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in brauner Tinte auf Papier, einspaltig, zu 23 bis 26 Zeilen, gut lesbar, mit breitem weißen Rand, in französischer Sprache verfasst und aus drei Teilen bestehend.
. Teil I : (4) weiße Bl., Titelblatt, 297 S., oben mittig paginiert, S. 298 weiß, (2) weiße Bl.; Teil II : 25 S., oben rechts paginiert, (1) weißes Bl.; Teil III : (158) S., (1) weißes Bl., dunkelbrauner Leder-Band der Zeit auf fünf unechten Bünden, mit reicher Rückenvergoldung und dunkelrotem goldgepr. Rückenschild, Steh- und Innenkantenvergoldung, dreiseitiger Rotschnitt, marmorierte Vorsätze (Gelenke gebrochen, oberes Kapital mit Fehlstelle), 28,5 x 20 cm.. Durch das Schisma - das Vorhandensein mehrerer Päpste zur gleichen Zeit - wurde im 15. Jahrhundert der Gegensatz zwischen König- und Papsttum, insbesondere in Frankreich, erneut virulent. Die Lösung des Problems geschah in drei Etappen: durch das Konzil zu Basel (1431 - 1449), durch die pragmatische Sanktion 1438 und durch das Konkordat von 1516. Wie zumeist bei derartigen Auseinandersetzungen ging es auch hier nicht zuletzt um politische und ökonomische Interessen der Beteiligten. Im Mittelpunkt standen Fragen nach dem Recht hohe kirchliche Würden- und Funktionsträger einzusetzen, nach Abgaben an die Päpste und nach der Zuständigkeit von Instanzen bei kirchenrechtlichen Prozessen. Praktisch - nicht nach den Buchstaben der ausgehandelten Abkommen - kam es zu einer weitgehenden Unabhängigkeit des französischen Königs von päpstlichen Vorrechtsansprüchen. Es stabilisierte und kristallisierte sich ein spezifisch französischer Katholizismus heraus, der mit dem Begriff Gallikanismus umschrieben wird. Ein solcher Erfolg des sich entwickelnden französischen Nationalstaates wäre kaum denkbar gewesen, ohne die Unterstützung des Königs durch einen Großteil der modernen, universitären Geistlichkeit, deren Interesse sich hier mit dem des Königs deckte. Auch ihnen war daran gelegen, bei Stellenbesetzungen und der Vergabe von Pfründen mitzureden, auch sie sahen es ungern, wenn kirchenrechtliche Prozesse nach Rom gezogen wurden. Es überrascht daher nicht, daß ein Großteil der oben genannten Vereinbarungen von Rechten und Privilegien dieser modernen 'pressure group' der an den Universitäten ausgebildeten Theologen handelt. Genau dieses Thema behandelt das vorliegende Manuskript: die Graduierten. Dies geschieht aus juristischer Perspektive und in souveränem Umgang mit Quellen und Kommentaren. Die Untersuchung erstreckt sich von den Ergebnissen des Basler Konzils bis zu den Erlassen und Entscheidungen des späten 17. Jahrhunderts. Die Arbeit besteht aus drei Teilen: der erste, umfangreichste erörtert -teils äußerst subtil formal-juristisch, aber immer zugleich historisch vergleichend - die Rechte und Privilegien der Graduierten. Der zweite Teil, eine Reinschrift von zweiter Hand, behandelt die Regelungen des Konkordates von 1516, die sich mit der Einsetzung von Äbten etc. befassen. Der dritte Teil enthält Kommentare zur pragmatischen Sanktion, zur Vergabe von Pfründen etc. Das Manuskript beschreibt damit, wie sich die moderne Aufsteigerschicht der Graduierten durch Festschreibung von Privilegien etablieren konnte. Denn während bislang etwa die Vergabe kirchlicher Pfründe nicht an akademische Grade gebunden war, wurde jetzt ein Drittel aller Pfründe verbindlich für die Absolventen bedeutender Universitäten reserviert und die Kandidaten wurden nicht mehr von Rom, sondern von den Universitäten selbst ernannt. Es erstaunt, daß sich zum Thema der Graduierten kaum monographische Literatur findet: bekannt ist der 1710 anonym erschienene 'Traite des graduez, de leur etablissement, et de leurs droits' und M. Piales 'Traite ... des graduez'. Beide Werke liegen inhaltlich und methodisch durchaus auf der Linie unseres Manuskriptes, unterscheiden sind allerdings im Aufbau und geben uns leider keinen Hinweis auf den souveränen und wortmächtigen Verfasser unserer Handschrift. - Nahezu ungebräuntes und nur vereinzelt leicht fleckiges, wohlerhaltenes Manuskript.
      [Bookseller: Antiquariat Elvira Tasbach]
Last Found On: 2014-03-24           Check availability:      ZVAB    

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