viaLibri Requires Cookies CLICK HERE TO HIDE THIS NOTICE

Recently found by viaLibri....

Das Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. De arte venandi cum avibus.
- Ms Pal. Lat. 1071. 13. Jahrhundert. Süditalien um 1260. Das charakteristische Tierbuch des Mittelalters war das Bestiarium. Die frühen, aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts überlieferten Handschriften umfaßten, den vorgegebenen Physiologus-Motiven entsprechend, etwa 40-50 Bilder, meist Federzeichnungen. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Motive hinzu und die Tendenz der Physiologus-Tradition, allen vorgestellten Objekten eine christlich-moralisierende Deutung beizugeben, nahm mit zunehmendem naturkundlichen Interesse ab, was sich auch in den Texten zeigt. So vereinte das Bestiarium Fabel- und Mischwesen, die vor allem alter Überlieferung und der ausmalenden Phantasie ihrer Interpreten entsprangen, sowie reale Objekte, bis das Bestiarium langsam verschwand, weil sich eine Verweltlichung seiner Themen ergab und die wachsende Bevorzugung einer Trennung von wissenschaftlich begründetem und theologisch abgeleitetem Wissen Enzyklopädien und Spezialliteratur zu Tieren, meist Jagdbücher, entstehen ließen, Entwicklungen, die dem beliebten Buchtypus gleichsam den Boden entzogen. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann die Handschriftenproduktion der Bestiarien nachzulassen. Der um 1240 entstandene »Codex De arte vevandi cum avibus«, eine Anleitung zur Aufzucht, Abrichtung und Verwendung von Jagdfalken sowie vogelkundliches Lehrbuch mit zahlreichen, naturnahen Vogelzeichnungen, erfüllt das besonders in Adelskreisen artikulierte Interesse an spezialisierter Betrachtung und naturgetreuer Abbildung auf noch heute naturwissenschaftlich- experimentell bedeutsame Weise. Mit bis dahin nahezu unbekannter Präzision und Naturtreue der Abbildungen verlieh der Autor, der sich in der Einleitung des Werkes als Kaiser Friedrich II. zu erkennen gibt, seinen Aussagen Seriosität und Anwendbarkeit. Friedrich II., deutscher König, seit 1220 Kaiser, galt schon zu Lebzeiten als »stupor mundi«, als Herrscher, »der die Welt in Erstaunen versetzt«. Am Hofe des Kaisers in Palermo, später auch Foggia, entfaltete sich ein glanzvolles und vielseitiges kulturelles Leben. Friedrich II. besaß umfangreiche wissenschaftliche Kenntnisse und interessierte sich nicht nur für Philosophie und Theologie, sondern darüber hinaus für exakte Wissenschaften wie Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie und auch Zoologie. Sein Buch über die Falkenjagd gründet in eigener, über 30 Jahre sich erstreckender Beobachtung von Beize und Vogelwelt. Die wissenschaftliche Genauigkeit und der hohe Informationsgehalt seiner Gedanken und der zugehörigen Illustrationen von wenigstens 500 Vögeln aus etwa 80 verschiedenen Arten beruht auf akribischer Analyse von Quellen und dem Forscherdrang eines begeisterten Falkners. Die Jagd mit Falken läßt sich bis in die vorchristliche Zeit zurückverfolgen. Falken genossen im alten Ägypten göttliche Verehrung. Horas, der Königsgott, Soker, der Totengott, oder Month, der Kriegsgott, erfuhren falkenköpfige Darstellung. Die Auseinandersetzung mit arabischer Kultur im Kontext der Kreuzzüge gab der Falknerei neue Impulse. Friedrich II. kannte das antike und arabische Wissen und verband es mit eigener Erfahrung. Er beherrschte die langwierige Abrichtung des Beizvogels und lernte durch die Berufung von Falknern aus aller Welt an seinen Hof weiter hinzu. Während des fünften Kreuzzuges 1228/29, auf dem er die kampflose Rückgabe Jerusalems an die Christen erreichte und sich selbst zum König von Jerusalem krönte, beobachtete der Enkel Friedrich Barbarossas und letzte Stauferkaiser bei arabischen Falknern den Gebrauch der Falkenhaube und begriff sofort die herausragende Bedeutung seiner Beobachtung für die Jagd und das Befinden der Vögel, denen das Zunähen der Augenlider in Zukunft erspart bleiben würde. Der nur mit einer Haube bedeckte Vogel kann vor dem Auswerfen auf das Wild abgehaubt werden und kehrt nach der Jagd, angelockt durch ein Fleischstück, das Zieget, auf die Faust seines Besitzers zurück. Friedrichs eigenes, um 1240 entstandenes Falkenbuc [Attributes: Hard Cover]
      [Bookseller: Frölich und Kaufmann]
Last Found On: 2017-02-28           Check availability:      IberLibro    

LINK TO THIS PAGE: www.vialibri.net/years/items/1360366/9999-biblioteca-apostolica-vaticana-rom-das-falkenbuch-kaiser-friedrichs-ii-de

Browse more rare books from the year 9999


      Home     Wants Manager     Library Search     561 Years   Links     Contact      Search Help      Terms of Service     


Copyright © 2017 viaLibri™ Limited. All rights reserved.