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Philosophie et Theologie Morale. Undatierte französische Handschrift in dunkelbrauner Tinte auf Papier, um 1675 bestehend aus drei Teilen : 1 - (Antoine Arnauld et Pierre Nicole) : La Logique ou l'Art de Penser. Abschrift der 2. oder 3. Auflage, erschienen in Paris 1664 oder 1668. 2 - (Jacques Rohault) : Traite de Physique. Abschrift der ersten Ausgabe, erschienen in Paris 1671. 3 - ANONYM : Premier Traite de la Morale en General. Des Sacremens en General, (um 1675).
(1) weißes Bl., Titelblatt mit umrahmender Federzeichnung, 445 S. mit 65 feinen Federzeichnungen im Text, (3) weiße Bl.,. (1) Bl. verso mit kl. Zeichnung, 187 S. Text, (203) S. Text, Schriftspiegel ca. 18,5 x 14 cm, einspaltig, in einer sehr gleichmäßigen, feinen Reinschrift. Etwas späterer brauner Lederband auf 5 unechten Bünden, mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung, dreiseitiger Rotschnitt und marmorierte Vorsätze (Einband stellenweise berieben), 22,5 x 16,8 cm.. Auf den ersten Blick wirkt die Handschrift wie ein anonyme Arbeit, die so aufgebaut ist, wie viele andere Publikationen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts : Logik, Physik, Metaphysik / Theologie. (Vergl. Louis de Lesclache : La Philosophie morale, divisee en quatre parties, 1655; Pierre-Sylvain Regis : Systeme de Philosophie, contenant la logique, la metaphysique, la physique et la morale, 1690; Henri Lelevel : La Philosophie moderne, ... contenant la Logique, la metaphysique, la morale, et la physique, 1698; Pierre du Moulin : La philosophie divisee en 3 parties ..., 1671). Bei genauerer Betrachtung ergibt sich aber, daß der erste Teil eine ungemein präzise Kopie der 'Logique ou l'Art de Penser' von Arnauld und Nicole ist. Der zweite Teil ist eine ebenso peinlich exakte Kopie von Rohaults 'Traite de Physique' mit der genauen Wiedergabe der Abbildungen des Originals. Nur der dritte Teil scheint ein Originalbeitrag des Kopisten zu sein, der sich aber für das Gesamtwerk hinter den Initialen D.M.L.G. verbirgt. Die Auflösung dieses Pseudonyms ist für uns nach Abgleich mit den einschlägigen Veröffentlichungen jener Zeit nicht möglich. So stellen sich unmittelbar zwei unlösbare Fragen: Erstens, warum kopiert der Autor des Manuskripts vollständig zwei berühmte Bücher seiner Zeit, deren Autoren bekannt waren und gibt sie als Teil 1 und 2 seiner eigenen Arbeit aus ? Zweitens, warum entspricht der als Teil 3 angefügte, mögliche eigene Beitrag weder qualitativ noch inhaltlich den beiden kopierten Werken ? Sowohl die 'Logik' wie auch die 'Physik' gelten als typische Beispiele von Verteidigungsschriften der Descartschen Philosophie. Bei dem Werk 'L'Art de Penser', das oft auch 'Logique de Port Royale' genannt wird, handelt es sich um ein bedeutendes Werk der französischen Geistesgeschichte, das bis heute in kritischen Ausgaben verlegt wird. Zu seiner Zeit hatte es unter anderem auch deshalb so ungeheuren Erfolg, weil es in französischer Sprache und nicht in Latein erschien. Für die Verbreitung des Descartschen Gedankengutes war es von größter Bedeutung : "Publiee douze ans apres la mort de Descartes, .. elle a contribue a defendre et a vehiculer la pensee cartesienne ... non seulement dans les milieux religieuse mais a la cour et a la ville" (Clair/Girbal, 1993, S. 2). Und auch Rohault (1620 - 1675) war ein begeisterter und einflußreicher Bewunderer Descartes und insbesondere sein hier kopiertes Hauptwerk zur Physik, war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die wohl wichtigste Publikation zu diesem Thema in Frankreich. Der dritte Teil des Manuskripts behandelt aber sehr kursorisch Zivil- und Kirchenrecht, sowie im letzten Teil Fragen der Sakramente und ist in keiner Weise ein Beitrag zum Thema der kopierten Werke und des Titelblatts, auf dem die Versöhnung der Philosophie (das heißt der modernen Naturwissenschaften) und der Theologie symbolisch dargestellt wird. Der Umfang der hier vorliegenden Handschrift und ihre auch in den Illustrationen ungemein präzise Ausführung legen den Verdacht nahe, daß sich hier nicht um eine Kopie zu Studienzwecken handelt, sondern daß der Anonymus sich als Autor eines umfassenden Werkes profilieren wollte. Auch das programatische Titelblatt legt diesen Verdacht nahe. Ein dreister Plagiatversuch also ? Eine klösterliche Tarnschrift ? In jedem Fall ein spannendes Rätsel ! - Vorderes Vorsatzblatt verso mit altem handschriftl. Besitzvermerk, von wenigen kl. Tintenflecken abgesehen, sehr sauberes, nahezu ungebräuntes und fleckenfreies Exemplar.
      [Bookseller: Antiquariat Elvira Tasbach]
Last Found On: 2014-02-17           Check availability:      ZVAB    

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