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Dissertatio inauguralis chymico-medica de Cortice Caryophylloide Amboiensi vulgo Culilawan dicto quam consensu gratiosae facultatis medicae praeside Io. Friderico Cartheuser [...] pro gradu doctoris rite atque legitime obtinendo die V. Maii MDCCLIII. [...] publice defendet
Unter Rückenfalz geheftet.. Quart. XXXXIV S., mit sieben (verschiedenen) Holzschnittvignetten, davon eine bezeichnet I. G. Unger, sc. Berolini. Titelblatt mit alter, handschriftlicher Nummerierung im oberen rechten Rand. Durchgehend etwas gebräunt. Die letzten 3 Blatt enthalten Lobpreisungen des Promoventen von Paul Ernst Jablonski (1693-1757), Johann Gottlieb von Hackemann (1710 [1714?]-1784) und Karl August von Bergen (1704-1759). Erste Ausgabe. — Nicht bei Ferchl. — Poggendorff (I, 385) erwähnt diese Schrift nicht. — Sehr selten. Gewürznelken gehörten ob ihrer pharmazeutischen und kulinarischen Anwendbarkeit schon vor dem 18. Jahrhundert zu den gefragtesten Gewürzen überhaupt. Doch nicht die hohe Nachfrage allein, auch die stark eingeschränkte Verfügbarkeit trieb den Preis in die Höhe: Während Gewürznelken heute vor allem auf Sansibar angebaut werden, so sind sie doch ursprünglich nur auf zwei kleinen Inseln der Molukken, Ternate und Tidore, heimisch. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurden beide Inseln von Holland kontrolliert, der Handel mit Gewürznelken ausschließlich von der Holländischen Kompagnie abgewickelt. Der leichteren Beherrschbarkeit halber — die Inseln waren strategisch ungünstig gelegen und schon seit langem zwischen Holland und Portugal umstritten — verlagerte man den Anbau nach Ambon. Das Monopol der Holländer wurde mehrfach versucht zu brechen, aber erst 1766 gelang es einem Franzosen — die Ironie der Geschichte will es, daß sein Name Pierre Poivre lautete — Samen und Setzlinge von den Molukken zu schmuggeln und diese auf Reunion bzw. Mauritius anzupflanzen, was ihm nach einigen Fehlschlägen auch gelang. Die Aussicht auf lukrative Geschäfte beflügelte so auch die Suche nach Surrogaten, nicht zuletzt bei den Holländern selbst. Krünitz weiß über das in der vorliegenden Schrift untersuchte Ersatzgewürz Coulilawan folgendes zu berichten: Coulilawan, Culilavan, Culilaban, heißt die aromatische Rinde eines Baumes, der auf den moluckischen Inseln wächst. Sie riecht wie Zimmet und Nelken, und ist izt als eine neue Art Gewürz in Holland Mode. Die holländischen Droguisten verkaufen dieselbe das Pfund für ungefähr 40 Stüver. Diese Rinde ist dick und compact; auswendig braun, inwendig aber von hellerer Farbe; sie läßt sich sehr leicht pulverisiren, und alsdenn erst verbreitet sie einen starken und sehr angenehmen Geruch. Die Indianer brauchen ihrer viel zu ihrem Bobori, welches eine Sorte von gewürzhaftem Brey ist, womit sie sich den Leib einsalben, um sowohl gut zu riechen, als sich auch für den Schmerzen zu verwahren, oder davon zu heilen, die ihnen von den kühlen Nächten zustoßen, wenn sie etwa unter freyen Himmel schlafen müssen. Sie bedienen sich derselben auch bisweilen zu ihren Speisen, und in den Getränken, statt einer Arzeney. Die holländischen Apotheker brauchen sie manchmal in ihren Compositionen, statt der Cassia lignea. In dem chymischen Laboratorio, welches in Amboina zum Dienst der holländischen Compagnie angelegt ist, zieht man aus dieser Rinde, durch die Destillation, ein durchdringendes und wie Nelken riechendes Oehl ab, welches, auf Befehl gedachter Compagnie, zur Handlung der Droguisten, nach Holland gebracht wird. Es wird auch sogar in ganz Holland, unter dem Namen des Nelkenöhls, wiewohl in sehr wohlfeilerm Preise, vertrieben, immaßen das Pfund davon nur 12 bis 13 Gulden kostet, dahingegen das wahre Nelkenöhl eben soviel als das Zimmtöhl gilt, wovon die Unze daselbst zu 12 bis 13 Gulden verkaufet wird. Die Privatpersonen auf den moluckischen Inseln haben nicht die Freyheit, dieses Oehl abzuziehen, obgleich die Coulilawanrinde daselbst sehr gemein ist. Den Nutzen dieses Oehls, und den botanischen Character des Baums, welcher diese Rinde trägt, wird Hr. D. Martini in seinem Naturlexikon angeben. (Krünitz, Bd. 8, S. 407f). — F. A. Cartheuser, Sohn des Pharmakologen, Chemikers und Arztes Johann Friedrich Cartheuser wurde in Halle a.d.S. geboren und übernahm nach seiner Promotion den Lehrstuhl für Mineralogie, Botanik und Chemie der Viadrina (1754 bis 1766). Im Anschluß ging er ins Nassauische, wo er auf den Giessener Lehrstuhl für Naturgeschichte berufen worden war. Er bekleidete später die Ämter des Bergrathes zu Darmstadt sowie eines Nassauischen Geheimrathes. Die Themenwahl seiner vorliegenden Dissertation stand wohl noch unter dem Einfluß des Vaters, sie ist in den einschlägigen Bibliographien nicht nachweisbar.
      [Bookseller: Antiquariat Stefan Wulf]
Last Found On: 2013-07-26           Check availability:      Biblio    

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