Rhegius, Urbanus].
Ain schöner dialogus, Cuntz unnd der Fritz, Die brauchent wenig witz, Es gildt umb sy ain klains, So seinds der sach schon ains, Sy redent gar on trauren, Un sind gut Luthrisch bauren.
- [Augsburg, Ramminger, 1521].4 nn. Bll. Mit kl. Titelvignette in Holzschnitt. Neuere, marmorierte Broschur. 4to.Erste und einzige Ausgabe. Äußerst seltenes Dialogbüchlein in volkstümlicher, kräftiger Sprache. "Fritz u. Kunz unterhalten sich über Lemp u. Eck u. belegen diese mit liebenswürdigen Komplimenten wie 'Tanhausischer eselsführer', 'subtiler Narrenkopff', auch sonst wird der 'alte Tanhauser' erwähnt. Der Eck wird 'Eckischer leußköpff' betitelt, u. es wird von ihm berichtet, daß er 'wil den Luther gar verdamen, darub dz er jm die Decretales zu Witenberg verbrent hatt'. Die ganze Art dieses Dialoges geht auf die Schülergespräche zurück u. erinnert lebhaft an die Colloquia familiaria des Erasmus." (Breslauer, Das dt. Lied). Auf die Frage, wie man denn in Tübingen zu Luther stehe, antwortet Kunz: "... es ist gleich wie anderß wa welcher fül pfründen hat, der ist dem Luther feind, und scheltten jn ain ketzer, aber die arm rot, hat jn lieb", Zusatz von Fritz "lieber". - Schon die Zeitgenossen schrieben diesen Dialog dem Urban Rhegius zu (Wolf, Quellenkunde II/2, S. 157 ), während Liebmann (Urbanus Rhegius u. die Anfänge der Reformation, Münster 1980) es in dem Verzeichnis der Drucke mit unbewiesener Autorschaft als Nr. 3 aufführt. - Mit stecknadelkopfgroßem Wurmloch, Titel mit alter Numerierung u. Urhebervermerk. - VD 16, R 1885. Panzer, DA 1216. Goedeke II, 265. Kuczinsky 2230. Breslauer, Das deutsche Lied 547 ("Höchst interessanter Dialog").
[Bookseller: Antiquariat Inlibris]
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