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Eigenh. Brief mit U. Stuttgart, 2. VII. 1837.
1837. 2 SS. auf Doppelblatt mit eh. Adresse (Faltbrief). Siegel. Gr.-4to. Schöner, langer und launiger Brief an seinen Freund, den Grazer Regisseur (und späteren Direktor des Ständischen Theaters) Karl Remmark (1802-86): "'Das schwimmt ja ganz in einem Meer von Glück!' Nun, ich kann dabei nichts weiter thun, als neidisch hinblicken und seufzend gratuliren. Mein Wilhelm soll die Buchsholzdose besorgen. Das ewige Geschnupfe. Wenn Sie Buben machen, greifen Sie wohl auch rechts aus nach der Prise? Rosner wird, indem ich dies schreibe, (am 2ten July) schon in Gräz seyn; Ein Pfund wollte er, nach vielem Zugreden meinerseits, mitnehmen; hat er's gethan? Wohl bekomm's! - Welchen Titel sollen denn 'Die Royalisten' kriegen? 'Cromwell, oder: Der durch Liebe besänftigte Höllenhund.' Da würden sie doch hineingehen, nicht? 'Ludwig XI' geht um die Ecke. Das hab' ich mir gedacht. So oft ich an die k. k. Censurbehörde erinnert werde, empfinde ich einigen Trost, daß ich nicht nach Wien hab' gehen dürfen. Das ist ja 'n Elend! - Was werden wir nun für den elften L. herausbringen? Ich habe Herrn Pellet gleich geantwortet, und ihm 'Emilia Galotti' (Marinelli) vorgeschlagen; Schröder's 'unglückl. Ehe aus Delikatesse' (Graf Klingsberg), und Perin in D. Diana, die freilich sehr abgenutzt ist. Dummer Peter und Wiederholung vielleicht eines kleien Stückes? - Meine Rollen werden also seyn: 1) Clavigo - Karlos - u. Koch Vatel; 2) Jude Schewa; 3) Alter Klingsberg (v. Kotzebue); 4) Kromwell; 5) Skarabäus und Spitzkopf; 6) Franz (heißt die Canaille); 7) Bettler und König und Schauspieler; 8) --- (für Ludw. XI eine von den oben vorgeschlagenen Rathen Sie zum Besten, ich bitte!); 9) Shylock; 10) Rettung für Rettung; 11) Strelitzen (darin werde ich sehr gern spielen); 12) Polterer und Verschwiegene wider Willen (Kehraus!). Die nothwendigen Rollen und Bücher sende ich übermorgen an die Direkt, des Ständ. Th. in Gräz [...]." - Der aus Glatz gebürtige Seydelmann, ein Freund Karl von Holteis, begann 1816 seine Bühnenlaufbahn. Bereits 1819 hatte er in Graz gespielt; 1829 wurde er Mitglied des Stuttgarter Hoftheaters, wo er gleichzeitig Leiter der dramaturgischen Lehranstalt war. Von hier aus folgten Gastspielreisen in ganz Deutschland, dabei der realistischen Schauspielkunst zum Durchbruch verhelfend. Ab 1835 gastierte er regelmäßig in Berlin, wurde 1838 für das preußische Hoftheater engagiert und zum Hofschauspieler ernannt.
      [Bookseller: Antiquariat Inlibris]
Last Found On: 2016-11-18           Check availability:      maremagnum.com    

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