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BIBLIA LATINA -] TESTAMENTI

Veteris & Novi, è sacra Hebraeorum lingua Graecorum[que] fontibus, consultis simul orthodoxis interpretibus, religiosissime Biblia sacrosancta translata in sermonem Latinum . Aus dem Hebräischen übersetzt von Leo Jud und Theodor Bibliander, mit Beiträgen von Petrus Cholinus und Rudolf Gwalther. Herausgegeben von Konrad Pellikan.

      Zürich, Christoph Froschauer d. Ae., [Februar] 1543. - Folio (384 x 245 mm). [18], 387, 1 leeres Bl.; 98 Bl.; 114, [19] Bl. (ohne das letzte leere). Schweinsleder d. Z. über schweren Holzdeckeln, Rücken über 5 erhabenen Bünden, Vorder- und Hinterdeckel mit Blindprägung, mit 2 intakten Metallschliessen (restauriert, Buchblock neu geheftet und aufgebunden, Vorsätze und Spiegel erneuert, ebenfalls neu sind die beiden Lederbänder der Schliessen). Erstausgabe der ersten vollständigen Ausgabe der lateinischen Zürcher Bibel, Exemplar aus der Bibliothek Ulrich Zwinglis (1528-1571), gleichnamiger Sohn des Zürcher Reformators, der seit 1549 das einflussreiche Amt als Leutpriester am Grossmünster bekleidete. Diese herausragende, von Froschauer sorgfältig in einer schönen Antiqua gedruckten Bibel ist Frucht der zeitraubenden Übersetzung aus den Ursprachen durch Zwinglis Freund und streitbarsten Mitkämpfer für die Reformation, Leo Jud (1482-1542). "Ein wissenschaftliches Juwel im Kranze der Froschauerbibeln bildet die im Februar 1543 publizierte Folioausgabe der lateinischen Bibelübersetzung Leod Juds . Was irgend in langjähriger Arbeit an Vorbereitungen dazu geleistet werden konnte, was sich an sorgfältigen Ausgaben des hebräischen Alten Testamentes auftreiben liess, was an Mitteln der Textvergleichung und Schriftauslegung, an gesicherten alten Lesarten für Feststellung des Grundtextes und seines Sinnes beizubringen war, was die alten Übersetzer und Kirchenschriftsteller als Hilfe an die Hand gaben, alles ward so gewissenhaft als möglich gesichtet und in nicht minder treuem Bemühen übersetzt" (Johann Conrad Gasser). Der von der Zürcher Bevölkerung als 'Meister Leu' bewunderte Übersetzer war am 19. Juni 1542 gestorben, so dass die Biblia sacrosancta schliesslich, mit Conrad Pellikan als Herausgeber und einer Einleitung Heinrich Bullingers, als Gemeinschaftswerk erschien. Von Theodor Bibliander stammen die Übersetzungen der Teile XLI-XLCVIII des Buches von Ezekiel, sowie der Bücher Daniel und Job, der Psalmen CIII-CL, Ecclesiastes (Prediger), und des Hohelieds Solomos. Petrus Cholinus verantwortete die lateinische Fassung der Apokryphen. Das Neue Testament betreute Rudolf Gwalther nach Erasmus' Version. Von Gwalther findet sich am Schluss auch eine Elegie einer Argumentation über das Alte und Neue Testament. Die Bibel erschien nebst dem vorliegenden majestätischen Folio-Format bereits ein Jahr später auch im Quartformat und 1559 schliesslich noch in der wohlfeilen Oktavausgabe. Der Pariser Verleger Robert Estienne (Stephanus) verlegte diese Zürcher Übersetzung, allerdings ohne Quellenangabe, erstmals 1545 zusammen mit Annotationen des Hebraisten François Vatable (1485-1547), notabene ohne dessen Wissen. Die solcherart als 'Bible de Vatable' bekannt gewordene Bibeledition erschien in revidierter Form erneut 1557 (Pagnini/Vatable und Beza) und 1584 (vgl. dazu: A. p. Hubbard, The Bible of Vatable, in: Journal of Biblical Literature, LXVI (1947), 197ff.). Christoph Froschauers gleichnamiger Neffe und Nachfolger griff 1564 schliesslich dann selbst auf Robert Estiennes Genfer Bibeledition von 1557 zurück. Bestimmt mit Einverständnis oder im Auftrag der Zürcher Reformatoren liess der Druckerverleger Christoph Froschauer ein Exemplar dieser herausragenden Zürcher Bibel als Geschenk an Martin Luther in Wittenberg übermitteln. In seinem bösen 'Dankesschreiben' vom 31. August 1543 wendet sich dieser brüskiert und vehement gegen "die falschen, verführerischen Züricher Prediger", mit denen er nichts zu haben wolle, denn "sie werde dasselbe göttliche Strafgericht wie Zwingli treffen" (WA Briefe, Nr. 3908). Der Kodex wird geschmückt durch verschieden grosse, biblische Szenen darstellende, Holzschnitt-Initialen, die Leemann-van-Elck der Werkstatt von Niklaus Manuel Deutsch zuschreibt. Die drei in zwei Varianten vorliegenden Druckermarken Froschauers, des eigentlichen Begründers des Zürcher Buchwesens, stammen von Hans Baldung Grien. Es existieren auch Exemplare mit einem vom Zürcher Wappen geschmückten Hauptti [Attributes: Soft Cover]

      [Bookseller: Erasmushaus - Haus der Bücher AG]
Last Found On: 2009-09-17          Check current availability from:     AbeBooks


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