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Mikroskopische und mikrochemische Untersuchung des Milzbrandblutes sowie über Wesen und Kur des Milzbrandes (pp.103-114).
Vjschr. gerichtl. öff. Med., 8. - Berlin, August Hirschwald, 1855, 8, (4), 363, (1) pp., feiner Leineneinband der Zeit minimal fleckig. First Edition! Franz Aloys Antoine Pollender (1800-1879) discovered the Bacillus anthracis in 1849, but did not record this fact until 1855. He gave a more exact account of the organism than did P.F.O. Rayer. "Nicht als Nebenbefund, wie Rayer, sondern als wesentliches Ergebnis seiner mikroskopischen Studien beschrieb (Franz Anton) Aloys Pollender (1800-1879) im Jahr 1855 stäbchenförmige Gebilde im Milzbrandblut. Seine Untersuchungen hatte er schon 1849 ausgeführt, konnte sie aber erst 1855 in Caspers Vierteljahresschrift veröffentlichen. Die Arbeit trägt den Titel "Mikroskopische und mikrochemische Untersuchung des Milzbrandblutes sowie über Wesen und Kur des Milzbrandes" (Pollender, 1855). Pollender berichtet darin, daß er während einer Milzbrandseuche unter dem Rindvieh die Gelegenheit benutzt hätte, diese Blutuntersuchungen vorzunehmen. Anlaß war für ihn "die noch nicht erwiesene Behauptung, dass das Milzbrandcontagium im Blute seinen Sitz habe".Er unternahm seine Untersuchungen in der Gewißheit, daß man "nicht durch die Arzneikunde selbst, sondern wenn jemals, nur durch die Hülfswissenschaften derselben, namentlich durch die Mikroskopie und durch die Chemie unter dem Mikroskope dahin gelangen könne(n), das Wesen der Krankheiten zu erkennen ." Er beschreibt das von ihm im Mikroskop gesehene: "Bei der mikroskopischen Beobachtung mit einem trefflichen Compositum von Plössl bei starker Vergrösserung fand ich in dem milzbrandkranken Blute ausser den Blutkörperchen auch noch zwei andere mikroskopische Körperchen, nämlich Chyluskörperchen und stabförmige Körperchen. Die dritte und auffallendste Art mikroskopischer Körperchen, welche im Milzbrandblute sich dem stark bewaffneten Auge darbot, war eine unendliche Menge stabförmiger, äusserst feiner, anscheinend solider, nicht ganz durchsichtiger, ihrer ganzen Länge nach gleich dicker, nicht geschlängelter, nicht wellenförmiger, nicht eingeschnürter, sondern ganz grader, platter, in ihrem Laufe nicht verästelter Körperchen von 400'"- 200'" (Linien) Länge und 3000'" Breite. Diese äusserst zarten Körperchen fanden sich dort am meisten, wo die Verderbnis des Blutes durch teilweise Auflösung der Blutkörperchen am deutlichsten ausgesprochen war. Sie hatten in ihrer Gestalt und Aussehen die genaueste Aehnlichkeit mit Vibrio bacillus oder Vibrio amhiguus, wenn man von den Verästelungen und von der grösseren Länge und Dicke dieser zarten Protozoen absieht. Sie waren ohne alle Klebrigkeit und ganz bewegungslos, Wasser machte sie bei gedämpften Licht besonders sichtbar, ohne sie sonst im geringsten zu verändern ...". Zur "Chemie unter dem Mikroskop" bemerkt Pollender: "Ebenso wenig wurden sie (erg., die Stäbchen, Verff.) von Essigsäure, von starkem Chlorwasser, von Chlorwasserstoffsäure, Schwefelsäure, von starker Aetzkalilauge angegriffen. Nur Salpetersäure allein löste sie rasch auf. Jodlösung färbte sie schwach hellgelb und machte sie dadurch sichtbarer...". Aus diesem chemischen Verhalten der Stäbchen zieht er Schlüsse über deren Natur: "Nach diesem können die Körperchen keine Bruchstücke zerfallener Primitivfasern ..., kein thierischer Faserstoff, überhaupt keine feste Proteinverbindung sein, weil diese ein ganz