Guicciardini, Francesco.
Più consigli et avvertimenti in materia di re publica et di privata. 4 Bl. (1. w.), 84 S., 1 Bl. 4°. Kalblederbd d. 18. Jahrh. (Kapitale und Ecken restauriert, Gelenke rissig) mit Rückenschild, reicher Rücken- und Stehkantenvergoldung. Marmorpapiervorsätze.
Paris, Federigo Morello, 1576. - Seltene erste Ausgabe der 158 Caterina de' Medici gewidmeten Maximen und Reflexionen des großen italienischen Historikers und Staatsmanns Guicciardini (1483-1540), der einer bedeutenden Florentiner Adelsfamilie enstammte und sich in hohen Ämtern skrupellos für die despotische Herrschaft der Medici einsetzte. Seine Betrachtungen zu Philosophie und Politik wurden häufig mit dem Werk Machiavellis über den Fürsten verglichen, wobei Guicciardini, "einem Machiavelli nicht nur um ein weniges überlegen" war (Giordani, zit. nach KNLL), moralische Bedenken noch weiter ausklammerte und auch nicht versäumte, seinen unverhohlenen Zynismus in die Tat umzusetzen. Schon die Zeitgenossen warfen ihm kalten Opportunismus vor, neuere Historiker sehen in ihm einen typischen Politiker seiner Zeit, der klar zu erfassen und zu formulieren verstand, was andere letztlich ebenso praktizierten. Die vorliegenden Betrachtungen, in denen Guicciardini die allgemeine Korruption der Verhältnisse, zu der er selbst wissentlich beigetragen hatte, scharf analysiert, sind hier von Jacopo Corbinelli herausgegeben und um einige persönliche Anmerkungen ergänzt. Die Sammlung erschien später mehrfach unter verschiedenen Titeln und wird heute allgemein als 'Ricordi' (Erinnerungen) geführt. Die erste Ausgabe ist sehr selten (nach ICCU kein Exemplar in italienischen Bibliotheken). ? Titel mit Stempel und Besitzeintrag, etwas gebräunt. ? Gamba 1444. Adams G 1528. Volker Reinhardt, Francesco Guicciardini (1483-1540), Die Entdeckung des Widerspruchs, 2004. * Rare first edition of the 158 maximes and reflections by the great Italian historian and statesman, dedicated to Caterina de' Medici. He came from an eminent Florence family and used his various influential positions ruthlessly to further the despotic power of the Medici family. His reflections are often compared to Machiavelli's, though Guicciardini was even more eager to ingnore all moral concerns and did not hesitate to act upon his blatant cynicism. Even his comtemporaries accused him of cold opportunism; modern day historians see him as a typical politician of his time who just eloquently summed up the common practices. ? Title with stamp and ownership inscription, some browning. 18th century full calf (head and tail of spine and corners expertly restored, hinges chapped) with label and elaborate gilt decoration to spine, gilt lower edges.
[Bookseller: Antiquariat Wolfgang Braecklein]
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