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Bucher, Anton von [Pseudonym: P.F. Fabianus Hirschaviensis]).

Ein freyes Pferderennen und hernach Soupee und Ball an dem hocherfreulichen Geburtstag eines neugebohrnen Prinzen eines durchlauchtigsten höchsten Stammhauses zum Beweiß der tiefsten Ehrfurcht, und allschuldigsten Devotion einem hochansehnlichen zahlreichen Zuhörerauditorium auf öffentlichen Kanzelgerüst in einer sittlichen Moralrede Preis gegeben von P.F. Fabianus Hirschaviensis d. Z. Jubelpredigers.

      Ohne Ort und Verlag (das ist: München), Auf Kösten des Herausgebers, 1782 - VIII, 128 S. Pappband der Zeit. Erste Ausgabe, wie alle Bücher des Verfassers sehr selten. - Goedeke VII,550,38,4 - Holzmann-Bohatta III,8692 - Hayn-Gotendorf II,223 - Ebeling I,107ff. (sehr ausführlich) - Kaldewey, Hehres und Triviales V,51: "Bucher gehört zu den bedeutendsten Vertretern der komischen Literatur in Dtschl. vor Jean Paul. Mit glänzendem Humor und beißender Satire geißelt er die Mißstände des geistlichen Standes. Entschiedener Gegner der Jesuiten in Bayern." - Anton von Bucher (1746-1817), Zögling des Münchner Jesuiten-Gymnasiums, danach radikaler, aber immer humorvoller "Feind der jesuitischen Dressur" (Scheel, Süddt. Jakobiner S.647). Die später namhaften Aufklärer L.Westenrieder, A.Zaupser und der Verleger J.B.Strobl waren seine Mitschüler. Als einer der bedeutendsten süddeutschen Reformer war ihm die Neugestaltung des Erziehungswesens in Bayern ein besonderes Anliegen. Bereits 1778 in seinen Funktionen eingeschränkt, verlor er als Mitglied des Illuminatenordens 1785 die Ämter, die er neben seinem Amt als Pfarrer bekleidete, ließ sich aber nicht von seiner radikalaufklärerischen Haltung abbringen. "Um 1800 unterstützte er die 'Patrioten-Partei', die eine republikanische Umwälzung in Bayern anstrebte. . Heute noch sehr lesenswert sind seine Satiren, die "besten [erschienen] zwischen 1782 und 1784, in denen der Volksaufklärer, die Form der erbaulichen Devotionalheftlein übernehmend, Auswüchse des Katholizismus und die Gegenaufklärung angriff. Seine Satiren, die der . Forschung weitgehend unbekannt geblieben sind, zeichnen sich durch die eindrucksvolle Verbindung von bildkräftiger, bisweilen derber Sprache, . mit Sinn für Handlungskomik und einer realitätsnahen Darstellung von Volkscharakteren aus. . Bucher spielt souverän mit allen überlieferten Formen religiöser Gebrauchs- und Erbauungsliteratur" (Killy II,279). - "Ueber das 'geistliche Pferderennen' urtheilt Klessing [der Hrsg. von Buchers Gesammelten Werken]: es war eine sinnige Idee des Verfassers in Form einer Neujahrspredigt den Zeitwechsel mit der Erscheinung eines neugebornen Prinzen zu vergleichen, und ihm zu Ehren den Zuhörern ein Pferderennen, Souper und Ball zu versprechen. durch diesen spaßhaften Titel fesselt er die Erwartung seiner Leser bis zum letzten Blatt, auf welchem er mit stets gleichbleibender Laune erst auftischt, was er im Eingange seiner lockenden Ankündigung verheißen hatte. Das Mahl besteht nämlich in dem himmlischen Lamme, das Ziel des Rennens ist der Beichtstuhl, die Zuhörer aber sind die Rennmeister und ihre Gelüste und Leidenschaften, wonach sie jagen und laufen, die Rennpferde" (Ebeling I,121). - Alter Namenseintrag auf dem vorderen Innendeckel, teilweise etwas gebräunt. [Attributes: First Edition; Soft Cover]

      [Bookseller: A la Recherche]
Last Found On: 2009-10-02          Check current availability from:     AbeBooks


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