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Wir wollen alles. 1973-1975. Alle 27 Ausgaben + alle Sondernummern - Komplett, mehr Ausgaben sind nicht erschienen
Wir wollen alles. Redaktion: Gisela Erler (verantwortlich) Achim Bergmann (verantwortlich. Nr.26-27) Thomas Schmid. Verlag: Politladen Erlangen. Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1973) - Jg.3 (1975), Nr.27. Erscheinungsverlauf: - Jg.[1] (1973), Nr.1 (12.3.), 2 (19.3.), 3 (Apr.), 4 (Mai), 5 (Jun.), 6 (27.Jul.), 7/8 (Aug./Sep.), 9 (Okt.), 10 (Nov.), 11 (Dez.) und Sonderummer (Nov.) - Jg.[2] (1974), Nr.12 (Jan.), 13/14 (Feb./März), 15 (Apr.), 16, 17, 18, 19 (Aug.), 20 (Sep.), 21 (Okt.), 22 (Nov.), 23 (Dez.) und Sondernummer Wir wollen alles Häuserratszeitung (undatiert, 31.Mai/1. Juni 1974.) - Jg.[3] (1975), Nr.24 (Jan.), 25 (Feb.), 26 (März), 27 (Jun.) ENDE! Erscheinungsweise: monatlich. Preis: 0,50 DM 2,- DM. Typographie: Offset. Format: DIN A3. Beilagen: Sonderbeilage zu den Prozessen gegen Astrid Proll und Marianne Herzog (in Nr.7/8) Ein Jahr Militärdiktatur und Widerstand in Chile (in Nr.19). Der Ausgabe 23-1974 liegt ein Din-A-3-Einleger bei, auf dem gleichen Papier gedruckt wie die Zeitung und einer Farbgebung, wie sie in WWA-Ausgaben verwendet wird, aber mit leicht veränderter Typographie. Titel: "Solidarität und Lernprozess. Die Erschießung des Richters Drenkmann ist ein Teil der Solidarität mit dem Hungerstreik der RAF!" Darin heisst es u.a.: "Wir weinen dem toten Drenkmann keine Träne nach. Wir freuen uns über seine Erschießung." Die Beilage stammt von Mitte November und ist ohne Impressum. In einer Anmerkung ist zu lesen: "Wir fordern alle revolutionären Genossen innerhalb und außerhalb der Organisationen auf, dieses Papier zu diskutieren, es zu verbreiten, es nachzudrucken!" Genannt wird ausdrücklich "Wir wollen alles". Die Zeitung möge "diese Stellungnahme ungekürzt und unzensiert abdrucken". Dem kam WWA offenbar nach, aber wohl aus presserechtlichen Gründen erschien der RAF-Text nur als Beilage. Sie war nicht in der Gesamtauflage enthalten oder sie wurde von manchen Verkäufern entfernt, denn in einem weiteren Exemplar der Zeitung in meiner Kollektion fehlt dieser Einleger. Gut erhaltene Exemplare, keine Besitzvermerke, nicht gelocht. In einer Ausgabe fand ich beim Blättern einige wenige Anstreichungen in einem Artikel und auf einer Titelseite eine Notiz. Ich will nicht 100%ig ausschließen, dass es in einer anderenen Ausgabe Anstreichungen gibt, aber sie dürften nicht aggressiv sein, weil sie mir sonst aufgefallen wären. Das Papier ist altersbedingt gelegentlich am Beschnitt leicht gebräunt und wirkt unfrisch. Nichtraucherhaushalt. Das Bild hier auf der Site ist ein Originalbild meines Angebotes. Die treibende Kraft bei dieser Publikation war die Gruppe "Revolutionärer Kampf", Frankfurt/Main (mehr siehe unten) Zum Hintergrund: Anfang der 1970er Jahre bildeten sich aus dem linksradikalen spontaneistischen Lager in verschiedenen Orten (Köln, Frankfurt a. M., München, Hamburg, Bremen) sogenannte Betriebsprojektgruppen, die sich in Abgrenzung zu den ML-Gruppierungen an den Methoden des italienischen Operaismus orientierten. Dabei wurde die Arbeiterklasse, im Unterschied zur Avantgarde-Theorie des Marxismus-Leninismus, als revolutionäres Subjekt wieder aufgewertet. Durch die politische Intervention in den Betrieben sollte das praktische