entgegengesetztes Verhalten zeigen ... Ihr Verhalten gegen Aetzkali, Schwefel, Chlorwasserstoffsäure und Salpetersäure ist im Gegentheil ganz eigenthümlich und deutet eher auf eine pflanzliche Natur derselben hin". Vorsichtig äußert sich Pollender über die ätiologische Bedeutung seiner Befunde: "Ueber Herkunft und Entstehung dieser merkwürdigen und räthselhaften Körperchen weiß ich nichts zu berichten. Ebenso wenig kann ich die Fragen, ob diese Körperchen im lebenden Milzbrandblute vorhanden, oder, ob sie erst nach dem Tode des Thieres, ein Produkt der Gährung oder der Fäulniss entstanden ? ob sie Entozoen oder Entophilen ? ob sie der Ansteckungsstoff selbst oder blos dessen Träger, oder ausser aller Beziehung zu demselben gestanden ? - beantworten."Er schließt seine Arbeit mit der Bemerkung: "Ich bedaure, daß ich meine Untersuchung über das Milzbrandblut in mikrochemischer Hinsicht fast bloss auf das allgemeine chemische Verhalten gegen einige wenige Reagentien habe beschränken müssen und dass Berufspflichten mir nicht die Zeit vergönnt haben, diese weiter auszudehnen." Aufzeichnungen zur Biographie (Franz Anton) Aloys Pollenders finden sich bei Reiner Müller und Olpp: Pollender wurde am 25.5.1800 in Barmen geboren. Er studierte in Bonn Medizin. Danach war er Jahrzehnte in Wipperfürth als Arzt tätig. Neben seiner ausgedehnten Praxis widmete er sich dem Mikroskopieren. Außer seiner Milzbrandstudie veröffentlichte er mehrere botanische Arbeiten. Für eine dieser Arbeiten erhielt er am 8. Juli 1847 den Preis von 300 Thalern der Preußischen Akademie der Wissenschaften aus dem Cothenius'schen Legat. Diese Arbeit war das Ergebnis einer 1845 für das Jahr 1847 von der Akademie gestellten Aufgabe: "Anatomische Untersuchung des Flachses, besonders der Bastfaser desselben, zu verschiedenen Zeiten seiner Entwicklung, in Bezug auf seine Güte, verbunden mit einer Untersuchung der chemischen und mechanischen Veränderungen, welche er während des Röstens und welche die Bastfaser desselben bei der Verarbeitung zu Leinwand und der Leinwand zu Papier erleidet" (Harnack, 1900, Bd. II, p. 505) Pollender soll ein beliebter und gesuchter Arzt gewesen sein. Weil er allerdings oft das Rechnungsschreiben vergaß, konnte er kein Vermögen erwerben. Bis zu seinem 60. Lebensjahr blieb Pollender Junggeselle. Dann freite er um ein 42 Jahre jüngeres, einfaches Arbeiterkind, das Fabrikmädchen Therese Baumann. Die Kleinstadt, in der er lebte, tolerierte das nicht. Er brachte seine Braut nach Düsseldorf, wo er sie unterrichten ließ, und suchte in Brüssel-Schaerbeck einen neuen Wirkungskreis. Hier heiratete er als Siebzigjähriger. Ohne belgische Approbation konnte er sich aber keine ausreichende Praxis aufbauen. So kehrte er 1872 mit Frau und Kind in seine Vaterstadt Barmen zurück. Auch hier hatte er beim Aufbau einer Praxis kein Glück. Er starb verarmt am 15.8.1879 (Olpp, 1932). An seinem Wohnhaus in Wipperfürth wurde am 28.7.1929 eine Gedenktafel enthüllt. Sie trägt die Inschrift: "In diesem Hause entdeckte 1849 Dr. Aloys Pollender (1800 -1879) den Milzbrandbazillus" (Reiner Müller, 1929)." H.Mochmann & W.Köhler, Meilensteine der Bakteriologie, pp.66-69 siehe: Olpp, G.: Hervorragende Tropenärzte in Wort und Bild. München, Gmelin 1932 Müller, R.: 80 Jahre Seuchenbakteriologie. Die Seuchenbakteriologie vor Robert Koch: Pollender 1849 (Ein 50-Jahr-Gedenken des Milzbrandforschers Pollender), . ZBL Bakteriol. I.Orig. 115, pp.1-17 Garrison & Morton No.5164
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