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Tagebuch. Deutsche Handschrift auf Papier.
1919-1927. - Ca. 32 x 21 cm. Ca. 190 beschriebene Seiten. Halbleinenband der Zeit. Hugo Schanderl wurde am 22. Februar 1901 in München geboren, ging in Burghausen in die Schule, studierte in München, wanderte nach dem Examen nach Brasilien aus, kehrte 1927 zurück, studierte in Würzburg, promovierte und wirkte von 1932 bis 1966 an der Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim. Seine Arbeitsschwerpunkte waren die botanische Bakteriologie und die Mikrobiologie des Weines. 1937 wurde er zum Leiter dieser Station ernannt und ihm wurde der Titel Professor verliehen. Unter seiner Leitung entwickelte sich diese Versuchsstation, fortan unter der Bezeichnung „Botanisches Institut", zu einem bedeutenden Zentrum wissenschaftlicher Aktivitäten in Geisenheim. Schanderl wirkte hier bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1966. Sein hier vorliegendes Tagebuch begann er am 23. September 1919. Es enthält die dem Lebensalter entsprechenden Lektürelisten (äußerst umfangreich die komplette deutsche Klassik, aber auch abundant Heine), Berichte über Ausflüge in die Gegend (das Jahrhunderthochwasser der Salzach in Raitenhaslach), Kommentare zu Opernaufführungen (sehr intensiv und kenntnisreich mit langen Notenbeispielen Wagner), aber auch witzige Tabellen, wie z. B. eine graphische Darstellung der Fluchhäufigkeit im Oktober 1919. Darüber hinaus viele juvenile Gedichte, in Inhalt und Form angelehnt an bekannte Vorbilder. Aus seiner Münchner Zeit sind besonders interessant seine Berichte über musikalische Aufführungen, beispielsweise der Bericht über Bruckners f-Moll-Messe in der Michaelskirche am 7. Juni 1923. Aber auch die Zeitgeschehnisse haben ihre Spuren hinterlassen. Am 12. November 1923 notiert er: „Vor wenigen Tagen spielte sich hier die Tragödie des ‚Hitlerputschs' ab. Die Ereignisse berührten mich wenig, da ich stets den ganzen Tag im bot. Institut verbringe. Daß er so unglückselig verfrüht unternommen wurde, daß junges, edelstes Blut floß, daß die große nationale Sache jetzt zerrissen ist - das alles macht mich krank."Am 22. November 1923 legte er „bei Drygalski und Hertwig das Honorarexamen ab". Drygalski prüfte ihn über die Geographie von Nordamerika (alle Fragen sind verzeichnet, diejenigen, die er nicht beantworten konnte, sind rot unterstrichen). Dann begann eine Zeit des Darbens und Hungerns: „Mein Tagebuch enthält keine Erwähnung was ich in den Monaten Oktober November Hunger gelitten, so Hunger, daß ich im bot. Institut Kürbis und Sonnenblumenkerne und Hirsesamen fraß aus den Gläsern." In dieser Situtation erreichte ihn eine Einladung seines Onkels Hans aus Brasilien, „sein Land übernehmen, er wolle weg nach Südwest Africa." Schanderl folgte der Einladung, sein fesselnder Bericht über seine dortigen Erfahrungen füllt die letzten 10 dicht beschriebenen Seiten. Einige kleinere Beilagen, darunter Artikel aus der „Deutschen La Plata Zeitung" und dem „Argentinischen Wochenblatt". Einband bestoßen und etwas fleckig. Seiten papierbedingt gebräunt. Insgesamt recht gut erhalten.
      [Bookseller: Rainer Kurz - Antiquariat]
Last Found On: 2017-06-22           Check availability:      ZVAB    

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