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'Memoire sur L'Armee prussienne, 1783'. Französische Handschrift in brauner Tinte auf festem Papier, Wasserzeichen 'D&C Blauw', Blattgröße 30,8 x 19,5 cm, Schriftspiegel ca. 28 x 15 cm. Sehr gut lesbare, gleichmäßige Reinschrift mit zahlreichen schwungvollen Zwischenüberschriften.
. (2) weiße Bl., Titelblatt, 97 Seiten, flexibler Halbleder-Einband der Zeit, mit marmorierten Decken und handschriftlichem Titelschild aus Papier : 'No.25. Armee Prussienne. Memoire sur l'armee prussienne. 1783' (Rücken mit kleinen Läsuren, Einband leicht berieben, wenige kleine Fehlstellen im Bug, nahezu fleckenfreies und ungebräuntes Exemplar von bemerkenswert frischer Erhaltung), Folio.. Die vorliegende Denkschrift weist sowohl Charakteristika und Inhalte von Instruktionen der preußischen Armee als auch von Stammlisten und Stammrollen auf. Sie besteht aus zwei Teilen: 1. Zusammensetzung, Besoldung und Ausrüstung der Armee, und 2. Taktiken der Infanterie und Kavallerie. Über Denkschriften im Allgemeinen: Denkschriften über den Zustand und die Ausrüstung von Armeen galten in der Frühen Neuzeit als Aushängeschild des Herrschers. Fremde Attaches bzw. das eigene Offizierkorps oder sogar der Monarch selbst beurteilten so die fremden wie auch die eigenen Armeen. Gleichzeitig wurden der Ausbildungs- und der Ausrüstungsstand vergleichbar. Diese Schriften waren für die interessierte Öffentlichkeit gedacht und enthalten dementsprechend keine Staatsgeheimnisse. Das ist der Unterschied zu Instruktionen bzw. Reglements, die nur den eigenen Offizieren und Unteroffizieren ausgehändigt wurden und unter Androhung der Todesstrafe bei ihnen zu bleiben hatten. Eine mit dieser Gattung verwandte Art sind Spezifikationen. Eine erste Form der Spezifikationen in Brandenburg-Preussen, hinsichtlich Montierung und Uniformierung, gab es bereits mit den Spezifikationen von 1729 und 1737 des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau, den "Alten Dessauer". In Ihnen wurden die Regimenter, ihre Montierungen und Uniformierungen festgehalten. Diese waren keine Publikationen an sich sondern Kupferstichwerke und Handschriften. In der Folge wurden ebenso Stammlisten herausgegeben, bis Friedrich II. ein entsprechendes Verbot verhängte. Die Stammliste der königlich Preußischen Armee von 1756, also zu Beginn des Siebenjährigen Krieges, wurde von Friedrich kassiert, nachdem er Informationen über seine Armee aus verständlichen Gründen nicht allzu sehr publik machen wollte. Erst 1784 erschien offiziell wieder eine gedruckte Stammliste. Kein geringerer Historiker als Curt Jany hatte in seinen Untersuchungen festgestellt, dass Friedrich II. bereits 1747 Nachforschungen über die Regimentsgeschichten anstellen ließ, nachdem zuvor alle "überflüssigen Akten des Kriegsarchivs" als Grundlage für die Patronenherstellung dienten. Das vorliegende Manuskript weist zudem Ähnlichkeiten mit Instruktionen und Reglements, ähnlich der Kavallerie Reglements der Jahre 1743 auf, ohne aber an deren Detailtreue heranzureichen. Die vorliegende Denkschrift im Kontext: Die Memoire spiegelt das preußische Militär zum Ende der Regierungszeit Friedrichs II. wieder. Erst das "Systeme Militaire de la Prusse" des Comte de Mirabeau (London 1788), weist eine noch tiefergehende Detailkenntnis auf. Die Angaben der Memoire deuten auf ihre inhaltlich frühere Entstehung hin. In ihr ist von insgesamt 149.167 Mann Infanterie (inklusive Garnisonen und Artillerie) sowie 39.346 Mann Kavallerie, also in Summe 188.513 Mann die Rede, wohingegen Mirabeau von insgesamt 190.924 Soldaten ausgeht. Innerhalb von 5 Jahren blieb also die Truppenstärke im Großen und Ganzen gleich. Im Kontext zu Werken wie "Recueil d'Observations sur la Tactique Moderne (Berlin 1771), "Observations sur la Constitution des Armee de S.M.P" (Amsterdam 1778) oder "Grande Tactique et Manoeuvres de Guerre" (1780) ist die Memoire als Zwischenschritt zu Mirabeau zu bewerten, auch wenn auf den vergleichsweise wenig Blättern nur skizzenhafte Schilderungen enthalten sind. Gleichwohl finden sich Hinweise auf die Memoire in der "Tactique Prussienne, ou Systeme Militaire de la Prusse" (1789) hinsichtlich dem Verhältnis von Artillerie, Kavallerie und Infanterie im Kampf, in ihrem Zusammenwirken im Gefecht, wie auch zur Logistik in Kriegs- und Friedenszeiten. Weitere Exemplare und Urheberschaft :Bisher war die vorliegende Handschrift der Wissenschaft offensichtlich