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2017-11-26 00:16:04
Panizza, Oskar
Die Haberfeldtreiben im bairischen Gebirge. Eine sittengeschichtliche Studie.
Berlin, S. Fischer, 1897 8°, VI, 102 S., 1 Taf., Priv.-Lwd., Papier min. gebräunt, sonst tadellos. EA. Hayn-Gotendorf VI. 17. - Erste selbständige Ausgabe mit Auslassungen im Text nach Selbstzensur des Verlages. - "Das Haberfeldtreiben ist ein heute nicht mehr gebräuchliches Rügegericht im Bayerischen Oberland. das vor allem in der ehemaligen Grafschaft Hohenwaldeck (in etwa die Gegend rund um Tölz. Tegernsee. Miesbach. Rosenheim und Ebersberg) ausgeübt wurde und dem oft Reiche oder Angehörige der Obrigkeit zum Opfer fielen. zumeist aber Frauen. die unverheiratet schwanger geworden waren. Dabei handelte es sich um ein nach mehr oder weniger festen Regeln ablaufendes Ritual. in dessen Verlauf den Beschuldigten in Versform ihre Verfehlungen vorgehalten wurden. Weder fand das Haberfeldtreiben vor dem Haus des Beschuldigten statt. noch handelte es sich um eine Art Treibjagd (etwa durch ein Haferfeld). In der Regel versammelte man sich auf Wiesen oder Hügeln in Hörweite der betroffenen Dörfer. Die Inhalte der `Treiben` waren häufig sittlicher Natur (gemessen an den Moralvorstellungen des Volkes). eben so oft aber wurden auch soziale oder wirtschaftliche (Un-)Taten gerügt. Das Haberfeldtreiben kann heute als Rügebrauch bezeichnet werden; die einem Gericht innewohnende Möglichkeit. sich gegen die vorgeworfenen Verfehlungen verteidigen zu können. bestand dabei gerade nicht." Versand D: 20,00 EUR Erstausgaben deutscher Literatur Sittengeschichte - allgemein
Bookseller: antiquariat peter petrej [Switzerland]
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