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(Petrus von Rosenheim):

Rationarium Evangelistarum, omnia in se evangelia prosa, versu, imginibus(que) q(uam) mirifice co(m)plexte(n)s. (Incipit: Hexastichon Sebastiani Brant in memorabiles evangelistar(um) figuras).

      (Am Ende:) Pforzheim, Thomas Anshelm, 1507.. 17 nn. Bll. (ohne das letzte weiße) mit 15 nahezu blattgroßen Textholzschnitten und 1 Holzschnitt-Druckermarke. 8°. Mod. Pgmt.. VD 16, P 1908. Franz Thoma, Die Beziehung des Petrus von Rosenheim zu den Xylographa des Ars Memorandi und zu den frühen Drucken des Rationarium Evangelistarum (In: Zentralblatt für Bibliothekswesen. Bd. 46 [1929] S. 533 - 546). - Erstmals erschien das Werk unter dem Titel "Ars memorandi" um 1470 als Blockbuch. Die "Ars Memorandi" diente dem mittelalterlichen Priester zum Training des Gedächtnisses, öfter wohl auch als reines menometechnisches Hilfsmittel, mit dessen Hilfe er sich den Inhalt der Evangelien leichter vergegenwärtigen konnte. Der vorliegende typographische Druck (einer von 9 zwischen 1502 und 1522 bei Thomas Anshelm erschienen Drucke) enthält alle schon als Blockbuch erschienen 15 menemonischen Holzschnitte in verkleinerter Form. "Neu hinzugekommen sind einleitende mit Bezug auf die mnemonischen Figuren empfehlende Gedichte, so ein Hexastichon von Johannes Brandt, ein gleiches des Jodokus Gallus Rubeaquensis (Rufach), ein Distichon eben desselben und ein Tetradistichon des Georg Simler aus Wimpfen. Ferner sind neu die Begleitverse des Petrus von Rosenheim zu den mnemonischen Bildern. Diese Begleitverse sind nichts anderes als metrische Kapitelsummarien auf die vier Evangelien, entnommen aus dem damals weitverbreitenden mnemotechnischen Hauptwerk des Petrus, dem 'Roseum memoriale divinorum eloquiorum'. Jedes Distichon dieser Begleitverse beginnt mit einem bestimmten Buchstaben des Alphabets, um damit auch die Zahl des Kapitels zu bezeichnen. Neu ist auch die Vorrede des Simler an den Leser, die Peroratio des Thomas Anshelm (Habes ingenue lector) und eine mnemonische Zusammenstellung der Sommer- und Winterevangelien. Die zusammenhanglosen Sprichwörter der einzelnen Evangelienperikopen sind nach Hexamentern geordnet, über jedem Stichwort steht die Zahl des betreffenden Kapitels. Ein Punkt über, unter oder neben der Zahldeutet nach einem Merkvers die Zugehörigkeit zu einem der vier Evangelien an." (Thoma S. 543 f.). Aber nicht nur im Text sind die bei Thomas Anshelm in Pforzheim erschienen Drucke gegenüber den xylographischen Drucken verbessert auch die Holzschnitte sind zeichnerisch wesentlich verbessert worden. Die Verbesserungen sind wahrscheinlich dem Georg Simler aus Wimpfen am Neckar zuzuschreiben. Der Text ist ein Auszug aus Petrus von Rosenheim (1380 - 1433) in 1194 Distichen geschriebenem "Roseum memoriale divinorum eloquiorum" (um 1423-26), mit dem dieser die Bibelmnemonik in Deutschland begründet. - Titel mit größeren Einrissen (kleiner Buchstabenverlust (fachmännisch restauriert), einige weitere Blätter mit kleineren fachmännisch restaurierten Einrissen (Blatt 2 kleiner Buchstabenverlust, vorletztes Blatt ebenfalls mit kleinem Buchstabenverlust und Berührung des Holzschnittes). Leicht gebräunt und fleckig.

      [Bookseller: Matthäus Truppe Buchhandlung & Antiquari]
Last Found On: 2009-11-17          Check current availability from:     choosebooks


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