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Eigenh. Brief mit U. ("Lersch"). Bodendorf - Lersch, Heinrich, Schriftsteller (1 - 1932. [1272086]
1932. 1┬╝ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit einer Beilage (s. u.). An den Schriftsteller und Regisseur Hanns Maria Braun (1810-187): "Werter Kollege, darin haben Sie nicht Unrecht, da├č ich Briefe gern beantworte, trotzdem es eine komische Sache ist: Wenn ein Nachbar kommt und sagt: Grab mir nach Feierabend ein St├╝ck Feld um oder hilf mir mein Fahrrad flicken - so tu ich es sehr gern, denn es ist - gegen die Tagesarbeit eine sch├Âne Ablenkung. Kommt aber ein Nachbar zu einem Nachbarn, der den ganzen Tag gegraben oder Fahrrad geflickt hat, der sagt, na, hast du keinen Brief zu schreiben oder so was? Das w├Ąr eine geistige Erg├Ąnzung zur Tagesarbeit. Also wenn schon schreiben, dann mu├č es Sinn haben [...]". - Heinrich Lersch war 1914 mit seinem Gedicht "Soldatenabschied" bekannt geworden, "in dem er der Kriegsbegeisterung der Arbeiter Ausdruck verlieh. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Lersch in Kontakt mit dem Bund der Werkleute auf Haus Nyland, nahm jedoch eine ablehnende Haltung gegen├╝ber dem Klassenkampf ein und schilderte u. a. in seinem autobiographischen Roman ┬éHammerschl├Ąge' (1930) die Lebensbedingungen der Proletarier, die Erf├╝llung in ihrer Arbeit finden. Er schlo├č sich den Nationalsozialisten an, die ihn 1933 in die Deutsche Akademie der Dichtung aufnahmen und seinem Werk zu gro├čer Popularit├Ąt verhalfen" (DBE). 1933 neben 87 anderen Schriftstellern ein Treuegel├Âbnis f├╝r Hitler unterzeichnend, unterst├╝tzte er folgerichtig im Jahr darauf einen "Aufruf der Kulturschaffenden" anl├Ą├člich der Volksbefragung zur Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und Reichspr├Ąsidenten in der Person von Adolf Hitler; 1935 erhielt Lersch den Rheinischen Literaturpreis. - Hanns Maria Braun, h├Ąufig unter dem Ps. Johann Gottlieb Dietrich publizierend, war Lektor im Heitz Verlag und Herausgeber der "Kulturpolitischen Rundschau", danach Schriftleiter beim "V├Âlkischen Beobachter" und zuletzt Filmregisseur. Vgl. Kosch I, 911. - Die zwei letzten Zeilen der Recto-Seite von Bl. 1 sowie die oberen Zeilen auf Bl. 2 recto alt ausgeschnitten und mit Tesafilmstreifen erneut eingef├╝gt; beiliegend ein Kuvertausschnitt mit e. Adresse und Absenderstempel.
      [Bookseller: Antiquariat Inlibris]
Last Found On: 2016-11-25           Check availability:      maremagnum.com    

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