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Palingenesia Iuris Civilis. Iuris Consultorum reliquiae quae Iustiniani digestis continentur ceteraque Iuris Prudentiae Civilis fragmenta minora secundum Auctores et libros disposuit Otto Lenel.
Leipzig, Bernhard Tauchnitz, 1889.. 2 Bde. 4to. (I:) Tb., 3 Bll., Titelblatt, 1308 Spalten; (II:) Tb., 1264 Spalten. Neuere, schlichte rote Halbleinenbände (mit aufgebrachten Originalrückenbezügen).. Die Zeit von Kaiser Augustus bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts wird als klassische Jurisprudenz der Prinzipatszeit bezeichnet. In dieser Zeit erlebte das Ius Romanum jene Blütezeit, die dann wesentlich Eingang gefunden hat im Corpus iuris civilis. Das Ius Romanum, auch dessen Wissenschaft, ist im wesentlichen kasuistisch, auch seine Kommentare und Systeme sind kasuistisch. Diese Kasuistik, die keinesfalls spitzfindig oder formelhaft, sondern lebendig-praktisch sich uns bietet, ist intensiv bestrebt, den Reichtum und die Mannigfaltigkeit des wirklichen Lebens zu erfassen und zu beherrschen. Der römische Jurist nannte diese Kunst die "ars boni et aequi". Die Schriften dieser klassischen Juristen fanden breiten Eingang in die Digesten des Corpus iuris civilis, jedoch auseinandergerissen, verkürzt, teilweise verändert. Eine Darstellung der klassischen römische Jurisprudenz bietet die Palingenesia von Otto Lenel. Die Digesten bestehen bekanntlich großteils aus exzerpierten Klassikerstellen, die in bestimmter Ordnung in den einzelnen Titeln der Bücher angeordnet sind. Alle diese Exzerpte aus Klassikerschriften sind durch Herkunftsangaben in den Inskriptionen der Fragmente gekennzeichnet. Ein mechanisches Aneinanderreihen der in den Fragmenten angezeigten Inskriptionen müsste zu den wiederhergestellten Schriften der römischen Klassiker führen. Doch auch in die Inskriptionen haben sich beim Zusammenstellen der Digesten Fehler eingeschlichen. Beim Aufsuchen des ursprünglichen Zusammenhangs muß der Inhalt des einzureihenden Fragments ausschlaggebend sein. Dies musste kritisch geprüft sein. Die Feststellung der Materienfolge ist wohl die schwierigste und anspruchsvollste Arbeit, die Otto Lenel im Gegensatz zu den Vorversuchen, etwa der Palingenesia von Karl Ferdinand Hommel (1722-1781) geleistet hat. Hinzu kommt das Aufdecken Justinianischer Interpolationen. Diese philologischen Arbeiten sind nicht mehr steigerbar. Otto Lenel, der in der Pandektenwissenschaft ausgebildet wurde, ist keiner Schule zuzuordnen. In seinem Lebenswerk, die Wiederherstellung der Schriften der klassischen römischen Juristen, war er ein Pionier und hat dem Archetypus aller europäischen Rechtswissenschaft ein ewiges Denkmal errichtet. - NDB XIV,204f. (E. Bund); Kleinheyer-Schröder, 2.A., 1996. S. 493f. mit weiteren Literaturangaben.
      [Bookseller: Antiquariat + Verlag Klaus Breinlich]
Last Found On: 2014-12-15           Check availability:      ZVAB    

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