Philemerus Irenicus Elisius (d.i. Martin Meyer):
Philemeri Irenici Elisii Continuatio (...) Diarii Europaei insertis (...) Actis Publicis. Das ist: Täglicher [Tägliche] Geschichts Erzehlung (...) Theil, darinnen was sich in Kriegs- und Friedens-Geschäfften sowol in dem H. Röm. Reich (...) schreib- und denckwürdigst von Tage zu Tage zugetragen (...). [Titel des 1. Bandes: Diarium Europaeum insertis actis electoriis Oder Kurtze Beschreibung Denckwürdigster Sachen...]. Konvolut folgender Bände: III, IV, V, VI, VII, VIII, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XVI, XXIII, XXIV, gebunden in 13 Bänden.
Joh. Wilhelm Ammon und Wilhelm Serlin (ab Band VII nur noch Serlin) 1660 bis 1672.. 4 Bände mit einigen wenige Kupfern illustriert, 1 Band (XI) mit etlichen Kupfern (Portraits, Ansichten), in den übrigen Bände fehlen die Kupfer vollständig (nach Köstlbauer / s.u. waren ursprünglich alle Bände mit etlichen Kupfern illustriert), 8°, Pergamenteinbände der Zeit mit alter handschriftlicher Bandzählung auf Rücken,. Pergament teils fleckig und nachgedunkelt, Rücken teils etwas knickspurig, Papier teils etwas gebräunt / braunfleckig und mit altem Wasserrand, Innendeckel und einige Seiten in den Bänden 8,9 und 16 (in Band 16 stärker) feuchtigkeitsfleckig, einige wenige Seiten randwurmgängig, ansonsten gut erhaltenes Exemplar, selten, auf Wunsch senden wir gerne Photos per e-mail, [ Zur Bedeutung des Werkes vergl. Josef Köstlbauer: Quellenautopsie "Martin Meyer (1659)", in: Europabegriffe und Europavorstellungen im 17. Jahrhundert. Web-Projekt, Wolfgang Schmale (Dir.): "Das "Diarium Europaeum" erschien kontinuierlich 34 Jahre lang, von 1659 bis 1683, und umfasste zum Zeitpunkt seiner Einstellung 45 Bände. Dieses beinahe schon monumental zu nennende Werk lässt sich am besten mit den Worten seines ursprünglichen Autors Martin Meyer als "tägliche Geschichts=Erzählung" charakterisieren, in der sämtliche nennenswerte Ereignisse vom Jänner 1657 bis zum Dezember 1681 Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat aufgelistet und beschrieben werden. Im Vorwort zum ersten Band erklärt der Autor, sein Diarium richte sich an den "Geschicht=liebenden Leser", "zu Vermehrung der Geschichten Wissenschaft/ Belustigung des Gemühts/ und Verkürtzung der Zeit". Das Diarium vereint also in sich die Funktionen einer Chronik und eines Nachrichtenmagazins, da aktuelle oder rezente Ereignisse einerseits veröffentlicht und andererseits zwischen den Buchdeckeln für die Nachwelt archiviert werden. Dem Leser bietet sich eine Fülle an Inhalten: "Vornehme und wichtige Reichs=Sachen und Handlungen" werden ebenso beschrieben wie der Verlauf von Feldzügen, Schlachten und Scharmützeln, Belagerungen und Plünderungen von Städten, Schlössern und Festungen. Dabei werden vor allem Mannschaftsstärken und Verluste der beteiligten Parteien minutiös festgehalten. Aber auch Gesellschaftsmeldungen über Ernennungen, Gesandtschaftsantritte, Teilnehmer von Reichstagen, Heiraten und Mesalliancen, Todesfälle, Kleiderordnungen, Straftaten, Urteile und Exekutionen fehlen nicht. (...) Sowohl in die chronologische Berichterstattung eingestreut, als auch in umfangreichen Appendices am Ende der Bände zusammengefasst sind zahlreiche Texte aus allen Teilen Europas, die nahezu das gesamte Spektrum neuzeitlicher Schriftlichkeit umfassen: Verträge, Korrespondenzen, Berichte, Herrschergenealogien, Traktate und Diskurse, Sonette, Gebete, juristische Gutachten etc. (...) Ursprünglich in fremden Sprachen verfasste Schriften sind ausnahmslos übersetzt. Was das Diarium dabei zu einer besonders wertvollen Quelle erhebt ist der Umstand, dass sich die Verleger in vielen Fällen die Mühe machten, Originaltext und Übersetzung neben- oder nacheinander abzudrucken. Erstens weist dies ganz deutlich auf die Intention des Autors hin, einen Bildungsauftrag gegenüber seinem Publikum wahrzunehmen, indem auch einer weniger gelehrten Leserschaft Dokumente von Bedeutung zugänglich gemacht werden und zweitens drückt sich in der Gegenüberstellung von Original und Übersetzung eine Auffassung von (Geschichts-)Wissenschaft aus, die ihre Mission in der redlichen Wiedergabe sieht und sich mehr der Archivierung und Edition, als der Interpretation verpflichtet fühlt.(...) Trotz dem oft chaotisch erscheinenden Nebeneinander von Nachrichten und Texten verschiedenster Provenienz und Qualität ist das "Diarium Europaeum" in mehrfacher Hinsicht eine faszinierende historische Quelle. Einerseits ist hier eine Unzahl politischer und gesellschaftlicher Ereignisse und Aktivitäten im Detail festgehalten, andererseits wird das breite Spektrum der Wahrnehmungswelten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dokumentiert." Alle Rechte dieser Analyse und Darstellung beim Autor Josef Köstbauer, von uns auszugsweise zitiert nach o.a. Interneteintrag].
[Bookseller: Antiquariat Hagena & Schulte]
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