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Der Gelehrte Narr, Oder Gantz natürliche Abbildung Solcher Gelehrten, Die da vermeynen alle Gelehrsamkeit und Wissenschafften verschlucket zu haben, auch in dem Wahn stehen, daß ihres gleichen nicht auf Erden zu finden, wannenhero sie alle andere Menschen gegen sich verachten, einen unerträglichen Stoltz und Hochmuth von sich spüren lassen; in der That aber doch selber so, wie sie in ihrer Haut stecken, Jgnoranten, Pedanten, ja Ertz-Fantasten und tumme Gympel sind, die von der wahren Gelehrsamkeit, womit die Weisheit verknüpffet seyn muß, weit entfernet. Nebst einer lustigen Dedication und sonderbaren Vorrede. Dergleichen verkehrten Gelehrten zur guten Lehre, und verhoffentlich daraus fliessenden Besserung;
Gedruckt zu Freyburg auf deß Autoris eigene Kosten (d.i. Berlin, Haude) Anno 1729 - andern aber, so sich denen Studiis widmen, und noch Anfänger sind, zur getreuen Warnung, auch sonst jedermann zum Vergnügen geschrieben. Mit einem Titelkupfer. Kl-4°. Front., (19) Bll., 222 S. Halblederband mit Rückenschild und -vergoldung. - Erste Ausgabe (FdF 1748; Holzm./ Boh. III,6498). – Papierbedingt leicht gebräunt, gelegentlich leicht fleckig. - Wenn auch seine erfolgreichen, ein Genre prägenden "Gespräche im Reiche der Todten" weithin bekannter sind, gilt "Der gelehrte Narr" als das Hauptwerk von D.FASSMANN (Wiesenthal/Erzgebirge 1683 – 1744 Lichtenstadt/Böhmen). Vordergründig eine Satire bzw. Schmähschrift auf PAUL von GUNDLING, den umfassend Gelehrten, der dennoch hilf- und wehrlos ein erbärmliches Leben als Hofnarr beim Tabakskollegium FRIEDRICH WILHELM I. VON PREUßEN fristete, ist die Schrift weit mehr ein Abgesang auf die Gelehrsamkeit spätbarocker Prägung, die in grenzenloser Anhäufung jedes, in Zeiten beginnender Aufklärung als unnütz betrachteten Wissens ihr Genügen fand. FASSMANN selbst ist Vertreter einer Zwischenzeit, polyhistorisch gelehrt und seit 1726 in ähnlicher Rolle wie GUNDLING am preußischen Hof, durchschaute er doch die herrschenden Zustände und kritisierte sie geschickt verkleidet in seinen Veröffentlichungen, weshalb er heute „zu den ersten bürgerlich-publizistischen Kritikern der absolutistischen Regierungen“ (NDB 5,S.28) gezählt wird. „Der Gefahr, wie sein Gegenpart GUNDLING zu enden, sämtliche Ämter waren ihm nach dessen Tod 1731 übertragen worden, entzog er sich fluchtartig. Aus ikonographischer Sicht bemerkenswert ist das Titelkupfer, in dem die Unterscheidung zwischen alter und neuer Zeit „markant ins Bild“ tritt. Sämtliche traditionell dem Gelehrten zugeschriebenen Insignien „Studio, Perücke, Hausmantel, Feder und Tintenfaß – sind hier geschlossen vertreten. Hinzu kommen bocksbeinige Satyrn und ungezogene Affen, die als satirische Komponenten auf das Werk verweisen.“ (A.Kosenina, Der gelehrte Narr. Gelehrtensatire seit der Aufklärung, Göttingen 2004, S.31). In ähnlicher Aufmachung trat noch 1765 GOTTSCHED dem Studenten GOETHE bei dessen Antrittsbesuch entgegen; schon dieser Auftritt im Gelehrtenhabit diskreditierte den „Altvater“ bei dem jungen Mann (vgl. die Schilderung in Dichtung und Wahrheit). [Attributes: First Edition; Hard Cover]
      [Bookseller: Antiquariat Günther Trauzettel]
Last Found On: 2018-02-15           Check availability:      ZVAB    

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