CYMBER CUSANUS, Udelo (Pseud.),
Epistola . de exustione librorum Lutheri,. & Monachorum Dominicanae factionis nequitia, ad Germaniae proceres, & cives. O.O., Dr. u. J.
- (Basel, V. Curio, 1522). Kl.-4to. 8 Bl. Mit 1 großen figürl. Holzschnitt-Initiale von Hans Holbein. Halbpergamentband um 1900 (etwas feuchtwellig, letztes Blatt mit Nässerand und Wurmspur außerhalb des Textes). (IBI/0148p) Einzige Einzelausgabe.- Flugschrift anlässlich der ersten öffentlichen Verbrennung der Schriften Luthers am 12. Nov. 1520 in Köln. Gegen den päpstlichen Nuntius Aleander und den mit der Inquisition besonders eng verbundenen Dominikanerorden gerichtet. Zuerst gedruckt in dem Sammelband "Contenta: Ulrichi ab Hutten, Equitis Germ. Exclamatio in incendium Lutheranum etc." (Straßburg 1521), und zwar unter dem Titel: "Chunradi Sarctoris Saxofranci, de eadem re ad Germanos oratio". Die Verfasserfrage ist ungeklärt. Sowohl Udelo Cymber wie Konrad Sarctor sind Pseudonyme. Die Schrift wurde daher u.a. Ulrich v. Hutten selbst zugeschrieben (so Holzmann/Boh. 58). Kalkoff (Ulrich v. Hutten und die Reformation, S. 267) hält dagegen den mit Hutten befreundeten niederrheinischen Humanisten Hermann v. d. Busch(e), der schon während des Reuchlin-Streites an den berühmten 'Dunkelmänner-Briefen' mitgearbeitet hatte, für den Verfasser. Am Schluss mit einem scharfen Spottgedicht auf Aleander. Laut Kalkoff die Versifikation einer besonders boshaften Stelle aus den 'Acta academiae Lovaniensis', die Erasmus v. Rotterdam anlässlich der Kölner Bücherverbrennung anonym herausgegeben hatte. Köln und Löwen waren die beiden ersten Universitäten gewesen, deren Theologische Fakultäten Lehrverurteilungen gegen Luther ausgesprochen hatten.- Böcking, Hutten XXXIII A, 3; Kuczynski 549 (unter Cusanus); Hohenemser 4154 u. BM STC German 234 (unter Cymber); Knaake III, 918 u. VD 16 S 1804 (beide unter Sarctor).
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