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Sakristei der Klosterkirche auf dem Oybin
1860. Öl auf Papier, auf Pappe montiert, unten links an der Seite signiert und datiert: "Gustav Müller. d. 23. Juni. 1860.", verso auf der Pappe bezeichnet: "Die Sacristei der Cölestiner Kirche auf dem Oybin bei Zittau.", 24,2 x 21,8 cm. Guter Zustand inkl. Rahmen. Der Oybin mit den Ruinen von Burg und Kloster erfreute sich bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts einiger Beliebtheit bei Reisenden durch Sachsen und verfehlte dabei nicht, seine düster-geheimnisvolle Stimmung dem Suchenden zu offenbaren. Die nach einem großen Brand 1577 stehen gebliebenen und den Mächten der Natur überlassenen Ruinen erscheinen, zumal im Mondschein, wie stumme Zeugen einer einst gekannten heiligen Aura. Der Blick gleitet über die Reste des filigranen Maßwerks und erlebt die Überschneidungen der Spitzbogenfenster im Ein- und Durchblick als lichtdurchflutete Offenheit. So wird das einstmals massive Gebilde in eine organische, sich je nach Blickachse und Lichtsituation verändernde Erscheinung transformiert, die gerade durch die ruinöse Offenheit eine neue Leichtigkeit erhält. Doch diese Leichtigkeit ist immer auch die Leichtigkeit des Verfalls, des Endes. Der Klosterfriedhof ist dabei nur noch Akzent einer inhärenten Endlichkeit, die gerade der Oybin mit seiner naturverwachsenen Architektur zu bezeugen vermag. So rückt auch in der bildlichen Darstellung des Ruinenberges das eigentliche Motiv, die mystische Aura, wie im fotografischen Zoom immer näher an den Betrachter heran, der des schmückenden und die Stimmung definierenden Beiwerks nicht mehr bedarf. Von den ersten, auf Prospektwirkung ausgelegten Ansichten von Johann Alexander Thiele über die verstärkt pittoresk wirkenden und näher gesehenen Gesamtschauen von Adrian Zingg bis hin zu den Innenblicken der Kirche von Caspar David Friedrich ereignet sich die Empfindung der auratischen Stimmung immer mehr am Detail. Unsere Arbeit von Gustav Otto Müller ordnet sich dabei in diese Reihe als close-up der Sakristei ein, die vor ihm schon Caspar David Friedrich, Ernst Ferdinand Oehme, Georg Heinrich Busse oder auch Karl Beichling zum Thema ihrer Bilder gemacht haben. Als wohl spätestes Bild in dieser Gruppe zeugt es davon, wie selbst in der vermeintlich realistischen und nüchternen Schilderung des Bildgegenstandes der Hauch des Mystischen durch die leeren Fenster und offenen Decken weht. Obwohl die Struktur der Steine, die Dominanz des Fragments und die Natur als Teil der Architektur die Aufmerksamkeit des Malers beschäftigen, bleibt der Kontrast von Ein- und Ausblick, von Natur und Mensch, von Zerfall und neuem Leben bestehen. Gerade diese stete Präsenz wird es gewesen sein, die die Maler immer wieder in diesem fast schon zum Typus gewordenen Motiv gesucht haben. Wie in kaum einer anderen Ruine lebt auf dem Oybin der unauflösbare Gegensatz fort.
      [Bookseller: H. W. Fichter Kunsthandel e.K.]
Last Found On: 2014-05-02           Check availability:      ZVAB    

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