Erasmus, Desiderius:
In Evangelivm Lvcae Paraphrasis Erasmi Roterodami, per autorem recognita.
Basel: Joh. Froben, 1523 (in fine: 1524).. Octavo. 164 x 109 mm. [23], [1 weiße]; [526], [1 weiße], [1] Seiten. - Lagensignaturen: Aa8, Bb4; a-z8, A-K8. Mit Holzschnittinitialen und -zierstücken. Handgefertigter blindgeprägter Schweinsledereinband der Zeit auf drei Doppelbünden und aus Inkunabelpapier zusammengeklebten Pappdeckeln. Vier Stoffschließbänder entfernt. Auf den Deckeln im Rand eine ornamentale Rolle mit Vasen, Bändern und fleuralen Elementen (116 x 13 mm, nachgewiesen in Wittenberg: "Predigerseminar 2vo HTh 163" auf einem Mainzer Druck von 1549), mittig senkrecht in zwei Spalten nebeneinander gesetzt eine Rolle mit vier Halbfiguren: "LVGRECI - ? - DI:LEA - ?" (147 x 16 mm = Haebler II,226,30). Es handelt sich vermutlich um eine Werkstatt aus dem katholischen Süddeutschland.. Vierter Druck, gleich kollationierend wie der Erstdruck 1523, ebenfalls bei Froben; unterschiedlich sind der Titel, das Datum "1524" am Schluß auf fol. K7 verso sowie der Vermerk, daß diese Ausgabe vom Autor, der ja bis 1529 in Basel weilte, durchgesehen sei. Die Kommentare und Paraphrasen zum Neuen Testament sollten dessen Erschließung auch für die weniger gebildeten Christen dienen. Zuerst wird die Bedeutung der Worte selbst festgestellt, die zu einem tieferen Verständnis des Sinnes führen soll. Die Paraphrasen zum Lukas-Evangelium sind Heinrich VIII. von England gewidmet und zu jener Zeit geschrieben, da sich Erasmus mit den Reformatoren auseinandersetzte: 1523 verfaßte er die Schrift gegen Hutten, ein Jahr später gegen Luther jene über den freien Willen. - Besitzeintrag von Joan. Wirts auf dem vorderen fliegenden Vorsatz recto, von dessen Hand auch einige wenige, saubere Marginalien rühren (der 1658 gestorbene schweizer Theologe? vgl. Jöcher IV,2012). Besitzeintrag auf dem vorderen Spiegel: "Ex Librij Antonij Thomae | Ao 1668. 17. Novemb." Weiterer Besitzeintrag: "Joannes Jacobus Franciscus | Comes ab (?) | 1740" auf dem Titel oben. Rechts von der Druckermarke auf dem Titel Bibliotheksstempel des Aschaffenburger Kapuzinerklosters, ein weiterer Stempel desselben gelöscht. Einband etwas fleckig, Kanten teils berieben; Bezugsfehlstelle an der oberen Ecke des Hinterdeckels. Innen im oberen weißen Rand der ersten Hälfte ein schwacher kleiner Fleck, sonst nur minimal fleckig. Titel mit kleiner Rasur. Breitrandig; noch schönes und innen recht frisches Exemplar in einem Meistereinband. - - - Contemporary blindstamped pigskin over pasteboards, three raised bands, bound in southern Germany. Slightly worn, defect to lower cover. Small defect to title. A fine, wide-margined copy. - - - Vander Haeghen I,148 (ungenau) - Bezzel 1166 - Catalogue Rotterdam 190 - Adams E756 - VD16 E3062. BITTE FORDERN SIE EINE PHOTOGRAPHIE AN / PHOTOGRAPHS ARE AVAILABLE ON REQUEST.
[Bookseller: Antiquariat Rainer Friedrich Meyer]
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