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Denkwürdigkeiten von Sir Hudson Lowe, Gouverneur von St. Helena, über Napoleons Gefangenschaft und Tod.
2 Teile in 1 Band. Stuttgart, bei Carl Hoffmann. 1830. - Kl.-8° (16,5 x 10,5 cm). Titel, 296; (4 Seiten Zwischentitel), 297-480 Seiten. Etwas späterer Pappband mit dunkelbraunen Achatmarmorpapierbezügen, Rückenschild und goldgeprägtem Ledersupralibros. Einzige Ausgabe, im Jahr des französischen Originals erschienen. – Sehr selten, seit 1950 kein Exemplar im Handel für uns nachweisbar. – Bezugspapier des schlichten, aber guten Pappbands stellenweise etwas berieben. Etwas gebräunt, stellenweise am Rand leicht finger– und braunfleckig. Oberer Schnitt angestaubt und mit kaum merklichem Wasserrand. Papier gelegentlich etwas schwach, einige kleine produktionsbedingte Fehlstellen im Rand (ohne Buchstabenverlust). – Insgesamt gutes Exemplar mit einem schönen gelben Ledersupralibros der Michahellesschen Bibliothek und einem weiteren Jugendstilexlibris auf dem Innendeckel. – Beide Titelblätter mit sauberen zeitgenössischen Buchhandelsstempeln der Schulzeschen Buchhandlung in Oldenburg. – Zur Verunglimpfung von Hudson Lowe, Gouverneurs von St. Helena und „Kerkermeister" Napoleons, fingierte Memoiren. Mit großer Sicherheit den beiden kaisertreuen Autoren Vidal und Signol zuzuweisen. Schon der scharfe Ton im Vorworts des "französischen Herausgebers" macht die verfälschende Intention des Buchs deutlich: "Der üblen Laune und der finstern Menschenfeindschaft eines Mannes" seien "diese Bruchstücke . entschlüpft", Zeugnisse "jener fürchterlichen Hirnwuth, mit welcher er über seinen Gefangenen herfällt [.] Wir zweifeln . jetzt nicht mehr daran, daß der Gouverneur von St. Helena den Auftrag hatte, Napoleon langsam zu Tode zu martern, und daß er diesen Auftrag auch ausführte". Die durchsichtige Absicht, mit der das Bändchen publiziert worden war, löste schon kurz nach Erscheinen Widerspruch und Zweifel an dessen Authentizität aus; vgl. exemplarisch die Rezension in der Allg. Literaturzeitung aus dem Jahre 1831 (Band 3, 365 f.): " Unter der Menge echter und unechter Memoiren, womit uns seit einigen Jahren die literärische Industrie Frankreichs beschenkt, ist das Sir Hudson Lowe zugeschriebene Memorial eines der misslungensten Producte. Man sieht es demselben gleich an, daß es apocryph ist." Der Rezensent kommt in seiner Darlegung zu dem Schluß, "Sir H.L. habe dieses Memorial nicht geschrieben, oder aber er sey seit seiner Gefangenwärterschaft in den Zustand der Geisteszerrüttung verfallen, und befindet sich nicht auf Ceylon [wohin er abkommandiert war], sondern in Bedlam" und vermutet sogar eine Verfasserschaft Las Cases, "mit dessen Memorial das hier in Rede stehende Buch so sehr einerley Absicht verräth". Nicht zuletzt der publizistische Erfolg von Las Cases hatte Lowes Ansehen in der europäischen Öffentlichkeit ramponiert. Das vorliegende Werk bildet gewissermaßen die als "Anti-Memorial" camouflierte Fortsetzung dieser Polemik gegen Lowe und die "Männer des Wiener Congresses", wurde aber fälschlicherweise nicht selten (sogar in den späteren Neuausgaben) kritiklos als authentisches Zeitdokument gelesen – eine schöne wirkungsgeschichtliche Ironie. Der ästhetische Eifer, den die beiden literarisch geübten Autoren (der Dramendichter Signol starb noch im selben Jahr bei einem Duell, dokumentiert von Alexandre Dumas; ein Jahr zuvor hatte er passenderweise eine "Apologie du duel" verfaßt) auf die Ein- und vor allem die Umarbeitung wirklicher Details und "Denkwürdigkeiten" verwendet haben, ist beträchtlich und gibt der Publikation ihre besondere Würze. Sie reicht von der "Ungefähren Berechnung der jährlichen Ausgaben für den General Bonaparte" (Enten Stücke 8, Zuckerhüte Stücke 2) über die peinliche Darlegungen der ergriffenen scharfen "Sicherheitsmaßregeln und Verordnungen", Schilderungen der "Ratzenjagd", "schmutziger Wäsche" (der der Frau von Bertrand namentlich) bis hin zu den häufigen Selbstcharakteristiken Lowes, der "die scheußliche Bleifarbe meines Gesichts und die gräßliche Zusammenziehung meiner Muskeln" voller Jähzorn im Spiegel betrachtet, wohl wissend, daß der Kaiser seine "unheilbrigende, abstoß [Attributes: Hard Cover]
      [Bookseller: Antiquariat Plocher]
Last Found On: 2014-10-02           Check availability:      AbeBooks    

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