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Critische Dichtkunst Worinnen die Poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung Im Grunde untersuchet und mit Beispielen aus den berühmtesten Alten und Neuen erläutert wird. Mit einer Vorrede eingeführet von Johann Jacob Bodemer. – Fortsetzung der Critischen Dichtkunst Worinnen die Poetische Mahlerey In Absicht auf den Ausdruck und die Farben abgehandelt wird. Mit einer Vorrede von Johann Jacob Bodemer. 2 Bände. 24 Bl., 519 S.; 12 Bl., 472 S., 8 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Gute Halbpergamentbde um 1900 im Stil d. Z. mit Marmorpapierbezug.
Zürich, Orell und Comp. und Leipzig, Gleditsch, 1740. - Erste Ausgabe eines der wichtigsten dichtungstheoretischen Werke des Jahrhunderts, gegen Gottscheds 10 Jahre zuvor erstmals erschienene 'Critische Dichtkunst' gerichtet und mit dem gleichen Titel auf diese anspielend. Mit dem 2. Band sehr selten! Dieses Werk war eine Absage an das traditionelle poetische Prinzip der Nachahmung der Natur zugunsten der schöpferischen Phantasie; es hatte großen Einfluß auf die deutsche Literaturtheorie und den aufkeimenden Geniekult und löste die bekannte Fehde mit Gottsched aus. Der erste Band enthält vor allem kunstphilosophische und dichtungstheoretische Betrachtungen mit zahlreichen Beispielen. Im zweiten Band erst geht Breitinger konkreter auf Detailfragen ein wie poetische Gattungen, Wortwahl und Stil. Während Gottsched der Ansicht war, Dichtung wende sich vor allem an den Verstand, fordert Breitinger, daß sie auch das Gemüt anzusprechen habe. Kunst solle "die Kraft der Gemüter einnehmen und entzücken". Dementsprechend tritt er auch ausdrücklich für das "Wunderbare" in der Poesie ein. "Er und Bodmer gehören zu den ersten, die für den Irrationalismus der Dichtung Klopstocks Verständnis zeigten. Ihre Anschauungen haben die Entwicklung der deutschen Literatur im 18. Jahrh. bis hin zum 'Sturm und Drang' mitbestimmt, obgleich die neuere Forschung hier Vorbehalte anmeldet, da der Natur- und Phantasiebegriff Breitingers wie Bodmers in starker Abhängigkeit von den spezifischen sozialen und politischen Verhältnissen der Stadt Zürich in der Mitte des 18. Jh.s zu stehen scheint und . eine nachhaltige religiöse Bindung aufweist, während sich die norddeutschen Aufklärer, darunter auch Klopstock und Lessing, davon zu befreien suchten" (KNLL). Die Häuser Bodmers und Breitingers waren lange ein Zentrum für die jüngere Dichtergeneration. Vor allem Klopstock und Wieland, aber auch Goethe, Heinse, Lavater und Tischbein gingen dort ein und aus und studierten die dichtungstheoretischen Ansätze. Im Verlauf des Streits mit Gottsched bauten die beiden Freunde Bodmer und Breitinger ihre These vom Dichter als Manifestation einer schöpferischen Instanz, die über die bloße Nachahmung der Wirklichkeit hinausführt, aus und führten diese Gedanken in der 'Critischen Abhandlung von dem Wunderbaren in der Poesie' (1740) und in den 'Critischen Betrachtungen über die poetischen Gemählde der Dichter' (1741) weiter. Die dichterischen Stoffe mußten sich nicht mehr ausschließlich auf die alltägliche Wirklichkeit beschränken, sondern konnten auch der Einbildungskraft des Dichters entspringen. Außerdem übernahm die Kunst zusätzlich zum von der Aufklärung geforderten prodesse und delectare auch die Aufgabe der Befreiung der Gemütskräfte und der moralischen Erbauung der Seele. – Sauberes und breitrandiges Exemplar auf gutem, festem Papier. – Goed. IV 1, 17, 2. [Attributes: First Edition]
      [Bookseller: Antiquariat Wolfgang Braecklein]
Last Found On: 2015-03-30           Check availability:      AbeBooks    

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