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Sammlung von Korrespondenzien und anderen - Preußisch-französische Diplomatie]. - 1739. [1231465]
1739. Vorerschlossen in 12 Faszikeln: 1) 10 Schreiben von Friedrich dem Großen an bzw. fĂŒr Valory (zumeist mit eh. U., davon 2 gĂ€nzlich eh.) sowie eine teils chiffrierte Beilage; 2) 8 Schreiben von Louis XV. an Valory bzw. Friedrich den Großen, alle mit eh. U.; 3) 25 SchriftstĂŒcke (Korrespondenz, Memoires, VertrĂ€ge) zur europĂ€ischen Politik in zeitgenöss. Abschrift; 4) 8 Schreiben des frz. Premierministers Kardinal AndrĂ©-Hercule de Fleury an Valory mit eh. U.; 5) 5 Schreiben frz. Diplomaten an Valory; 6) 6 Schreiben verschiedener Diplomaten an Valory sowie 1 Teilabschrift eines Geheimvertrags; 7) 6 Schreiben des preußischen Kabinettsministers Heinrich Graf Podewils an Valory, davon 3 gĂ€nzlich eh.; 8) Schreiben von Karl Albrecht von Bayern, als erwĂ€hlter Kaiser Karl VII., und Schreiben von Karl Eugen Herzog von WĂŒrttemberg, beide an Valory, mit eh. U.; 9) 3 eh. Schreiben mit U. von Johanna Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf an Valory; 10) 4 Schreiben von Friedrich Wilhelm II. von Preußen an den Marquis de Boyer d'Eguilles; 11) 9 diverse SchriftstĂŒcke, zumeist Korrespondenz der 1740er/50er Jahre in Abschrift; 12) 33 diverse SchriftstĂŒcke des spĂ€ten 16. und frĂŒhen 17. Jhs., zumeist von deutschen FĂŒrsten an den König von Frankreich. Zus. 353 SS. Versch. Formate, zumeist Folio und 4to. Hochinteressante Dokumentsammlung aus dem Nachlass des französischen Diplomaten Louis Guy Henri de Valory (Valori), der 1739 als französischer Gesandter an den preußischen Hof kam und dort bis 1750 wirkte, dann 1756 kurzfristig als Botschafter nach Berlin zurĂŒckkehrte. Der greise Kardinal und de-facto-Premierminister AndrĂ© Hercule de Fleury hatte den Offizier Valory, der sich im Spanischen Erbfolgekrieg ausgezeichnet hatte, nach Preußen geschickt, um am Hofe Friedrich Wilhelms I. die Interessen von Louis XV. zu vertreten; insbesondere sollte er das französisch-preußische BĂŒndnis gegen das Habsburgerreich festigen. Valory entledigte sich seiner Mission erfolgreich: Er wirkte mehrfach auf die preußische BĂŒndnispolitik ein, arrangierte die Ehe zwischen dem Dauphin und Maria Josepha von Sachsen (1747) und zĂ€hlt zu den Architekten des Friedens von Aachen (1748). Obwohl der Kronprinz Friedrich zunĂ€chst wenig von Valory hielt, fand er bald Gefallen an dem so gebildeten wie originellen Kopf, und nach seiner Thronbesteigung als Friedrich II. bezeugte er ihm mehrmals seine Freundschaft. Zu den vorliegend ĂŒberlieferten zehn Schreiben Friedrichs des Großen zĂ€hlen zwei eigenhĂ€ndige Billetts (davon eines im Umfang von 3 Seiten); ein weiteres weist eine sechszeilige eigenhĂ€ndige Nachschrift auf (wĂ€hrend Friedrichs BevollmĂ€chtigung fĂŒr Heinrich Graf Podewils zu einem preußisch-französischen DefensivbĂŒndnis neben der Unterschrift das wohlerhaltene königliche Lacksiegel trĂ€gt). Die meisten dieser SchriftstĂŒcke stammen aus dem ersten Jahr des Ersten Schlesischen Kriegs, mehrere sind in Feldlagern verfasst. Bei Valorys Abschied aus Berlin 1750 spricht ihm Friedrich mit warmen AusdrĂŒcken seine Zufriedenheit aus, und bei seiner abrupten Abberufung 1756 widmet er ihm mit eigener Hand die persönlichen Worte: "AprĂšs la façon outrageante dont votre cour se comporte envers moi, vous ne trouverez point Ă©trange que je ne rĂ©ponds point au ministre de France, mais Ă  mon vieil ami. Je suis fĂąchĂ© de votre dĂ©part, et vous pouvez ĂȘtre persuadĂ© que je ferai non seulement des vœux pour votre santĂ©, mais encore pour votre fortune. Faites mes compliments Ă  mes amis dans le pays oĂč vous allez, si j'en ai encore. Pour moi, je vois toutes les extravagances qui arrivent, de sang froid, et vous pouvez ĂȘtre persuadĂ© que, bien loin d'en ĂȘtre dĂ©couragĂ©, ce m'est un nouvel aiguillon qui m'animera Ă  faire l'impossible possible l'annĂ©e qui vient. Adieu, mon cher Valory, je vous souhaite un heureux voyage. Federic". - Von Minister Podewils liegen sechs teils eigenhĂ€ndige Schreiben an Valory vor, die von September 1741 bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Schlesischen Kriegs reichen. Von französischer Seite enthĂ€lt der Bestand acht vom König von Frankreich unterschriebene Instruktionen an seinen Gesandten, ferner acht Schreiben Fleurys und eine FĂŒlle weiterer diplomatischer Korrespondenz. Viele Dokumente zur Großmachtpolitik der 1740er bis 1750er Jahre finden sich in zeitgenössischer Abschrift, darunter VertrĂ€ge und Abkommen, Urkunden Maria Theresias (November 1740), Schreiben des englischen Botschafters Hyndford sowie der berĂŒhmte Brief Friedrichs des Großen an den Marquis d'Argens aus Hermannsdorf vom 27. August 1760, aber auch zwei Schreiben der preußischen Königinmutter Sophie Dorothea von Hannover zur Heirat der Prinzessin Luise Ulrike mit dem schwedischen Kronprinzen (1744). Eine Vielzahl Ă€lterer Schreiben von KurfĂŒrsten und deutschen regierenden HĂ€usern an das französische Königshaus, verfasst zwischen 1570 und 1632, dĂŒrfte Valory nach seiner RĂŒckkehr nach Frankreich in sein Arbeitsarchiv ĂŒbernommen haben. Angereichert ist die Sammlung um einige spĂ€tere StĂŒcke aus dem Besitz der Familie Boyer d'Eguilles (Billetts von Friedrich Wilhelm II., 1795/96). Valory hatte in Preußen Kontakt zur Familie; 1746/47 hatte er sich fĂŒr die Freilassung von Alexandre-Jean-Baptiste d'Eguilles, Bruder des Marquis d'Argens, aus englischer Kriegsgefangenschaft eingesetzt. Der vorliegende Bestand bildet ĂŒber weite Strecken die Quellengrundlage fĂŒr die 1820 erschienenen Memoiren Valorys (MĂ©moires des nĂ©gociations du marquis de Valori), in der auch wesentliche Teile publiziert sind. - Residuum der Sammlung Sir Thomas Phillipps (1792-1872). Schöne und umfangreiche diplomatische Dokumentensammlung, die das preußisch-französische VerhĂ€ltnis in den letzten Jahren vor dem "Renversement des alliances" abbildet.
      [Bookseller: Antiquariat Inlibris]
Last Found On: 2016-10-18           Check availability:      maremagnum.com    

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