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Apoll und Daphne
. Aquarell in Braun über Bleistift auf Papier, verso mit dem Stempel der Sammlung C. G. Matthes, Berlin (Lugt 2871), 11,7 x 5,4 cm. Obwohl Johann Wilhelm Meil neben Daniel Nikolaus Chodowiecki zu den bedeutendsten Illustratoren des 18. Jahrhunderts in Deutschland gehört, ist sein Name weit weniger vertraut, als der seines Berliner Kollegen und Vorgängers als Berliner Akademiedirektor. Dies mag damit zusammenhängen, dass wir Chodowieckis erzählende und dem Alltag abgelauschte Bildmethode heute attraktiver und "moderner" empfinden. Meils Interesse galt mehr dem Allegorischen und dem ornamental Verwobenen. Die stärkere Bindung an das Rokoko lässt Meils Illustrationen stets etwas abstrakter und verspielter wirken, als dies bei dem "Realisten" Chodowiecki der Fall ist. Die Freude am "Hineinweben" der Ornamentik und Arabeske in die Darstellung selbst findet im Mythos von Apoll und Daphne reichen Nährboden. Als letzte Rettung vor dem liebestollen Apoll verwandelte sich die Nymphe in einen Lorbeerbaum. Diese Mischung aus Blattwerk und Mensch im Moment der Verwandlung hat Künstler über die Jahrhunderte immer wieder gereizt. Der Übergang ist zum einen eine künstlerische Herausforderung, zum anderen aber auch ein Experimentierfeld, in dem zwei sonst gegensätzliche Naturdarstellungen vereint werden können. In diesem Aquarell, das Meil wohl als Buchillustrationsentwurf geschaffen, aber nicht umgesetzt hat (1766 hat er ein Titelkupfer zu Ovids Verwandlungen in der Übersetzung von Johann Samuel Safft geliefert), gelingt ihm im leicht hingetupften Pinselduktus jener Moment des Entschwindens. Die Arme werden bereits zu Ästen, das eine Bein ist schon verwurzelt. Apolls Liebe entschwindet für immer und Amor, der Urheber des Unglücks, betrachtet von oben sein Werk. Die Spontaneität und verknappende Darstellungsweise bei gleichzeitiger Prägnanz lassen Meil in diesem Blatt moderner erscheinen, als dies seine gedruckten Werke heute vermuten lassen. Hier steht der Zeichner Meil den Großen seiner Zeit in nichts nach. Dass dies auch früher schon so gesehen wurde, belegt die Provenienz unseres Blattes: Es entstammt der Sammlung des Berliner Lehrers Christian Gottfried L. Matthes, die nach seinem Tode 1861 versteigert wurde und in der unser Blatt zusammen mit einer herausragenden Sammlung von Werken Chodowieckis vereint war.
      [Bookseller: H. W. Fichter Kunsthandel e.K.]
Last Found On: 2014-05-14           Check availability:      ZVAB    

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