Arator
Arator poeta christianissimus in actus apostoloru[m].
Leipzig, Melchior Lotter d. Ä 1512. 58 (statt 60) Bll. (das letzte weiß). 4to. Zweite Ausgabe des 16. Jhs. Epische Umdichtung der Apostelgeschichte, das "mit kühnen Allegorien und Zahlenmystik den tieferen Sinn der Erzählungen zu deuten sucht" (Tusculum Lex. Lit. 35). Der christliche lateinische Dichter Arator aus Ligurien, Schüler des Bischofs Ennodius, erhielt um 540 von Papst Vigilius ein Subdiakonat in Rom. Das "vollständig erhaltene, im Mittelalter hochgeschätzte Werk [ist] eine Schilderung des Hauptinhalts der Apostelgeschichte und des Martyriums des Paulus und Petrus in 2326 Hexametern mit den gesuchtesten Ausdeutungen des Bibeltextes, insbesondere der Zahlen und Namen. Vigilius, dem Arator sein Werk gewidmet hat, ließ es 544 in der Kirche Petri ad vincula an vier Tagen unter großem Beifall der Hörer verlesen" (Bautz, BBKL I, 204). - Erste Lage verbunden (A1, 5, 2, 6); es fehlen die Bll. A3-4 (im Faksimile nach dem Ex. der BSB beiliegend). Durchgehend wasserrandig. Titel und Anfang mit teils unterlegten Randläsuren. Mit zahlreichen Marginalien und Interlinearnotizen von zeitgenöss. Humanistenhand. Die Blattränder teils eingeschnitten; über den Beschnitt hinausstehende Marginalien eingefaltet. - VD 16, A 3185. BM-STC German 39. Nicht bei Adams.
[Bookseller: Antiquariat Inlibris, Gilhofer Nfg. GmbH]
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