Konrad Botho:
Cronecken der Sassen. (GW 4963, HC 4990).
Mainz, Peter Schöffer, 6. März 1492. Type 1, 2, 4, 7, 8, 9.. Einspaltiges Original-Inkunabelblatt mit zwei Holzschnitten (11,5 x 13,2 cm) der den Ansichten von "Olenborch" und "Mekelenborch". Diese Teilansichten der Städte Mecklenburg und Oldenburg zeigen ein Stadttor und dahinterliegende Häuser. Klarer Abdruck auf festem Papier. Im Rand etw. fingerfleckig und zwei kl. Einrisse im Rand. Blattgröße: 21 x 29 cm. Marginalien der Zeit. Incunabula text woodcut leaf.. Blatt aus dem letzten großen Holzschnitt-Werk von Peter Schöffer mit einer frühen Stadtansicht. Das Werk beinhaltet die Chronik des Landes Niedersachsen in niederdeutscher Sprache. Der Verfasser Conrad Botho, auch Bote genannt, schildert den historischen Ablauf der Herkunft der Sachsen, ihrer Herrschergeschlechter, Kriege, Eroberungen und Städtegründungen. Die "Cronecken" versucht regionalsächsische und lokal-städtische Geschichtsinteressen zu einer (nieder)sächsischen Geschichtsidentität zu verbinden. (Brigitte Funke 2001, Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek Bd 48, Braunschweig) Die Holzschnitte werden von R. W. Fuchs dem "Meister WB" zugeordnet, während Cornelia Fischer in diesem Zusammenhang den "Meister der Sebastianslegende" als Holzschneider nennt. (Fuchs, Archiv für Geschichte des Buchwesens 1960; Schneider, Peter Schöffer: Bücher für Europa 2003, 92) Die Legende für die Stadt Oldenburg beginnt mit dem Text: "Oldenborch is geheten na wendescher tungen Stargarde unde is de ende der wendesche lant unde licht in wigarten in dat westen des mers dat dar het de Belt ..." und die der Stadt Mecklenburg: "To mekelenborch stod eyn affgot (Abgott) so gy hyr na ock beschreven vindet do dat bischopdom ock vorstoeret wart so buwede keyser otte einen dom to mekelenborch in dere sunte peter (Sankt Peter) unde satte dar den ersten bischopp Unde satte dusse veer bischopp under den sprengel des ertzebischopp to bremen unde hamborch (Hamburg). ..." Es wird gerade mit diesem Blatt deutlich, dass die Holzschnitte eine idealisierte Stadtansicht zeigen, da für Oldenburg wie auch für Mecklenburg der gleiche Holzschnitt verwendet wurde.
[Bookseller: Versandantiquariat Christine Laist]
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