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9 eigenh. Briefe m. Unterschrift.
Zus. 19 S., Kl.-8 bis 4. Karl Gustav Ritter von Schulthess-Rechberg stand 1815-19 im Dienst in niederländ. und franz. Schweizerregimentern, danach Kauf der Herrschaft Nussberg in Niederösterreich und 1824 Nobilitierung durch Ks. Franz I., zusammen mit seinem Bruder Adolf Friedrich. Nach dem Verkauf der Herrschaft Rückkehr nach Zürich. Die Regenerationsbewegung bewog den konservativen S. zur Übersiedlung nach Wien, wo er konvertierte. Ab 1847 lebte er in München. S. widmete sich v.a. dem Aufbau einer bedeutenden Münzsammlung, wofür er ausgedehnte Reisen unternahm. Die Früchte seiner numismat. Studien präsentierte er im dreibändigen Thaler-Cabinet (1840-67) (Ch. Moser in Historisches Lexikon der Schweiz). - Der Empfänger der teils auf Deutsch, teils auf Französisch abgefassten Briefe ist Jacques (Jacob) Mislin (1807-1878). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Mislin konnte dank seines Onkels an der berühmten Lehranstalt von Porrentruy im Schweizer Kanton Bern studieren, wo er nicht viel später auch selbst unterrichten sollte. Der 1830 zum Priester geweihte kath. Theologe wurde 1836 auf Vermittlung des Grafen von Bombelle an den Wiener Hof berufen, wo er einer der Lehrer der Söhne von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie wurde und damit sowohl den zukünftigen Kaiser Franz Joseph wie auch Erzherzog Ferdinand Maximilian (später Kaiser Max von Mexiko) unterrichtete (u.a. auch in Erdkunde). Vor der Revolution von 1848 unternahm Mislin eine Pilgerreise von Wien über Budapest und Konstantinopel nach Jersusalem. Der danach erschienene Reisebericht wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach nachgedruckt. In den folgenden Jahren leitete er die Bibliothek am Hof der Herzogin von Parma, Erzherzogin Marie Louise, wurde zum Abt von St. Maria von Deg (Ungarn), geheimer Kämmerer u. Hausprälat Papst Pius' XI., Apostolischer Pronotar, Kanoniker der Kathedrale von Großwardein, Träger zahlr. Orden (u.a. von Spanien, Parma u. des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem) sowie Mitglied zahlr. Akademien. Der Verfasser zahlr. Publikationen und Vertraute des belgischen Königs und des Grafen von Chambord blieb nach der Rückkehr von seiner Pilgerreise in Wien, wo er weiterhin in persönlichem Kontakt mit dem Kaiserhaus stand. - In einem numerierten, von Mislin eigenh. beschrifteten Papierumschlag. -
      [Bookseller: Antiquariat Wolfgang Friebes]
Last Found On: 2017-06-20           Check availability:      booklooker.de    

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