LUTHER, Martin (1483-1546).
Die Lügend von S. Johanne Chrysostomo, an die Heiligen Peter inn dem vermeinten Concilio zu Mantua, durch D. Marti. Luther gesand.
Wittenberg, (Hans Lufft), 1537. - Kl.-4to (188 x 131 mm). [16] Bl. (das letzte leer). Moderner brauner Pappband. Erster Druck der Erstausgabe, mit der auf dem Kopf stehenden Initiale S im Titel auf Bl. 4a recto. Anlass zu dieser von Luther mit spöttischen Glossen versehenen Ausgabe der sittlich etwas anstössigen Chrysostomos Legende aus dem Prosapassional war das katholische Projekt eines Konzils in Mantua. In einer Bulle Papst Pauls III. vom 2. Juni 1536 war dazu eingeladen worden; im Februar darauf hatten Luther und andere protestantische Theologen sowie Stände in Schmalkalden dazu Stellung bezogen. Nach Luthers Rückkehr von dort wurde die vorliegende Edition verfasst. Seine Stellungnahmen sind dem beigegeben Widmungsbrief an den Papst und die Konzilsväter, dem Nachwort und den Glossen vorbehalten. Das Werk markiert den Beginn der protestantischen Legendenkritik und stellt die bedeutendste unter den in den späten 1530er Jahren verbreiteten Anti-Konzilschriften dar. Während jedoch bei Luther die Auseinandersetzung mit den impliziten theologischen Normen im Vordergrund steht, beschränkte sich die spätere Legendenpolemik auf die Verspottung von Fabulösem. - Beschmutzt und wasserfleckig, gebräunt. Benzing 3239; WA L, 50A; VD 16, L-5446; Kratzsch 883; The Richard C. Kessler Reformation Collection 934; A. Schnyder, Legendenpolemik und Legendenkritik in der Reformation, in: Archiv für Reformationsgeschichte LXX (1979), 122f. First issue of the first edition. While Luther was recovering from his serious attack of urinary tract stones, he wrote this polemic against the proposed council of Mantua. The pamphlet - of which the title is a pun on Legend/Lügend (Legend/Lie) - retells the legend of St. John Chrysostom. Luther attacks here the eternal deceit of popes, directing especial vernom at the pretence of a general council. It is the most important Anti-Council tracts produced in Germany in the late 1530s. - Poor copy, heavily soiled and waterstained, browned and somewhat short cut to edges. - Modern boards. [Attributes: First Edition; Hard Cover]
[Bookseller: Erasmushaus - Haus der Bücher AG]
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