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Friedrich Schulz (um 1825-1875). Erinnerung an Theodor Körner. Bleistift
- Friedrich Schulz (um 1825 Berlin-Berlin 1875). Erinnerung an Theodor Körner. Bleistift auf Papier. -- Beschreibung: -- Bleistift auf Papier. unten mittig signiert: "Fritz Schulz". -- Größe/Size: -- 25 x 29,1 cm. -- Zustand: -- Sehr guter, altersgerechter Zustand mit leichten Altersspuren. Leicht restauriert. -- Weitere Beschreibung: -- Theodor Körner, Lyriker, Theaterschriftsteller, Soldat im Lützowschen Freikorps und dort mit nur 22 Jahren im preußischen Krieg gegen Napoleon gefallen, wurde nach seinem frühen Tod als Freiheitskämpfer gefeiert. Seine patriotisch-leidenschaftliche Dichtung erlebte hohe Auflagen, zahlreiche Denkmale und "Körnereichen" ehrten ihn als nationales Idol. Ganz im Sinne dieser Verklärung agiert auch die Bleistiftzeichnung, die in romantischerzählerischer Manier den Tod Körners in Anlehnung an die Ikonographie der christlichen Pieta darstellt. Die Signatur "Fritz Schulz", verweist auf Friedrich Schulz, einen in Berlin zur Mitte des 19. Jahrhunderts bekannten Künstler, der sich dieser Abkürzung regelmäßig bediente. Fritz Schulz war Schüler Carl Steffecks, einem auf Pferde und Hunde spezialisierten Maler. Tiere also, die sich auch bei Schulz zahlreich und mit großer Lebendigkeit dargestellt finden. Auf den Berliner Akademie-Ausstellungen wurden seine Arbeiten dem militärischen Genre zugerechnet, und dieser Spezialisierung folgend, nahm er in den Jahren 1864, 1866 und 1870/71 als Kriegszeichner an Feldzügen teil. Doch rückte Schulz von der Schlachtenmalerei im herkömmlichen Sinne ab und gab seinen Kriegsbildern eine eher genrehafte Attitüde. Die Bleistiftzeichnung des sterbenden Körners ist typisch für seinen Fokus auf überlieferte Szenen von Persönlichkeiten der preußischen Historie, jenseits des eigentlichen Kampfgeschehens. In eigener Manier verbindet Schulz spätromantische Aspekte wie Nationalgefühl, Konzentration auf das Privateoder die Aufwertung des Erzählerischen mit der bisher ideal vorgetragenen Gattung der Schlachtenmalerei. Theodor Körner stirbt in den Armen zweier Kameraden des Lützowschen Freikorps, die ihn halb aufrichten und seine Wunde mit einem Tuch bedecken. Zwei Pferde und ein weiterer Soldat, bekümmert auf den Sterbenden blickend, schließen die Gruppe nach hinten ab. Am 17. Juni 1813 wurde Körner zum ersten Mal schwer verwundet und schrieb - so die Legende - im Versteck noch das Sonett "Abschied vom Leben" nieder. Wieder genesen und zurück im Krieg, wurde er gut einen Monat später erschossen. Schulz vermischt die Überlieferungen zum inzwischen lange verstorbenen, gleichwohl hoch verehrten Körner, und zeigt den Dichter mit dem Notizbuch in der Hand, über seinem Gedicht sterbend. Die Tradition, einen nationalen Kriegshelden in augenfälliger Anlehnung an Christus zu zeigen, etablierte bereits 1770 Benjamin West in seinem wirkmächtigen Gemälde "Der Tod des General Wolf". Schulz übersetzte den hohen Ton in die bürgerliche Romantik. Er umreißt die Hauptgruppe mit festem Strich, komponiert klar und zeigt Sinn für Einzelheiten. Umgeben sind die Figuren von einer frei, leicht und zügig gezeichneten Landschaft, die den Blick wandern läßt: Nach vorn links zu einem von kleinen Pflanzen umwachsenen Zaun, nach hinten zu zwei Reitern vor einer Tanne und nach rechts zu einer Gruppe von Soldaten unter einem weit ausgreifendem Baum - sicherlich einer Eiche, dem Baum unter dem Körner begraben wurde und der ihm vielfach als Denkmal gesetzt wurde. Schulz zeigt damit keine beliebige Landschaft. Er deutet die Vegetation als nationales Symbol und trägt sie dennoch mit einer zeichnerischen Freiheit vor, die zu den großen Qualitäten dieses Blattes gehört. [Attributes: Signed Copy]
      [Bookseller: H. W. Fichter Kunsthandel e.K.]
Last Found On: 2015-11-15           Check availability:      ZVAB    

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