur Passion, Eigenverlag, Steinebach an der Wied 2008). Wolfskehl wurde als Sohn einer jüdischen Patrizier-Familie, die ihre Wurzeln bis in die Zeiten Karls des Großen zurückverfolgen konnte, in Darmstadt geboren, sein Vater war der angesehene Rechtsanwalt, Bankier und Landtagsabgeordnete Otto Wolfskehl (1841-1907). Karl Wolfskehl wuchs in liberaler Atmosphäre in Darmstadt auf und studierte Altgermanistik, Religionsgeschichte und Archäologie in Gießen, Leipzig und Berlin.Nach seinem Studium verbrachte Wolfskehl große Teile seines Lebens in München und Florenz.Er war aktiv im Münchner Kreis um Stefan George, mit dem er von 1892 bis 1919 die Zeitschrift "Blätter für die Kunst" und 1901 bis 1903 die Sammlung "Deutsche Dichtung" herausgab. Der George-Kreis traf sich regelmäßig in Wolfskehls Haus in Schwabing. Auch die "Kosmiker" wurden als "Männerrunde mit Gräfin" von Wolfskehl um 1900 mit Alfred Schuler, Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Ludwig Klages unter Einbeziehung der Schwabinger Gräfin Franziska zu Reventlow begründet. Wolfskehl emigrierte wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in die Schweiz, von dort 1934 weiter nach Italien, und schließlich 1938, zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Margot Ruben (1908-1980), nach Neuseeland, wo er 1948 starb. Zu seinen Freunden hielt er in Hunderten Briefen Kontakt, die er später wegen einer teilweisen Erblindung diktieren musste (Wikipedia).; Jahr: 1930; Format: Oktav; Anzahl der Seiten: 2; Auflage: ; Zustand: 2 (guter Erhaltungszustand) 2 S. Zustand:2 Format:Oktav guter Erhaltungszustand.
      [Bookseller: Antiquariat Immanuel]
Last Found On: 2014-03-24           Check availability:      ZVAB    

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