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Murmellius, Johannes.

Libellus optatissimus cui titulus Pappa [...].

      - (Basel, Adam Petri, 3. Aug. 1517).4 unn. Bll., 216 num. Spp., 217-257, (1) SS., l. w. Bl. Mit vierteiliger Titelbordüre in Holzschnitt von Urs Graf, Wappenholzschnitt am Titel verso sowie 1 schwarzgrundigen Holzschnittinitiale. [Vorgebunden] II: Cicero, Marcus Tullius. Epistole familiares. Cum Ascensianis introductiu[n]culis recognitis auctis, argumentis illustratis. Ex secunda recognitione. (Straßburg, Matthias Schürer, Jan. 1515). 208 (statt 216) röm. num. Bll. Mit Wappenholzschnitt am Titel und einigen Initialen in Holzschnitt. [Beigebunden] III: Horatius Flaccus, Quintus. Epodon liber. Eiusdem, de arte poetica. Item epistolarum libri duo. In fronte deniq[ue] libri Q. Horatii Flacci vita, per Petrum Crinitum Florentinum. (Straßburg, Matthias Schürer, Dez. 1516). 56 unnum. Bll. Mit Holzschnittdruckermarke am Schluß. Holzdeckelband der Zeit auf 3 Doppelbünden mit blindgepr. Schweinsleder-Rücken und 2 Schließen. 4to.I: Sehr seltene und wichtige Ausgabe des Hauptwerks des Frühhumanisten Murmel(l)ius (1480-1517) aus Roermond, der lange in Münster wirkte. "Am bekanntesten wurde Murmellius' 1513 veröffentlichtes lateinisch-deutsches Übungsbuch 'Pappa puerorum', das in mehreren Ländern Anwendung fand, wie mehr als 30 Auflagen bezeugen" (NDB XVIII, 613). "Die Ausgabe Basel 1517 wurde von Gervas Sauffer veranstaltet. In seinem dem Werk vorangestellten Empfehlungsschreiben hebt er den Wert der 'Pappa' im Vergleich zu ähnlichen zeitgenössischen Schriften besonders hervor. Dem Text des Murmellius fügt er im ersten Kapitel ca. 1100 Wörter hinzu, auch die 'Oratiunculae' werden um etwa die Hälfte erweitert. Darüber hinaus hat Sauffer den niederdeutschen Text des Murmellius ins Oberdeutsche (Breisgauer Dialekt) übertragen. Die oberdeutsche Fassung wird somit zu einer sprachgeschichtlich bedeutsamen Quelle, da ihr Druck älter als die oberdeutschen Ausgaben der Lutherbibel ist" (Brüggemann/Br., Sp. 376). Das Werk ist eingeteilt in die Abschnitte "Von gott und himmelischen dingen", "Von den zeiten", "Von den vier eleme[n]ten", "Der erdem, wasseren und stetten vocabulen[n]", "Der lande[n] und der nationen und stett namen", "vo[n] de[n] specie[n] der thiere[n], "Von mancherleyen kranckheiten", "Von wolriechenden krutern oder gewurzen", "Von steinen und edelen steinen", "Vo[n] metallen", "Von ma[n]cherley dranck", "Von den bucheren" etc. enthält auch zahlreiche deutsche Sprichwörter und Redensarten. - Die schöne signierte Titeleinfassung von Urs Graf zeigt seitlich ein nacktes Weib bzw. einen nackten, schwertumgürteten Mann auf Postamenten (Lüthi 50 b), im unteren Holzschnittelement datiert 1516 oben Petris Druckermarke. Am Schluß schwacher Wasserrand, sonst wohlerhaltenes Exemplar. - II: Seltener Nachdruck der erstmals 1502 erschienenen Rezension des Josse Bade. Ohne die Lagen l und M (Bll. 61-64 u. 205-208 Text nach Bl. 60 auf einem zwischengebundenen Blatt von zeitgenöss. Hand im Umfang von 10 Zeilen weitergeführt) die Lage m (Bll. 65-72) gelockert. Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk des Bad Wimpfener Ordens der Hospitalbrüder des Heiligen Geistes. Die ersten Lagen etwas wurmstichig und am oberen Rand mit kl. Moderschaden (nur vereinzelt geringer Buchstabenverlust). - III. Nachdruck der Ausgabe von 1515. Am Schluss die schöne Druckermarke mit der Getreidegarbe im Wappenschild (vgl. Wendland 249). - Etwas wasserrandig, mit zahlr. zeitgenöss. hs. Marginalien (weitere Einträge von derselben Hand am letzten Bl. verso, am hinteren Vorsatz sowie am hinteren Innendeckel. Der Einband etwas wurmstichig (Vorderdeckel stärker) das Deckelleder verziert mit Jagdrolle (Schunke, Schwenke-Slg.: Jagd 19) und Einzelstempeln (Blattwerk mit Knospe: Kyriss 123, 7 sowie Spruchband "ihs": Kyriss 123, 6). Ernst Kyriss deutete die Werkstatt als Nachfolger des Tübinger Buchbinders Johannes Zoll (Kyriss Werkstatt 70) tatsächlich scheint aber doch, wie der Besitzeintrag zeigt, Ilse Schunkes umstrittene (einem Hinweis von H. Knaus folgende) Zuweisung der Werkstatt an Wimpfen am Neckar richtig zu sein. Der unbekannte, offenbar noch bis 1539 aktive Wimpfener Meister dürfte aber Teile von Zolls Stempelmaterial zur Verfügung gehabt haben. Die Jagdrolle ist lt. Schunke (Textband) "angeregt von Augsburg" (287). - Insgesamt schöner süddeutscher Schulsammelband des frühen 16. Jhs. mit einem der wichtigsten und einflußreichsten Lateinlehrbücher seiner Zeit sowie zwei seltenen Straßburger Klassikerausgaben. - I. VD 16, ZV 11254. Bernstein 2294. Brüggemann/Br. 329 (Anm.). Hieronymus, Oberrhein. Buchillustr. II, 134a (Anm.) u. 177 (Anm.). Rosenthal, Bibl. paedagogica 2460. Nicht im BM-STC German, bei Adams oder Panzer. - II. VD 16, C 3031. IA 137.564. Benzing 381. Muller II, 191, 155. Panzer VI, 74, 390 u. XI, 362, 390. Renouard II, 334, 12. Ritter, Cat. 724. Schmidt 149. Schweiger II, 157. Nicht im BM-STC German, Adams oder Ritter, Rép. - III: VD 16, H 4948 (mit H 4899 u. H 4929). Benzing 778. Muller II, 197, 206. Panzer IX, 368, 462. Schweiger II, 422. Nicht im BM-STC German, bei Adams oder Ritter (Cat. u. Rép.).

      [Bookseller: Antiquariat Inlibris]
Last Found On: 2009-07-30          Check current availability from:     booklooker.de


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