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Umfangreicher eigenhändiger Nachlass von über 60 Briefen und 88 postalisch gelaufenen Postkarten an die eigene Familie und besonders an die Nichte Käthe Uphues in Sassenberg. Bis auf wenige Ausnahme mit der Signatur des Künstlers als Joseph oder JUphues. Der westfälische Bildhauer wurde 1882 Meisterschüler von Reinhold Begas, für den er auch von 1885 bis 1891 als Gehilfe im Privatatelier arbeitete. Ab 1892 machte er sich selbstständig. 1899 erhielt er den Titel Professor und wurde Mitglied der Berliner Secession. Um die Jahrhundertwende zählte er zu den erfolgreichsten Bildhauern Deutschlands mit Aufträgen in Berlin, Wiesbaden, Potsdam usw. Seine guten Beziehungen zum deutsche Kaiserhaus waren für seine Karriere förderlich. In der vorliegenden Korrespondenz findet sich sowohl der Künstler als auch der Familienmensch Joseph Uphues und so stellt diese Sammlung nicht nur eine kunstgeschichtlich und historisch einmalige Fundgrube dar, sondern ist ein Zeitdokument besonderen Ranges.
unterschiedliche Größen. Ein- bis vierseitige Briefe auf unterschiedlichen Papieren in Klarsichthüllen in Ordner. Teils farbige, teils lithographische Postkarten mit hauptsächlich topographischen Ansichten. Ganz überwiegend in tadelloser Erhaltung. Aus Düren schreibt Uphues wohl 1891 an "Mein liebes Mütterchen! Seit 8 Tagen bin ich schon hier in Düren um das Bismarck Denkmal aufzustellen welches heute in 8 Tagen um 12 Uhr enthüllt werden soll. (...) Ich wohne bei Herren Philipp Schoeller in einem Schloß (...) Die Leute die mindestens 50fache Millionäre sind tragen mich förmlich auf Händen ..." Im Nachsatz dieses Briefes schreibt Uphues "Meine neue Adresse ist: Berlin Wilmersdorf Pfalzburger Str. 86." Diese Aussage korrigiert das in der Dissertation von Brigitte Kaul: 'Joseph Uphues. Ein Bildhauer im wilhelminischen Zeitalter und sein Werk' angegebene Umzugsdatum von 1894. Ebenfalls aus Düren schreibt U. am 15.5.1900: "Erst hatte ich drei Wochen eine Familie aus Düren in Berlin von denen ich die Büsten zu machen habe, dann kamen Schoellers 14 Tage nach Berlin (...) und mußte dann mit Schoellers von Berlin nach hier fahren um einige Sachen auszustellen. (...) Nun ist auch noch das Dumme, daß ich bei meiner Rückreise nicht kommen kann, da ich schon am 16. nach Wiesbaden muss wo ich eingeladen bin die Festspiele in Gegenwart des Kaisers bei zu wohnen die bis zum 23. Mai dauern." Zwei Jahre später aus Berlin: "Ihr glaubt nicht wie ich an allen Ecken und Kanten angebettelt und angepumpt werde. (...) Es sind eben sehr schlechte Zeiten und die meisten Bildhauer hier haben nichts zu thun da muß man schon seinem Schöpfer danken daß man Arbeit hat und muß auch etwas opfern". Aus "Nordernei" schreibt U. am 31.7.1903: "Ende August gehen wir auf drei Wochen nach Paris wo ich etwas zu thun habe." Am 31.3.1904 aus Berlin: "Ich weiß nicht ob ich euch geschrieben habe, daß am 1. Oktober die Enthüllung von meinem Friedrich dem Großen in Amerika stattfinden soll. Anfangs Mai wenn der Kaiser zurückkommt wird es festgestellt werden ob und wann ich hingehe. (...) da am 1. Mai in Wiesbaden die Festspiele sind wohin ich jedenfalls wenigstens zum ersten Tag hingehen werde und dort auch den Kaiser sehe, vielleicht kann ich dann die Sache mit ihm besprechen." Am 28.8.1904 trifft Uphues ein schwerer Schicksalsschlag: "...als ich zwei Tage hier war bekam ich ein Telegramm daß Herr Schoeller an Lungenlähmung plötzlich gestorben sei. (...) Es ist für uns nach allen Richtungen hin der größte Verlust der uns treffen konnte. Hätte er noch einige Jahre gelebt dann wäre ich von allen Sorgen befreit gewesen." Am 4.3.1905 aus Berlin: "Ich bin jetzt an drei Stellen mit aufbauen der Denkmäler beschäftigt, das große Kaiser Friedrich Denkmal für Charlottenburg das große Moltke Denkmal am Königsplatz und das Schiller Denkmal in Wiesbaden." Am 4.5.1905 aus Berlin: "Die Friedrich Enthüllung in Charlottenburg dürfte gegen den 30. Mai sein. Der Kaiser bestimmt den Tag noch. (...) Morgen abend, Freitag fahren wir nach Wiesbaden zur Schiller Enthüllung." Sehr interessant ist auch die folgende bisher nicht beschriebene Verbindung: "Wir waren heute vor 8 Tagen in Neu-Kaliss beim Geheimrath Bausch ..." Im Februar 1908 macht die Familie Uphues eine Ägyptenreise. Davon zeugen besonders drei ausführliche Briefe auf dem Briefpapier der Nile Company: "Dann sind wir nach Kairo gefahren, das stellenweise unvergleichlich schön und großartig ist aber auch eben so unvergleichlich verkommen und gräßlich." Am 28.8.1909 berichtet U. von folgendem Ereignis: "Am Sonnabend ist hier der große Zeppelin Tag und wird ganz Berlin auf Stützen stehen. Da wir um die selbe Zeit durch Bitterfeld fahren wenn der Zeppelin dort abfährt so ist es nicht ausgeschlossen, daß wir ihn schon auf der Fahrt nach Berlin sehen können, da der Ballon den selben Weg nehmen muß. Um 5 Uhr sind wir in Berlin und um 5 Uhr hat Zeppelin sich beim Kaiser in Berlin angemeldet." 60 Briefen liegt eine vollständige Deskribierung bei. Die 88 Postkarten sind alle mit Briefmarke gelaufen, nicht deskribiert und teilweise schwierig zu entziffern. Weiterhin beiliegend einige Briefumschläge mit ausgeschnittenen Briefmarken, ein Foto des Grabmals von Joseph Uphues sowie die Dissertation von Brigitte Kaul.
      [Bookseller: bebuquin]
Last Found On: 2018-01-09           Check availability:      booklooker.de    

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