Hippokrates.
Hippocratis Aphorismi, Cum locis parallelis Celsi, ad recentiorem pervulgatamque Editionem, accomodatis. Quibus accessit index locupletissimus.
Parisiis / Paris, Apud Crochard, via Scholae Medicae, No. 8, 1807.. 16° (10.1 x 6.5 x 2.5 cm). 2 Bll., III, 367 SS. Ldr. d.Zt. (etwas berieben) mit rotem Rückenschild, etwas vergold. Rückendekor u. vergold. Deckelbordüren, Kanten- u. Innenkantenvergold., alls. Goldschnitt (dieser etwas verblasst), hübsche Vorsätze in grau-blauem Steinmarmor. Gelegentlich min. (stock-) fleckig. Leichte Alters- u. Dislokations-, wenig eigentliche Gebrauchsspuren. Gesamthaft weitestgehend sauberes, recht gutes und attraktives Exemplar.. Antike.Sehr seltene, hübsche und typographisch bemerkenswert sorgfältig gemachte Ausgabe der 'Aphorismoi' in lateinischer Übersetzung. - Zu den besonders wichtigen Schriften des Hippokrates zählt Karl Sudhoff (Kurzes Handbuch der Geschichte der Medizin, Berlin 1922) auch die "Aphorismi, die berühmten Lehrsätze [..]; nur Buch (particula) 1-3 zu beachten; die übrigen Bücher sind sicher unecht. Die Aphorismen behandeln die verschiedensten Gegenstände der Heilkunde, Buch 1 die Ausleerungen, sowohl die spontanen wie die künstlich erzielten, und die dabei zweckmässigste Diät; Buch 2 ist wesentlich symptomatologisch und bespricht die Erscheinungen im Schlaf, Ernährung, Bewegung ohne bestimmte Ordnung; Buch 3 ist vorwiegend ätiologisch und behandelt den Einfluss der Jahreszeiten auf die Gestaltung der epidemischen und interkurrenten Krankheiten." (op. cit. p. 65; unter medizinhistorischen Aspekten ausführlich und aktualisiert s. R. Toellner, Illustrierte Geschichte der Medizin, 1, 1986, pp. 293-349). - "Wann und wie sich ein 'Corpus Hippocraticum' überhaupt zu bilden begann, lässt sich schwer sagen. [..] Allen Hypothesen fehlt der sichere Grund, aber Hans Diller hat in seiner Mainzer Akademierede (1959) mit guten Gründen als die wahrscheinlichste unter ihnen bezeichnet, dass die Masse der hippokratischen Schriften in der Tat aus einer Bibliothek stammt, die ein Arbeitsinstrument der koischen Schule war. Dass Verschiedenes im Laufe der Zeit anwuchs, ist wohl zu verstehen. Das stärkste Argument Dillers besteht in dem Hinweis auf die aphoristischen Anweisungen, die in dem 'Corpus' enthalten sind. Diese Sammlungen, deren berühmteste die hippokratischen Aphorismen sind, wurden in der Zeit vom ausgehenden 5. bis in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts geschaffen. Sie zeigen so deutliche und ausgiebige Berührungen mit Lehrschriften des 'Corpus', dass mehrere von diesen bereits damals in einem engeren Zusammenhange zu denken sind. Für dessen Erklärung liegt aber die Annahme einer Fachbibliothek in Kos ohne Zweifel am nächsten." (A. Leski, Geschichte der griechischen Literatur. 2. Aufl. 1963, p. 532).
[Bookseller: Franz Kühne Antiquariat und Kunsthandel]
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