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Überall ist Arkadien
. Feder in Schwarz auf Bütten, alt aufgezogen, unten mittig signiert und datiert: " C. G. Hammer invt. et del. Dresd. 1855"; 32,9 x 28,6 cm. Christian Gottlob Hammer blieb zeitlebens seiner Heimatstadt Dresden verpflichtet. An der dortigen Akademie hatte er ab 1794 studiert, wobei ihn seit 1798 insbesondere Johann Philipp Veith unterrichtete und ihn auch in die druckgraphischen Techniken einführte. 1816 wurde er selbst Akademiemitglied und 1829 schließlich zum außerordentlichen Professor ernannt. Seine Arbeiten waren über den engeren Lehrbetrieb hinaus in breiteren Kreisen beliebt. Johann Wolfgang Goethe beispielsweise schätzeihn als "geschickten Landschaftszeichner", besuchte ihn 1810 in seinem Atelier und erwarb einige seiner Blätter. Die Produktivität Hammers beschränkte sich keineswegs auf das Anfertigen von Zeichnungen. Vielmehr entfaltete er außerdem eine umfangreiche, druckgraphische Tätigkeit, wobei er neben eigenen Zeichnungen auch Vorlagen anderer Künstler reproduzierte. Für die "Bilderchronik" des Sächsischen Kunstvereins schuf er Graphiken unter anderem nach Werken von Johan Christian Dahl, Caspar David Friedrich oder Ernst Ferdinand Oehme. Die Druckgraphiken, die auf eigenen Zeichnungen basieren, zeigen häufig Landschaften, insbesondere aus Sachsen, Schlesien und Nordböhmen. Für die 1855 entstandene Zeichnung einer flußdurchzogenen Landschaft, die durch Höhenzüge im Hintergrund abgeschlossen wird, orientierte sich Hammer allerdings weniger an der gesehenen Umwe1t als vielmehr an idealen Landschaftskonzeptionen, wie sie bei den Dresdner Künstlern des späten 18. Jahrhunderts zu finden sind. In Zeiten von Realismus und Pleinair setzt er hiermit nochmals ein eindringliches Mahnmal vergangener Zeichenkunst. Die ruhige, südliche Stimmung der Zeichnung wird durch die Architektur im Mittelgrund ebenso vermittelt wie durch die Staffage. Die Rinderherde etwa, die von einem Hirten über die Brücke getrieben wird, gehört zum üblichen Bestandteil arkadischer Ideallandschaften. Auffallend und dem Blatt einen gänzlich eigentümlichen Charme gebend ist die Art der Linienführung, die Hammer hier sehr stark an das Medium der Graphik anlehnt. Jegliche spontane und impulsiv wirkende Strichführung ebenso wie mögliche Pentimenti, die auf die unmittelbare Schaffenskraft des Künstlers schließen lassen, fehlen in dem vorliegenden Blatt. Auch Schatten- und Flächenwirkung sind mehr den Anforderungen des Stichels nachempfunden als denen der Feder. Gerade hierdurch entfaltet die schöne Zeichnung die strenge Klarheit eines Kupferstiches und drückt damit auf hervorragende Weise Hammers Talent aus, sich den Effekten des jeweiligen Mediums bewußt zu bedienen.
      [Bookseller: H. W. Fichter Kunsthandel e.K.]
Last Found On: 2014-05-02           Check availability:      ZVAB    

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