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ERD- UND HIMMELSGLOBUS: BLATT MIT HORIZONTRING UND VIER POLKAPPEN.
- Das vorliegende Blatt diente der Montage eines Erd- und eines Himmelsglobus und liefert einen Horizontring sowie vier Polkappen. Der achteckige Horizontring besteht aus mehreren konzentrischen Teilkreisen (Gradteilung, Zodiacus mit lateinischen Bezeichnungen, Kalenderring mit Monatsnamen, 32 Himmelsrichtungen). Die acht Zwickel des Horizontrings sind mit acht, die verschiedenen Wundrichtungen symbolisierenden Köpfen verziert. In seiner Mitte befinden sich vier Polkappen zum Ausschneiden und aufkleben auf einen vorbereiteten Rundkörper, dabei sind jeweils zwei Polkappen für einen Erd- und einen Himmelsglobus bestimmt. Die geschmackvolle Farbgebung der Einzelteile erhöht nicht nur den dekorativen Wert des Blattes, sondern dient auch der einfacheren Lesbarkeit der Information. Die Beschriftungen der einzelnen Messteile sind in deutscher und lateinischer Sprache gehalten. Das vorliegende Blatt ist sprachlich und stilistisch in das Zentrum der deutschen Globenproduktion, Nürnberg, und um 1800 zu datieren. Der bekannteste Globenhersteller am Ende des 18. Jahrhunderts war Johann Georg Klinger (1764-1806), der seine Offizin in den 1790er Jahren gründete. Klinger fertigte seine Globen in Zusammenarbeit mit Kupferstecher Johann Bernhard Bauer (1752-1839) und bot diese in verschiedenen Sprachen und Durchmessern an. Zunächst verbesserte Klinger die alten Globen des in Schwabach bei Nürnberg tätigen Globenherstellers Johann Philipp Andreae (ca. 1700- nach 1759). In den Jahren 1790 und 1792 brachte Klinger schließlich eigene Globenpaare heraus, die 1803 und 1805 neu aufgelegt wurden. Für seine Globen griff er u.a. auf die Ergebnisse des englischen Weltumseglers James Cook (1728-1779) und des französischen Astronomen Charles Messier (1730-1817) zurück. Die Firma Klingers wurde nach seinem Tod von seiner Witwe unter dem Namen J.G. Klinger’sche Kunsthandlung weitergeführt und im Jahr 1831 von dem Kupferstecher Johann Paul Dreykorn (1805-1875) übernommen. Carl Casimir Abel (1804-?) trat der Kunsthandlung 1852 bei. Unter dem aktualisierten Namen C. Abel Klinger Kunsthandlung operierte die Firma bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs. Johann Georg Klinger produzierte seine Globen für ein breites Publikum. Die hohe Nachfrage an Globen bzw. Globenpaaren war, neben einem allgemeinen Interesse, auch der Aufnahme von Geographie und Astronomie in das reguläre Schulcurriculum geschuldet. Erdgloben dienten als Lernobjekte sowie Anzeiger neuer Erkenntnisse über die Welt und ihrer Beschaffenheit in kompakter Form. Zu einem Erdglobus gehörte in der Regel auch immer ein passender Himmelsglobus. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm diese Praktik langsam ab, da der technische Fortschritt immer komplexere astronomische Informationen lieferte, die auf einem Globus schwer festzuhalten waren. Weiterhin machten immer messgenauer funktionierende Uhren den alltäglichen Gebrauch der Sterne zur Messung der Zeit weitestgehend obsolet. Im Kontext des breiten Interesses an Geographie und Astronomie ist auch eine Werbeanzeige Klingers von 1793 zu sehen, in der u.a. ein Atlas zur Bildung von Laien und Schulkindern angepriesen wirde, zu dem auf Wunsch auch ein Paar Globen hinzugekauft werden konnten: „Ein Atlaß für ganz Europa für Bürger und Landschulen in 15 Blättern mit gestochenen deutschen Lettern [ ]. Auch werden auf Verlangen zu obige Attlaß eine Erd= und eine Himmels: Kugel zu 4 Zoll in Durchmesser darzu verfertiget." (Kaiserlich privilegirter Reichs-Anzeiger Nr. 39, 14. August 1793, Sp. 323). Die hier von Klinger angepriesenen Miniatur-Globen (ca. 10 cm Durchmesser) dienten dem vereinfachten Studium der Geographie und Astronomie. Diese Globen, deren verschiedene Bestandteile auf Einzelblättern gedruckt wurden - wie dem hier vorliegenden fragmentarischen „Bausatz" – entsprechen etwa der in der Anzeige genannten Größe (der innere Durchmesser des Horizontrings beträgt ca. 13 cm) und dienten wohl einem ähnlichen Verwendungszweck. Literatur: Sumira, Silvia: Globes. 400 ye
      [Bookseller: Antiquariat Dasa Pahor]
Last Found On: 2015-11-27           Check availability:      ZVAB    

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