Jacobus de Voragine:
Legenda aurea, deutsch. (GWM 11362, H 9973). Winterteil "Von sant Sabina".
Augsburg, Johann Bämler, 26. Juni 1480. Type 3.. Einspaltiges, 31-zeiliges O-Inkunabelblatt mit einem altkoloriertem Holzschnitt der Heiligen Sabina (7,5 x 7 cm) auf festem Papier. Blattgröße: 16,9 x 25,4 cm. Incunabula text woodcut leaf.. Seltenes Blatt aus der "Legenda Aurea" Heiligenleben des Jacobus de Voragine. Der italienische Prediger und Schriftsteller Jacobus de Voragine (Viraggio) aus dem heutigen Varazze bei Genua lebte von 1230-1298. Der Dominikaner Jacobus de Voragine fügte aus der Bibel, den Apokryphen, verschiedene Akten sowie überlieferte Geschichten, die Lebensgeschichten der Heiligen zur "Legenda Aurea". Das Werk in volkstümlicher, lateinischer Sprache geschrieben, wurde zum populärsten religiösen Volksbuch des Mittelalters. Die deutschen Übersetzungen der "Legenda Aurea" wurden das "Leben der Heiligen" oder der "Heiligen Leben" genannt. Zahlreiche Anzeichen deuten heute darauf hin, dass zwischen 1384 und 1421 im Umkreis des Dominikanerordens in Nürnberg eine neue Kompilation der Heiligenlegenden entstand, die unter Einbeziehung der "Legenda aurea", stärker auf den deutschsprachigen Glaubensraum bezogen war. So wurden in diesem Legendar u. a. die Heiligen Bonifazius, Gallus, Kilian oder Magnus von Füssen aufgenommen. Dieser "deutsche Legendar" übertraf in seiner Verbreitung die "Leganda Aurea". (Becker; Overgaauw: Aderlass + Seelentrost 2003, 219). Bämler, der seit 1453 in Augsburg als als Schreiber nachweisbar ist legt einen ersten nachweisbaren Druck im Jahre 1472 auf. Er gehört zu den fruchtbarsten Augsburger Druckern dessen Werke mehrheitlich der Erbauung und Belehrung dienten. (vgl. F. Geldner: Die deutschen Inkunabel-Drucker, Band 1, S. 138)
[Bookseller: Versandantiquariat Christine Laist]
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