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Die Discourse der Mahlern [4.Teil:] Die Mahler, Oder: Discourse von den Sitten Der Menschen. Erster Theil (- Der vierdte und letzte Theil.) Vier Teile in einem Band. Mit einer gestochenen Titelvignette. Zür[i]ch, Drückts Joseph Lindinner [4.Teil:]
Zürich, in der Bodmerischen Druckerey 1721 - 1723 - (104) Bll.; (2) Bll., 206 S.; (2) Bll., 204 S.; (2) Bll., 131 [irrig: 231] S. Pappband d.Zt. mit späterem handschriftl. Rückentitel. Berieben, Bezug über dem vorderen Gelenk rissig. - Erste Ausgabe (Goedeke IV/1,9,1 [Bodmer]; Diesch 503; Kirchner 4832). – Erster Titel hinterlegt, teils etwas fleckig, etwas eng gebunden. Aus der Bibliothek des deutsch-französischen Bankiers und Büchersammlers JEAN FURSTENBERG (Berlin 1890 – 1982 Beaumesnil), der als Jude 1936 aus Deutschland emigrieren musste, seine bedeutende Bibliothek aber mitnehmen konnte. Sein Exlibris a.d. Innendeckel. - Vollständiges Exemplar dieser äußerst seltenen ersten eigenständigen deutschsprachigen "moralischen Wochenschrift", oft als eigentlicher Beginn der neueren deutschen Literatur bezeichnet. Zwar nennt W.Martens (Die Botschaft der Tugend, S.544) den von J.MATTHESON in Hamburg 1721 herausgegebenen "Vernünfftler" zuerst, dieser bestand aber ausschließlich aus Übersetzungen aus den englischen Wochenschriften "Tattler" und "Spectator". Davon unabhängig hatte sich 1720 in Zürich eine Gruppe junger Männer um J.J.BODMER als "Gesellschafft der Mahlern" gegründet mit dem Ziel, eine Wochenschrift in der Art des "Spectator, den sie nur in der französ. Ausgabe kannten, für die Schweiz und Deutschland einzurichten. Jeder Beitrag sollte pseudonym unter dem Namen eines großen Malers gedruckt werden. Die Hefte/Discourse, erschienen vom 3.Mai 1721 an jeweils mit dem Umfang eines Halbbogens, also 8 Seiten. Aus heutiger Sicht zeigen sie die Merkmale eines ersten Versuchs im Umgang mit einem neuen Genre. Während anfangs die Verwandtschaft mit den zeittypischen "Tugendbüchern" unübersehbar ist, wandelt sich der Charakter der Beiträge auch infolge der kritischen Resonanz hin zu weniger didaktischer Tendenz. "Volkstümlich", später ein wichtiges Kriterium für moralische Wochenschriften, waren die Discourse bis zu ihrem Ende nach insgesamt 93 Heften / Discoursen (XXIV; XXIV; XXV; XX) nicht. Von BODMER stammen, außer dem programmatischen Vorwort, insgesamt 45 Artikel, somit nahezu die Hälfte aller veröffentlichten Beiträge. Breitinger steuerte insgesamt 27 Beiträge bei, dreizehn sind als Gemeinschaftsarbeit bezeichnet. „Die restlichen Artikel verfassten der Appenzeller Arzt und Landesarchivar LAURENZ ZELLWEGER (1692-1764), der Aargauer Historiker JOHANN JAKOB LAUFFER (1688-1734), der St. Galler Jurist DANIEL CORNELIUS ZOLLIKOFER, der Schaffhauser Pfarrer JOHANN HEINRICH MEISTER (1700-1781) und der Zofinger Theologe, Philologe und Historiker JOHANN GEORG ALTMANN (1695-1758). „Da den ‚verzopften Zürcher Zensoren‘ (Leemann-van Elck) die Zeitschrift nicht ‚erbaulich genug‘ erschien, sahen sich die beiden Herausgeber gezwungen, die unterhaltsame Tendenz durch diverse Formen der Selbstzensur häufiger zu reduzieren. Beiträge mussten mitunter mehrfach der Zensur vorgelegt werden, ehe sie freigegeben wurden. Rund die Hälfte der 400 Druckexemplare der Wochenschrift wurde nach Deutschland exportiert, wo sie insgesamt auf größere Resonanz stieß als im Ursprungsland.“ (Erasmushaus, Intermezzo 52,19). "Obwohl die Auflage der Discourse vergleichsweise gering war - der Debit für Deutschland lag bei 200 Exemplaren, für die Schweiz noch darunter, der Patriot [1724/6] hingegen hatte eine Auflage von 5000, GOTTSCHEDs "Die vernünftigen Tadlerinnen" [1725/6] von 2000 Exemplaren - hatte man mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Noch 1729 hatte der Züricher Buchhändler ANDRAE eine Anzahl Discourse 'bei der Stelle liegen'." (H.Brandes. Die Gesellschaft der Maler, S.37). Nach dem 73.Heft zog sich der Verleger LINDINNER zurück, seine Druckerei erwarben „HEIDEGGER und RAHN“, wo die letzten 20 Hefte dann in unregelmäßiger Folge unter dem Impressum der 1723 ebenfalls von „HEIDEGGER und RAHN“ übernommenen „Bodmerischen Druckerey“ erschienen (der manchmal zu lesende Hinweis "Selbstverlag BODMERs" ist falsch). Eine neue Auflage veröffentlichte BODMER 1746 unter dem Titel "Der Mahler der Sitten". [Attributes: Hard Cover]
      [Bookseller: Antiquariat Günther Trauzettel]
Last Found On: 2018-02-15           Check availability:      ZVAB    

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