unbekannt. Zwei andere Exemplare der Memoire von 1783 konnten wir jedoch nachweisen. Die eine liegt im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in Potsdam (Signatur G 31/852), die andere in der Universitätsbibliothek der Sorbonne in Paris (MS 610). Die Potsdamer Ausgabe beinhaltet 103 Seiten und ist mit einem Vermerk versehen, daß sie 1810 in Brüssel gebunden wurde. Sie ist zudem klar in zwei Teile gegliedert mit Zwischenvacatseiten und zweitem Titelblatt. Im Unterschied zu den anderen Ausgaben beinhaltet sie zwei zusätzliche Unterpunkte über die "Ordonnance". Die Pariser Ausgabe verfügt dagegen nur über 87 Seiten, bei ihr fehlen zudem einzelne Tabellen über Lohnung der Generale. Trotzdem zwei Unterkapitel fehlen, ist in der vorliegenden Ausgabe der Memoire eine zusätzliche Angabe auf Seite 97 zur "Composition de Regt. des Gensdarmes et du Regt. Curassiers" zu finden. Ganz anders dagegen die Pariser Ausgabe in der einzelne Informationen der beiden anderen Ausgaben völlig fehlen, besonders im Bezug zu Besoldungen. Wohingegen bei ihr auf einem Vorsatzblatt von einem Autor namens "Lassalle (Emigre)" die Rede ist, der ebenfalls für die Ausgabe "Memoire sur la localite des places du departement d'Alsace, et les ressources qu'on y peut trouver pour le service des vivres, suivant l'etat des choses au mois de juillet 1764 " verantwortlich zeichnet. Seine Biographie konnte nicht weiter geklärt werden. Bemerkenswert ist, daß der anonym gebliebene Autor einen außergewöhnlich engen Kontakt zum König und zu dessen Adjutanten pflegte. Er hatte Zugang zum Arbeitszimmer des Königs, kam ihm sogar so nahe, so daß er die Titel der Bücher auf dem Tisch des Königs lesen konnte, wie "Art de la Guerre" von Puysegur (1748). "J'ai eu la satisfaction en examinant (sic !) le Cabinet du Roi de Prusse de voir sur la table un volume ouvert de l'art de la guerre de Puysegur et d'apprendre des adjudans qui sont attaches a sa Majeste ..." (S. 96). Die Sprache und Stilistik läßt auf einen frankophonen, wahrscheinlich sogar französischen Autor schließen, möglicherweise handelt es sich um eine französische Auftragsarbeit. Allerdings muss wohl davon ausgegangen werden, daß die Erstschrift in Potsdam angefertigt und hinterlassen wurde, von dieser allerdings mindestens eine Abschrift nach Paris ging. Genaueres läßt sich aufgrund fehlender Provenienz sowohl in Paris als auch in Potsdam nicht sagen. Es scheint sich aber auch deshalb bei der Potsdamer Ausgabe um die "Älteste" zu handeln, da sich in ihrer inneren Gliederung zwei "sauber voneinander getrennte" Teile finden lassen. Auch lassen Anlage und Verzierung darauf schließen. Gliederung und Inhalt: Im ersten Teil der Memoire nehmen die Regimentsaufzählungen sowie die Stärkezahlen, Ranglisten, Zusammensetzungen der Kompanien, Bataillone und Regimmenter einen zentralen Bereich ein. Dem vorangestellt ist eine numerische Betrachtung der Generalität sowie des Kriegsministeriums. Der Name von Schulenburg findet als Kriegsminister Erwähnung, wobei dies eine falsche Angabe ist. Von Schulenburg war einst Leiter des Militärdepartement des Generaldirectoriums, das sich mit Magazin-, Proviant-, Marsch-, Einquartierungs-, und Serviceangelengelegenheiten befaßte. Von Schulenburg führte daneben die Direction des Militärwaisenhauses in Potsdam. In späteren Zeiten wird seine Stellung als Militär-Ökonomie-Departement des Kriegsminsiteriums bezeichnet. Dem Ressort von Schulenburg passend, werden diese Bereiche mit Angaben der Ausrüstung, den Kasernen und Unterbringungen in den Garnisonen ergänzt. Gerade das Garnisonsleben im 18. Jahrhundert ist zunehmend im Blickpunkt historischer Untersuchungen. So dürfte der Abschnitt über verheiratete Soldaten, "beweibte", wie auch die Wahl der Offiziere von Interesse sein. Auch das große Problem der Desertion findet hierbei Berücksichtigung. Im Folgenden werden Regelungen bezüglich Freizeit, Invalidenversorgung, der inneren Disziplin und damit zusammenhängend der Strafen thematisiert. Die militärischen Institutionen und Einrichtungen der brandenburgisch-preußischen Armee werden im Detail aufgezählt, darunter: das Invalidenhaus und die Kadettenschule in Berlin sowie die Militärschule. Den ersten Teil der Memoir beschließen Betrachtungen zur (Garnisons-) Artillerie, de...
      [Bookseller: Antiquariat Elvira Tasbach]
Last Found On: 2014-02-14           Check availability:      ZVAB    

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