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30 eigenh. Briefe m. Unterschrift.,
Bern, 1842-1866. - Antoine Baud (1805-1867) war der ?Sohn des Joseph und der Jeannette geb. Dunoyer. Gymnasium und theol. Ausbildung am Kollegium St. Michael in Freiburg, 1830 Priesterweihe, 1830-31 Vikar in Genf, 1831-32 Vikar in Bern, 1832-67 Pfarrer von Bern, Dekan. Baud wirkte als Organisator der Pfarrei Bern und beschaffte in jahrelanger, auch das Ausland erfassender Sammeltätigkeit rund 600'000 Fr. für den Bau der ersten kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul (1858-64). Ab 1842 auch zuständig für den kath. Gottesdienst in Interlaken. 1865 apostol. Protonotar" (Markus Ries in: Historisches Lexikon der Schweiz). - Die Kirche Sankt Peter und Paul in Bern wurde 1858 bis 1864 als erste katholische Kirche der Stadt Bern in unmittelbarer Nachbarschaft zum Berner Rathaus errichtet. Der erste Gottesdienst fand am 13. November 1864 statt. 1875 wurde die Kirche im Zuge des Kulturkampfes christkatholisch und dient heute dem christkatholischen Bischof der Schweiz als Kathedralkirche. - Der Empfänger der auf Französisch abgefassten Briefe ist Jacques (Jacob) Mislin (1807-1878). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Mislin konnte dank seines Onkels an der berühmten Lehranstalt von Porrentruy im Schweizer Kanton Bern studieren, wo er nicht viel später auch selbst unterrichten sollte. Der 1830 zum Priester geweihte kath. Theologe wurde 1836 auf Vermittlung des Grafen von Bombelle an den Wiener Hof berufen, wo er einer der Lehrer der Söhne von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie wurde und damit sowohl den zukünftigen Kaiser Franz Joseph wie auch Erzherzog Ferdinand Maximilian (später Kaiser Max von Mexiko) unterrichtete (u.a. auch in Erdkunde). Vor der Revolution von 1848 unternahm Mislin eine Pilgerreise von Wien über Budapest und Konstantinopel nach Jersusalem. Der danach erschienene Reisebericht wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach nachgedruckt. In den folgenden Jahren leitete er die Bibliothek am Hof der Herzogin von Parma, Erzherzogin Marie Louise, wurde zum Abt von St. Maria von Deg (Ungarn), geheimer Kämmerer u. Hausprälat Papst Pius' XI., Apostolischer Pronotar, Kanoniker der Kathedrale von Großwardein, Träger zahlr. Orden (u.a. von Spanien, Parma u. des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem) sowie Mitglied zahlr. Akademien. Der Verfasser zahlr. Publikationen und Vertraute des belgischen Königs und des Grafen von Chambord blieb nach der Rückkehr von seiner Pilgerreise in Wien, wo er weiterhin in persönlichem Kontakt mit dem Kaiserhaus stand. - In einem numerierten, von Mislin eigenh. beschrifteten Papierumschlag. - Beiliegend eine architektonische Federzeichnung, betitelt ?Eglise de St. Pierre St. Paul à Berne [.] par D. Doret [d. i. David Jean Frédéric Doret-De la Harpe, 1821-1904] sculpteur Vevey" (27 x 37 cm; gefaltet, mit zwei kl. Ausschnitten). - Sprache: fr Gewicht in Gramm: 500
      [Bookseller: Antiquariat Wolfgang Friebes]
Last Found On: 2014-02-01           Check availability:      AbeBooks    

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