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Die Wahlverwandtschaften. Ein Roman. 2 Bände. Vortitel, 306; 340 S. Grüner Pappbd d. Z. (Rücken unter Verwendung des alten Materials restauriert) mit Rückentitel und Filetenvergoldung.
Tübingen, J. G. Cotta, 1809. - Erste Ausgabe. Die 'Wahlverwandtschaften' waren ursprünglich als Erzähleinlage in den 'Wanderjahren' geplant, der Stoff der kompliziert angelegten Dichtung wuchs jedoch schnell zu einem eigenen Roman an. Mit dem Titel und der "chemischen Gleichnisrede" nahm Goethe Bezug auf einen damaligen Begriff aus dem Bereich der Naturwissenschaften. Es wurde damit die Eigenschaft bestimmter chemischer Elemente bezeichnet, bei Annäherung anderer Stoffe ihre bestehende Verbindung zu lösen und sich mit neu hinzutretenden Elementen gleichsam 'wahlverwandtschaftlich' zu verbinden. "Goethe übertrug dieses an chemischen Elementen beobachtete Kräftespiel von Anziehung und Abstoßung auf den Bereich der Geschlechterbeziehung: In der konfliktgeladenen Gegenüberstellung verschiedener Liebeskonzepte – der leidenschaftlich-ungebundenen und der ehelich-institutionalisierten Liebe – problematisiert der Roman das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit, von Naturtrieben und kulturellen Normen. Das chemische Modell . dient jedoch nicht nur dazu, den Modellfall einer zerbrechenden Ehe zu inszenieren und damit einer freieren Form des Verhältnisses von Mann und Frau zu reden (die am Ende ohnehin in eine Aporie mündet). Vielmehr zeigt das Werk – selbst ein Experiment - das bis zum Scheitern reichende Bemühen um kulturelle Ordnungsmuster schlechthin . Bei den meisten Zeitgenossen stießen die 'Wahlverwandtschaften' allerdings auf wenig Beifall. Immer wieder wurde der Vorwurf der Immoralität . erhoben, und seine Nachwirkung im 19. Jh. war, im Unterschied zum 'Wilhelm Meister', gering, obgleich die 'Wahlverwandtschaften' mit ihrer Verknüpfung von Eheproblematik und Gesellschaftskritik am Anfang einer Reihe großer Eheromane des 19. Jhdts, wie 'Madame Bovary', 'Anna Karenina' oder 'Effi Briest', stehen. Erst seit der Wende zum 20. Jh. wurde, eingeleitet durch die Äußerungen von Th. Fontane, H. v. Hofmannsthal, den Brüdern Mann, A. Döblin oder W. Benjamin, die Modernität dieses Romans erkannt, dessen treffende Darstellung einer sich im Übergang befindlichen Zeit bereits Achim v. Arnim registriert hatte" (KNLL). – Exlibris. Unterschiedlich stockfleckig, breitrandig. – Goed. IV 3, 388, 181. Hagen 327. Hirzel A 273. Meyer 925. Kippenberg I 384. Borst 1089. [Attributes: First Edition]
      [Bookseller: Antiquariat Wolfgang Braecklein]
Last Found On: 2015-10-05           Check availability:      AbeBooks    

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