Eingreifen mit einem Erkennen des tatsächlichen Bewusstseins der Arbeiter(klasse) verbunden werden. "Wir wollen alles" wurde als gemeinsame Zeitschrift dieser Gruppen herausgegeben, wobei der tragende Konsens von der Münchener Gruppe "Arbeitersache" im Januar 1973 wie folgt charakterisiert wurde: "Arbeiterautonomie, Primat der Praxis und der Betriebsarbeit, radikale Gewerkschaftskritik, Einbeziehung der Ausländer in den nationalen Klassenkampf, praktische Bezugnahme auf den proletarischen Lebenszusammenhang." Weiter heißt es in einer Selbstdarstellung: "Diese Zeitung ist ein Kampfblatt. Ein Blatt für alle, die am dauernden Klassenkampf beteiligt sind. Ein Ausdruck des täglichen Kleinkriegs der Unterdrückten gegen die Unterdrücker. Ein Ausdruck der Diskussion darüber. Ein Ausdruck unserer Arbeit, unserer Fehler." Unter der Überschrift "Anders machen!" wurden in Nr.27 ausführlich die Gründe und Hintergründe für die Einstellung der Zeitschrift dargestellt. Dazu heißt es: "wir begannen in der Diskussion zu begreifen, dass wir einem Anspruch nachgelaufen waren, der [...] nicht mehr zu realisieren ist". Mitarbeitende Gruppen Arbeitersache, München Arbeiterkampf, Köln Revolutionärer Kampf, Frankfurt a. M. Lotta Continua, Frankfurt a. M. Proletarische Front, Hamburg und Bremen und Bochum Rote Fahne, Saarbrücken Klassenkampf, Zürich Quelle für diesen Textt: Dadaweb (mit Ergänzungen) Revolutionärer Kampf WIKIPEDIA Den Namen Revolutionärer Kampf (RK) gab sich eine aus der antiautoritären Studentenbewegung von 1968 hervorgegangene informelle politische Organisation in Frankfurt am Main, die sich zuvor Betriebsprojektgruppe, (BPG Frankfurt), genannt hatte. Es handelte sich um einen Zirkel sozialistischer Studenten, die eine Proletarische Revolution in Westeuropa für notwendig hielten und darauf hinarbeiten wollten. Nach dem Vorbild einiger operaistischer Gruppen aus Italien (zum Beispiel Potere operaio oder Lotta Continua) sollten in einem ersten Schritt politisch aktive Betriebsgruppen aus Studenten und Arbeitern in Fabriken gebildet werden. Damit grenzte sie sich von anderen Richtungen und Organisationen in der Nachfolge der Studentenbewegung ab, wie der KPD/AO, die in ihren Augen ohne jeden Kontakt zum Proletariat am Schreibtisch Lenin-Exegese und Marx-Philologie betrieben. Sie bildeten eine Betriebsgruppe bei den Opel-Werken in Rüsselsheim, die aber dort keinen nennenswerten Erfolg hatte, und sich nach einigen Jahren weitgehend auflöste. Der RK erweiterte seine politische Tätigkeit außerhalb der Fabriken, eine Frauengruppe bildete sich zu feministischen Themen, um die Betriebsarbeit bei Opel kümmerte sich ein Opel-Kollektiv. Ab 1973 arbeitete der RK maßgeblich an der überregionalen Sponti-Zeitung "Wir Wollen Alles" (WWA) mit, deren erstes großes Thema der Frankfurter Häuserkampf war. Bekannte Mitglieder des Revolutionären Kampfes waren der spätere Kabarettist Matthias Beltz, der mehrere Jahre bei Opel blieb und es bis zum Vertrauensmann brachte, der Gründer des Frankfurter Varieté-Theaters Tigerpalast Johnny Klinke, der Psychoanalytiker und Sexualwissenschaftler Reimut Reiche sowie die Politiker Tom Koenigs, Daniel Cohn-Bendit und Joschka Fischer, und der Publizist Thomas Schmid.
      [Bookseller: toulon]
Last Found On: 2016-12-19           Check availability:      booklooker.de    

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