ERASMUS VON ROTTERDAM, Desiderius (1469-1536).
Catalogi duo operum Des. Erasmi Roterodami. Ab ipso conscripti & digesti: Cum praefatione D. Bonifacii Amerbachii Jureco[n]s. ut omni deinceps imposturae via intercludatur, ne pro Erasmico quisquam aedat, quod vir ille non scripsit dum viveret. Accessit in fine epitaphiorum ac tumulorum libellus quibus Erasmi mors defletur. Cum elegantissima Germani Brixii epistola ad clarissimum virum d. Gul. Bellaium Langaeum. [Hrsg. von Bonifacius Amerbach und Beatus Rhenanus].
Basel, (Hieronymus Froben & Nicolaus Episcopius), 1537 (im Kolophon: 1536). - Kl.-4to (209 x 155). Mit 2 grossen, achtzeiligen Holzschnitt-Initialen, 2 kleineren schwarzgrundigen Initialen und kleiner Holzschnitt-Druckermarke auf Titel sowie ganzseitig auf Schlussblatt verso. 119, [1] S. [a-p4]. Flexibler Pergamentband im Stil des 16. Jhs. Die ebenso seltene wie bedeutende "Kommemorations-Ausgabe". Herausgegeben vom Freund, Erben und Testamentsvollstrecker, Bonifacius Amerbach (in enger Zusammenarbeit mit Beatus Rhenanus), enthält der Band einleitend Amerbachs persönlichen Bericht über die letzten Lebensjahre und den Tod des Erasmus (Allen, Ep. 3141), adressiert an den kaiserlichen Rat Johann Paumgartner, nach Fugger einer der reichsten Handelsherren der Zeit und ein Freund des Erasmus wie auch anderer Humanisten. Darauf folgt der Neudruck des Catalogus omnium lucubrationum von 1524, die auf Wunsch von Johann Botzheim 1522 erstmals verfasste Autobibliographie des Erasmus um den Brief sowie die Liste seiner Werke ergänzt, die Erasmus 1530 seinem alten Freund aus Pariser Zeiten, Hector Boece, zugeschickt hatte; diese Liste wurde von Amerbach seinerseits um die bis zum Tode von Erasmus erschienenen Schriften erweitert und thematisch gegliedert. Von speziellem Interesse sind die längeren Rechtfertigungen des Humanisten bezüglich seiner Polemik gegen Hutten und Luther und der zur Vorgeschichte der Diatribe de libero arbitrio wichtigen Erklärungen. Gegen Schluss macht Erasmus genaue Vorschläge für die Einteilung und künftige Herausgabe seiner gesammelten Werke. Ein zweiter, mit einem eigenen Titel versehener Teil, wird von einer Lobrede auf Erasmus von Germain de Brie eingeleitet und enthält Briefe sowie Gedenk- und Grabgedichte von befreundeten Autoren wie Johannes Sapidus, Georg Sabinus, Vitus Kopp, Simon Grynaeus, Giovanni Bressani, Nicolas I Bourbon, Jean Morel, Johannes Ulpius, Johannes Huser, Nicolaus Episcopius, Gilbert Cousin und Hieronymus Froben. Im Brief von Erasmus langjährigem Freund Paul Volz (Voltzius) an Rhenanus wird auch ausführlich Erasmus' Testament erwähnt. Als Schlusstext findet sich auf Seite 119 der hebräisch gedruckte Nachruf Sebastian Münsters. Wegen seines testamentarisch-memorativen Charakters bildet dieser Gedenkband gewissermassen eine Ergänzung zu Erasmus' Compendium vitae. Die Druckvorlage war von Amerbach an Rhenanus in Schlettstadt (Sélestat) zur Überprüfung gesandt worden. Rhenanus schlug die Form eines Druckes für Erasmus vor: nicht wie bei den früheren Catalogus Ausgaben im kleinenTaschenbuchformat und nicht in deren kleiner Antiquakursive, sondern im eleganteren Quartformat und gedruckt in jener Antiquatype wie sie auch für die Adagia Ausgaben verwendet worden waren. Auf Rhenanus' Vorschlag hin wurde im Untertitel auch der Hinweis auf die Epitaphia sowie der Vermerk gedruckt, dass damit jeglicher Fälschung, etwas als von Erasmus stammend herauszugeben, das dieser gar nicht geschrieben habe, der Weg versperrt sein möge. Minimal stockfleckig. Bezzel 311; Vander Haeghen 27; De Reuck 86; VD 16, E-2126; Index Aurel. 162.875; Panzer VI, 310.1052; Ausstellungskat. Erasmus von Rotterdam (Basel, 1986), 55f. und 195, Nr. E 12.5; Burmeister 29a. Nicht in Rummel/Schrag. A wide margined copy of the as rare as important "Commemorative edition" of the Catalogus lucubrationum, edited shortly after Erasmus' death by Bonifacius Amerbach (1495-1562) with the assistance of Beatus Rhenanus (1485-1547). It documents the importance of the Dutch humanist in the cultural life of early 16th century Europe. As preface a ten-page obituary by Amerbach, addressed to the Nuremberg merchant, financier and advicer to the emperor Johann Paumgartner (1488-1549). This Froben print offers the text of the greatly enlarged second edition of the Catalogus of 1524 and of the revised version of 1530. The editors added the titles which had appeared between 1530 and Erasmus' death. The second, intrinsically commemorative part has its own title (Epitaphiorum ac tumulorum libellus) and consists of contributions in pr
[Bookseller: Erasmushaus - Haus der Bücher AG]
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