Dasypodius, Petrus.
Lexikon graecolatinum in usum iuventutis graecarum literarum studiosae, diligenter congestum.
- Straßburg, Wendelin Rihel, März 1539.295, (1) Bll. Mit 2 versch. Holzschnittdruckermarken an Titel und letztem Bl. verso. Blindgepr. Blindgeprägter Kalbslederband der Zeit über Holzdeckeln auf 3 Doppelbünden. 1 Schließe (von 2) intakt. 8vo.Einzige Ausgabe des seltenen griechisch-lateinischen Wörterbuchs des Schweizer Humanisten Petrus Dasypodius. Sein wichtiges "Dictionarium latino-germanicum" (1537 u. ö.) war seinerzeit sehr bekannt (vgl. Zaunmüller 92). Posthum kam 1567 in Antwerpen unter seinem Namen ein lateinisch-griechisch-deutsches Wörterbuch ("Dictionarium triglotton") heraus, das ab 1667 unter dem Titel "Dasypodius catholicus" erschien. - Dasypodius (Peter Hasenfratz oder Rauchfuß, um 1495-1559) war 1527 Lehrer und Prediger in Zürich, mußte die Stadt aber 1530 verlassen und kehrte in seine Heimatstadt Frauenfeld (Thurgau) zurück. 1533 zog er nach Straßburg, wo er die Leitung der Lateinschule am Straßburger Karmeliterkloster übernahm später unterrichtete er dort die oberen Klassen des berühmten Gymnasium Argentinense. Sein Sohn Conrad, ein Kopernikaner, war verantwortlich für die astronomische Uhr im Straßburger Münster. - Einband stärker berieben, Kapitale lädiert. Die Rollenprägung zeigt am Vorderdeckel einen Rahmen aus der Rolle Salvator - Mose - David - Johannes (signiert "GE" oder "CE" - Haebler I, 100). Das davon umschlossene Mittelfeld mit ungewöhnlicher Darstellung christlicher Tugenden ("satisfactio", "puer [mens?]", [i]ustifica[tio]") dieser Rollenstempel bildet zugleich am Hinterdeckel den Außenrahmen, während hier die (dreifach genommene) Salvatorrolle das Mittelfeld einnimmt. Innen zu Beginn etwas wasserrandig und stellenweise braunfleckig, insgesamt für ein Werk "in usum juventutis studiosae" noch wohlerhalten. Am Vorsatz verso alte lat.-griech. Notiz (Theognis-Sentenz). Am Titel hs. Besitzvermerk des Wieners Johann Frey (dat. 4. März 1547), alt ausgestrichen und darüber der hs. Besitzvermerk des Benediktinerstifts Garsten (1787 aufgehoben und 1851 in eine Strafanstalt umgewandelt). Mit der josephinischen Sistierung dürfte die Klosterbibliothek ins Schwesterstift Kremsmünster überführt worden sein (vgl. entspr. Stempel am Vorsatz recto). Seit 1950 international kein Exemplar im Handel nachweisbar. - VD 16, D 257. BNHCat D 40. Muller III, 399. 44. Ritter 619. Nicht bei Adams oder BM-STC German. Nicht bei Zaunmüller.
[Bookseller: Antiquariat Inlibris]
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