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SARGVERZIERUNGEN. Flachprägung. Originalgröße. Musterbücher A und B. 2 Bände
JULIUS MASCHNER & SÖHNE: SARGVERZIERUNGEN. Flachprägung. Originalgröße. Musterbücher A und B. 2 Bände. Wien: Selbstvlg. (Waldheim & Eberle) o. J. [ca. 1910]. 2°. 56 Seiten; 144 Seiten. Originale Broschuren in Fadenheftung mit reich ornamentiertem Umschlagtitel, sowie Darstellung des Fabriksgebäudes mit Anfahrtsplan auf der Hinterseite des Umschlags von Musterbuch B. Großformatige, aufwändig gestaltete Musterbücher der seit 1884 bestehenden Wiener »Holz- und Metallsargfabrik Julius Maschner & Söhne. Die wuchtigen Prospekte enthalten originalgroße, im satten Offset gedruckte Abbildungen von über 1.000 detailgetreu mit Bleistift und Tusche gezeichneten Mustern für das Verzieren von Deckeln, Seitenwänden sowie Kopf- und Fußseiten bzw. das Austapezieren von Holzsärgen. Die Muster zeigen Bordüren, Einfassungen, Girlanden, weiters Korpusse (Christus am Kreuz, Engel etc.), Tragegriffe (aus Eisen) und Tapeten, meist zusammengesetzt aus im historistischen Stil gehaltenen geometrischen und floralen Ornamenten (Pflanzenranken, Blüten, Bouquets). Auch zahlreiche Beschriftungsmuster, die auch aus Zinkblech gestanzt und vergoldet erhältlich waren, sind abgebildet; neben deutschen und lateinischen auch solche auf Polnisch, Tschechisch und Ungarisch. Zur Verwendung kam dabei nicht nur das lateinische, sondern auch das kyrillische Alphabet, was den Einfluß des Unternehmens auf die Uniformierung des Sargdesigns über die Grenzen Österreich-Ungarns hinaus bestätigt. Hier vorliegende Musterbücher A und B stellen wohl die wichtigsten in einer Reihe von vermutlich nur 6 Publikationen dieses größten und innovativsten Unternehmens seiner Branche in der Habsburgermonarchie dar (nachweisbar ist außerdem lediglich der wesentlich einfacher gestaltete und häufigere Prospekt F (Metallsärge). 1890 ließ sich der aus Chemnitz stammende Firmengründer Julius Friedrich Maschner ein bahnbrechendes „Verfahren zur Imitation von Metallsärgen" patentieren, mit Hilfe dessen man Holzsärgen mittels Verzierungen durch blindgeprägte und farb- bzw. metallisch beschichtete Papiertapeten und Pappdekorationen einen metallischen oder bunten Look verleihen konnte. Der vordem nur Adeligen für die Gruftbestattung vorbehaltene, teure Metallsarg war nun in einem billigeren Imitat auch für weniger Betuchte erschwinglich, was den Maschners großen Erfolg über soziale, konfessionelle und regionale Grenzen hinweg brachte und sie zu Millionären machte (Sandgruber). Um 1910, als vorliegende Musterbücher erschienen, produzierte die Fa. Maschner ca. 4.500 Holzsärge wöchentlich. Umschlag von Band A leicht lichtrandig, Rücken und Ränder beider Musterbücher stellenweise leicht eingerissen, Band B mit einer kleinen Fehlstelle an der oberen Kapitale. Insgesamt saubere Exemplare dieser fragilen Firmenschriften, die auch als beredte Dokumente spezifischen Totenkults und (neo-)barocker Bestattungskultur in Wien betrachtet werden können. Selten, laut OBV besitzen nur das MAK und das Wiener Museums für Volkskunde Exemplare des Bands B; Band A fehlt auch dort. Franz Lackner: Die Sargfabrik Julius Maschner & Söhne, Wien. Ein wirtschaftshistorischer Beitrag zur Sepulkralkulturforschung. Wien: 2000; Roman Sandgruber: Traumzeit für Millionäre. Die 929 reichsten Wienerinnen und Wiener im Jahr 1910. Wien, Graz und Klagenfurt: Styria 2013.
      [Bookseller: Domenico Jacono - VdAÖ / ILAB]
Last Found On: 2018-02-25           Check availability:      Direct From Seller    

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