Paderborner Einband - Platina, Bartholomaeus, (d.i. Bartholomaeus Sacchi de Platina)
De vita moribus summorum pontificium historia, cui aliorum omniu, qui post Platinam vixerunt ad haec usque tempora, pontificum res gestae sunt additae, numquam antehac in vulgus datae. Cum indice rerum ac pontificium. Eiusdem (:) De falso vero bono di
Köln, Eucharius Cervicornus für Gottfried Hittorp, 1529. - 6 Bll., 284 S., 50 Bll.. Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Anton Woensam, zahlr. Initialen (einige figürliche und ornamentale Holtzschnittinitialen) und 4 (wiederholten) Grotesken-Zierleisten in Holzschnitt. Folio. Geprägter Kalbslederband der Zeit.Kalbslederband d. Zeit über Holzdeckeln auf 6 Bünden (4 Doppelbünden) mit mehreren rechteckig angeordneten vier- bis sechsfachen Fileten, rauten- und kreisförmiger Stempelprägung, 6 freihstehenden Stempeln in Form eines Blütenstabs, einigen kleinen Rosetten innerhalb der Fileten, den Resten von 2 Messing-Lederschliessen sowie 4 Blättern einer Pergament-Missale-Handschrift des 15. Jahrhunderts (evtl. auch etwas früher) als Innendeckelbezügen und Vorsätzen. Einband etwas beschabt einige kleinere, meist nur oberflächliche Wurmlöcher wenige kleine Bezugsfehlstellen auf beiden Deckeln von den Schliessen sind nur noch die Messingbeschläge des hinteren Deckels vorhanden - oberer Beschlag mit den Buchstaben U und B in gotischer Schrift der Einband wurde mit größter Professionalität restauriert: Rücken erneuert größere und kleinere Fehlstelle des Vorderdeckels erneuert - dabei wurden hier die Fileten ergänzt sowie ein größerer kreisförmiger Stempel und ein kleiner Rosettenstempel in Andeutung ergänzt beide Innendeckel mit Wurmgängen - dabei etwas Textverlust beim Manuskriptbezug des vorderen Innendeckels Manuskriptvorsätze mit einigen Wurmlöchern außerhalb des Textes letzte Bll. mit winzigen Wurmlöchern außerhalb des Textes Manuskriptblätter etwas fleckig und gebräunt einige zeitgenössische Unterstreichungen in schwarzer, roter und blauer Tinte häufiger zeitgenössische Marginalien in sauberer gotischer Schreibschrift Titel und letzte (weisse) Seite etwas fingerfleckig Titel mit kleinem Wasserfleck in der unteren Ecke letztes Bl. mit kleiner, ersetzter Fehlstelle in der unteren Ecke einige weitere Bll. schwach fingerfleckig wenige Bll. sehr schwach wasserrandig wenige Bll. mit kleinem, schwachen Wasserfleck am Kopf - insgesamt ein sauberes, fast fleckenfreies Exemplar auf gutem Papier Besitzvermerk eines C. Schlegel aus dem Jahr 1710 auf dem Titel Druck in Antiqua. Exemplar aus dem Besitz des Benediktinerklosters St. Peter und Paul zu Abdinghof in Paderborn - gebunden in der klostereigenen Buchbinderei die Rauten und Rundstempel, wie St. Benedikt, Madonna, Steinbock, ein von einem Pfeil durchbohrtes Herz, Osterlamm, Einhorn, Rosette in Perlrahmen und der einzige freistehende Stempel (Blütenstab), sind zumeist auch von anderen Einbänden dieser Buchbinderei bekannt (vgl. Konrad von Rabenaus Liste der Stempel dieser Klosterbuchbinderei in: Einband-Forschung, Heft 5, Berlin 1999, S. 19f. - nennt 2 der hier benutzten Stempel nicht) auch die Verwendung alter Pergament-Handschriften für Vorsätze gilt als typisch für die Buchbinderei des Paderborner Klosters letzte (weisse) Seite mit Besitz- und Kaufvermerk in großer kalligraphischer Schrift: "Liber monasterii S(an)ctor(um) Ap(osto)lor(um) Petri Paul Abdinghoff intra Paderbornam/ Emptus xi solidi paderborn (= 11 Paderborner Schillinge) Anno d(o)m(ini) 1529" darunter in kleinerer Schrift etwas spätere Eintragungen diese beinhalten eine Liste deutscher Könige und Kaiser, meist mit dem Datum der Königswahl, beginnend mit Rudolf I. von Habsburg und endend mit der Wahl Maximilans II. zum Nachfolger seines Vaters Ferdinand I. im Jahre 1562 König wurde Maximilian erst nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1564 - da dieses Datum nicht mehr erwähnt wird, dürften die Eintragungen etwas aus dem Jahr 1562 stammem die Pergamentmanuskripblätter mit lateinischem Text in brauner und schwarzer Tinte, einigen Initialen in Rot, Notenlinierung und zahlr. Noten - es handelt sich um 4 Blätter aus einem Missale - wohl aus dem Besitz des Klosters Abfinghof. Die schöne, breite Holzschnitt-Titelbordüre von Anton Woensam mit figürlichen Darstellungen (Christus, Heilige und Päpste). Der Band enthält eine erweiterte Ausgabe von Platinas berühmter Papstgeschichte (zuerst Venedig 1479) und als Anhang einige Kleinschriften desselben Verfassers. Bartholomaeus Sacchi de Platina (1421-1481) bedeutender italienischer Humanist und Historiker seit 1475 Bibliothekar des Vatikans. VD 16, XVI, P-3246/ Graesse V, 313/ Adams II, 88.(P)1416/ BM STC, German Books, 765 (unter Sacchi)/ zum Einband vgl. Goldschmidt, Gothic Renaissance Bookbindings, Nr. 85 u. Pl. CV.
[Bookseller: Antiquariat am Moritzberg]
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