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Original - Scherenschnitt. - Die Seefr├Ąulein - Goller, Hedwig - 2001. [1217221]
Korntal - M├╝nchingen. 2001 - Der Mummelsee in den dunklen Tannengr├╝nden hat seinen geheimnisvollen Namen von den Seefr├Ąulein oder M├╝mmlein. Sie wohnen in seiner unergr├╝ndlichen Tiefe in einem pr├Ąchtigen, kristallenen Schloss. Es ist umgeben von prachtvollen G├Ąrten, in denen die blutrote Koralle neben der duftenden Seerose w├Ąchst. Die M├╝mmlein sind liebliche, reizende Gestalten von zartem, schlankem Wuchs und rosiger Sch├Ânheit. Jede Nacht steigen sie empor zu der Oberfl├Ąche des dunklen Gew├Ąssers, vollf├╝hren beim Klang der Instrumente einen lieblichen Tanz oder eilen mit der Spindel den n├Ąchsten H├Ąusern im Tal zu. Vor Zeiten kamen die M├╝mmlein oft hinunter ins Tal zu den Bauern und Holzhauern, halfen in Haus und Hof oder h├╝teten die Kinder, wenn die Frauen auf dem Feld zu tun hatten. Fr├╝hmorgens waren sie schon da. Sobald es aber Nacht war und die Sterne am Himmel standen, mussten sie alle wieder im kristallenen Schloss auf dem Grund des Sees sein. So war es ihnen von ihrem K├Ânig befohlen worden. Eines der sch├Ânen Seefr├Ąulein gewann einen jungen Bauernsohn aus Seebach lieb. Als nun wieder Kirchweih im Tal war, kamen die Seejungfrauen herab ins Wirtshaus, wo der Tanz war. Das M├╝mmlein, das den Bauernsohn gern hatte, tanzte einen Tanz nach dem anderen mit seinem Liebsten. So sch├Ân wie das M├╝mmlein war weit und breit kein M├Ądchen, und keines konnte so zierlich und leicht tanzen. Als es anfing zu dunkeln, kehrten alle Fr├Ąulein aus dem See in ihr kristallenes Schloss zur├╝ck. Nur die einen Seejungfrau, die ihren Liebsten im Dorf hatte, konnte sich nicht von ihm trennen. Nur noch einen einzigen Tanz wollte sie machen. Sie dachte, es werde da unten im Tal eben fr├╝her Nacht als droben im Wald. Aber sie tanzte noch einen Reigen und noch einen. Und die Zeit verging, und sie wusste nicht, wie. Pl├Âtzlich schlug es auf dem Turm zehn Uhr. Nun wurde der Seejungfrau doch ihr Leichtsinn bewusst. Es wurde ihr bang ums Herz. Und sie zog den Liebsten aus dem Saal ins Freie. Schweigend eilte sie mit ihm den Bergwald hinauf. Als sie an den See kamen, sprach sie mit trauriger Stimme: ?Jetzt werden wir uns wohl nimmer sehen, denn ich werde sterben m├╝ssen. Warte noch eine Weile am Ufer. Steigt Blut aus der Tiefe, so habe ich mein Leben verloren; wenn nicht, werde ich bald wieder bei dir sein.? Sie nahm eine Weidenrute und schlug damit dreimal aufs Wasser. Da teilte es sich, und eine marmorwei├če Treppe erschien, die ins kristallene Schloss hinabf├╝hrte. Hinter dem M├╝mmlein schloss sich das Wasser wieder. Es war dunkle Nacht, und keine Welle regte sich. Da stieg eine kleine dunkle Woge aus der Tiefe des Sees empor. Es war das Blut des armen M├╝mmleins, das f├╝r seine Liebe sterben musste. Scherenschnitt: 29 x 18 cm, Blatt 50 x 35 cm. Von der K├╝nstlerin handschriftlich mit Titel versehen, datiert und signiert. Dieses Blatt ist kein Druck sondern der originale Scherenschnitt, aufgezogen auf Papier. Ein Unikat! Auf Wunsch kann der Schnitt auch gerahmt geliefert werden. [Attributes: First Edition; Signed Copy]
      [Bookseller: Adalbert Gregor Schmidt ]
Last Found On: 2016-10-02           Check availability:      ZVAB    

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